Gabriel Orozco zeigt Alltagsgegenstände aus ungewohnten Perspektiven in der Schweiz

Manuel Quesada

Datum: 16. April 2010
Uhrzeit: 13:54 Uhr
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Autor: Redaktion
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Der Künstler Gabriel Orozco vermischt Wegwerfprodukte mit Ironie. Das Resultat sind spielerisch-philosophische Werke, die zum Schmunzeln anregen.

Von Weitem ist es ein Schachbrett mit Figuren. Doch aus der Nähe entpuppen sich die Bauern, Könige und Königinnen als Springer. Typisch Gabriel Orozco. Der Mexikaner ironisiert Gewohntes mit verschobenen Perspektiven und Proportionen. Leichtfüssig verleiht er Wegwerfkultur-Objekten Tiefe, Ansätze aus Lateinamerika, USA und Europa visuell vereinend.

Orozcos spielerisch-philosophische Skulpturen, Fotos und Bilder, die ab Sonntag im Kunstmuseum Basel gezeigt werden, stellen oft den Sinn von verbreiteten Gegenständen und üblichen Handlungen in Frage. Die Ästhetik bleibt erhalten, wird teils betont, doch die eigentliche Funktion kommt bei seinen Transformationen abhanden.

Eine Ikone in Basel

Der 1962 in Mexico geborene Künstler pendelt heute zwischen New York, Paris und seiner Heimatstadt. Viel unterwegs, begegnet er immer wieder Neuem, das er mit kleinen und grösseren Eingriffen in neue Zusammenhänge stellt. Zur Ikone geworden ist etwa «La DS» von 1993, ein beinahe zum Goggomobil verschlankter Citroën.

Manches ist dermassen flüchtig, dass Orozco es mit Fotographie festhält. Durch den Akt der Aufnahme wird die Spur eines Atemhauchs auf einem Klavier zum gefrorenen Moment, das aus dem Leben gerissene Atmen mithin zum Symbol für angehaltene Zeit.

Die laut der Schweizerischen Depeschenagentur SDA bis 8. August geöffnete Basler Werkschau gibt auch Einblick in die Arbeitsweise des Künstlers. Sie ist in Zusammenarbeit mit dem New Yorker Museum of Modern Art entstanden, wo er 2009 eine Einzelausstellung hatte, sowie dem Centre Pompidou Paris und der Tate Modern London. Zu sehen sind Werke aus den frühen 1990er-Jahren bis heute.

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