Lateinamerika: „Erklärung von Panama“ – Schweigen über Situation in Venezuela ist keine Option

declaracion

Präsentation der "Declaración de Panamá" (Fotos: Screenshot TV/Twitter Andrés Pastrana)
Datum: 09. April 2015
Uhrzeit: 21:19 Uhr
Leserecho: 6 Kommentare
Autor: Redaktion
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In Panama-Stadt haben am Donnerstag (9.) die ehemaligen Staatsoberhäupter von Spanien (José María Aznar), Kolumbien (Andrés Pastrana), Méxiko (Felipe Calderón), Bolivien (Jorge Quiroga) und Ecuador (Oswaldo Hurtado) die Deklaration von Panama „Declaración de Panamá“ präsentiert. Darin forderten sie unter anderem eine Verteidigung der Demokratie und der Freiheit in Venezuela. Unterzeichner der Erklärung waren die Ex-Präsidenten Jorge Quiroga (Bolivien), Sebastián Piñera (Chile), Andrés Pastrana, Álvaro Uribe und Belisario Betancur (Kolumbien), Miguel Ángel Rodríguez, Rafael Ángel Calderón, Laura Chinchilla, Óscar Arias, Luis Alberto Monge und Miguel Ángel Rodríguez (Costa Rica), José María Aznar (Spanien), Eduardo Duhalde (Argentinien), Nicolás Ardito Barletta (Panamá), Armando Calderón Sol und Alfredo Cristiani (El Salvador), Felipe Calderón und Vicente Fox (Méxiko), Lucio Guitiérrez und Osvaldo Hurtado (Ecuador), Luis Alberto Lacalle (Uruguay), Ricardo Martinelli und Mireya Moscoso (Panamá), Alejandro Toledo (Perú), Juan Carlos Wasmosy (Paraguay) und Felipe González (Spanien). Bei der Präsentation vor internationalen Medienvertretern waren außerdem Lilian Tintori und Mitzy Capriles, Ehefrauen der inhaftierten venezolanischen Oppositionspolitker Leopoldo López und Antonio Ledezma anwesend – ebenfalls der venezolanische Oppositionspolitker und Nationaler Koordinator der Partei „Voluntad Popular“, Carlos Vecchio.

ehefrauen-opposition

Das Dokument, unterzeichnet von 26 ehemaligen Präsidenten und dem Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) überreicht, prangert unter anderem die rechtsstaatlichen und demokratischen Änderungen an, unter denen die Bevölkerung Venezuelas leidet. Es werden gemeinsame Anstrengungen gefordert, um eine alternative Lösung für die schwere Krise zu finden. Ebenfalls wird die Freilassung der politischen Gefangenen gefordert und die Wiederherstellung von Bedingungen für die Ausübung der Grundrechte.

Kolumbiens Ex-Präsident Andrés Pastrana sprach in der Eröffnungsrede dass es offensichtlich ist, dass in Venezuela eine „mangelnde Unabhängigkeit der Justiz, eine Verfolgung von Dissidenten, die Existenz von Pseudo-staatlichen Gruppen und eine Atmosphäre der Straflosigkeit“ vorherrscht. Er bat um „die Freilassung aller politischen Gefangenen, darunter den ehemaligen Bürgermeister Daniel Ceballos, einschließlich Leopoldo López und Antonio Ledezma“.

„Alles in allem ist die einzige Möglichkeit für die Wiederherstellung der Demokratie in Venezuela ein Funktionieren der Gewaltenteilung. Unter bestimmten Umständen ist Schweigen keine Alternative, sondern Komplizenschaft. Das Schweigen vieler ist mitschuldig an der unhaltbaren Lage in Venezuela. Ich bin stolz darauf, dass 26 ehemalige Staatsoberhäupter sich dazu verpflichtet haben, die Freiheit und die Menschenrechte zu verteidigen und für diejenigen kämpfen, die unter Verfolgung leiden“, bekräftigte José María Aznar, von Mai 1996 bis März 2004 Ministerpräsident Spaniens.

Der frühere mexikanische Präsident Felipe Calderón analysierte: „Die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen in Venezuela haben sich verschlechtert. Angesichts der prekären Situation und hinsichtlich der Solidarität mit den Bürgern des Landes ist Schweigen keine Option mehr. Wir bevorzugen darüber zu sprechen, was in Venezuela geschieht. Wir fordern die Präsidenten Amerikas dazu auf, im Fall von Venezuela verantwortungsvoll zu handeln. Die Situation des Leidens in diesem Land darf nicht länger ignoriert werden“.

Boliviens Ex-Präsident Jorge Quiroga begrüßte die Ehefrauen von Leopoldo López und Antonio Ledezma. „Ich möchte Lilian Tintori und Mitzy Capriles, die Königinnen des Kampfes für die Freiheit in Lateinamerika, begrüßen. Venezuela, ein Land mit so viel Reichtum, hat sich zu einer Ölfabrik entwickelt und dabei fast alles, was wichtig ist, unterlassen. Angesicht fallender Ölpreise und einer Zentralbank, die Dollar zurückhält, ist das Land auf dem besten Weg das Weltzentrum für Spekulationen zu werden“.

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  1. 1
    VE-GE

    Na schauen wir mal ob das nun was bringt !

    • 1.1
      der Reisende

      nix und nochmal nix !!!!!!
      Die einzigen die an der Situation was ändern könnten sind die Menschen hier in Venezuela aber die haben wie jeder weis leider keine……………Hose.

  2. 2
    Der Bettler

    So wie ich das sehe,ist den Venezolanos auch vollkommen egal.Es gibt auf der Isla seit Tagen weder Fleisch noch Pollo.Der Rythmus ist der sellbe geblieben,anstehen für vielleicht Pampas,oder Clopapier,oder alles was es nicht mehr gibt.War gerade 2 Tage auf Coche in einem Inclusive Hotel.
    Ein Traum vom Abiente von den Zimmern,von allem,aber was das Fressen anbelangt bei all inclusive,
    kann mal alles vergessen.Ich und eine Freundin waren von 300 Pesonen die einzigen Europäer,aber wer zum Frühstück Arepas, EmpanadasReis mit zerpflückten sonst was will.ok.Wurst oder Käse fehlanzeige.In insgesamt 3 Mittagessen und 2 Abendessen,hat es einmal sowas wie Fleisch gegeben.
    immer Mittags sowas wie Kartoffelsuppe gegeben,von dem habe ich mich ernährt.Um gerecht zu sein,hat es immer frischen gebratenen Fisch mit Kopf ,Gräten und alles gegeben,für mich kein Thema ich hasse Fisch.Es hat nicht einmal Tintenfisch,Camarones,oder sonst was ähnlichen gegeben,und das für 7000.- pro Nacht.Ich würde wieder für ein paar Tage da hingehen,weil das drumrum fantastisch war.Die Sauferei,genau so eine Katastrophe.Was sagt mir das ,das Hoteln will,blos die Regierung will nicht.Hier kann nur mehr ein Totalausfall was bewirken,und hier auf der Isla sind wir kurz davor.Interessiert hier aber keinen einzigen Venezolano.Traurig aber wahr.

    • 2.1
      Herbert Merkelbach

      Ich betrachte die Situation in Venezuela als entwürdigend. Leider kann es noch schlimmer kommen und dieser Busfahrer aus Kolumbien versucht der Welt zu vermitteln, dass Venezuela ein Paradies ist.
      Es gibt für mich nur eine Möglichkeit, sich dieser Verbrecherbande zu entledigen, gewaltsamer Umsturz. Danach müssen die Köpfe dieser Banditen und Drogenzaren rollen und nicht zu wenige.

      • 2.1.1
        der Reisende

        @ Herr Merkelbach wer soll den bitteschön diesen gewaltsamen Umsturz machen ???????

  3. 3
    Herbert Merkelbach

    Señor „der Reisende“: das müssten schon die Venezolaner unternehmen. Eine Einmischung bzw. eine militärische Einmischung einer ausländischen Macht wäre nicht ratsam, obwohl die kubanische Bande ist doch schon in Venezuela als politisch wegweisend etabliert. Vielleicht käme eine „Hispano“-Einmischung, auch in militärischer Hinsicht in Frage. Nur welche Koalition wäre dazu bereit und in der Lage?
    Um das Gedankenmodell weiter zu spinnen, ein weiterer politischer Druck seitens der südamerikanischen Staaten s o l l t e ausgeübt werden. Leider muss man auch feststellen, dass ein Evo Morales und eine Cristina Kirchner, die die Gelder aus Venezuela liebend gerne eingesteckt haben, nicht bereit sind in der Hinsicht etwas zu bewirken.
    Meiner Meinung nach ist ausschließlich ein Land in Südamerika in der Lage, das Regime in Caracas zu erschüttern, nämlich Brasilien. Mit Dilma wird das wahrscheinlich nicht geschehen. Aber es kommen wieder andere Zeiten. Nur hoffe ich nicht, dass sich die Clique in Caracas auf Ewigkeit an der Macht hält.

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