Karibik: Weiterer Schritt in Richtung Energieunabhängigkeit von Venezuela

petrocaribe

Petrocaribe-Block hebelt systematisch jede Initiative gegenüber den Chavistas aus (Foto: Archiv)
Datum: 16. April 2015
Uhrzeit: 10:41 Uhr
Leserecho: 4 Kommentare
Autor: Redaktion
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Das Regionalabkommen “Pertrocaribe” ermöglicht den Mitgliedsstaaten aus Zentralamerika und der Karibik venezolanisches Erdöl zu Vorzugspreisen zu beziehen. Über das Bündnis übt Venezuela enormen politischen Einfluss in der Region aus, Kubas seit Jahrzehnten stotternder Revolutionsmotor wird mit spottbilligen Öllieferungen am Laufen gehalten. Petrocaribe ist und war eines der Instrumente von Chávez, die er der ideologisch herbeifantasierten Dominanz der Vereinigten Staaten in Lateinamerika entgegensetzte. Dank der Zahlungserleichterungen hat sich Venezuela die Unterstützung der Mitgliedsstaaten in regionalen diplomatischen Foren gesichert – der Petrocaribe-Block hebelt systematisch jede Initiative gegenüber den Chavistas aus. Nachdem die USA bereits im vergangenen Jahr ein Pilotprogramm zu mehr Energieunabhängigkeit der Karibikstaaten gestartet haben, kündigte US-Präsident Barack Obama bei seinem Besuch auf Jamaika vor wenigen Tagen Investitionen in Höhe von 20 Millionen US-Dollar an. Damit soll eine umweltfreundliche Energieerzeugung und eine besseres Energieeffizienz in den karibischen Ländern vorgetrieben werden.

Das von Washington initiierte Programm soll den Ländern des Karibik-Beckens auch dabei helfen, ihre rechtlichen Rahmenbedingungen zu verändern und ihre Infrastruktur für internationale Investitionen in Solar/Windenergie und Erdgas fördern und vorbereiten. Ultimatives Ziel soll sein, den karibischen und zentralamerikanischen Ländern dabei zu helfen, mehr auf erneuerbare Energie zu setzen und weniger Rohöl zu importieren. Auf mehreren Inseln der Karibik, darunter Hispaniola (Dominikanische Republik, Haiti), Grenada, Trinidad und Tobago und Jamaika, wird zunehmend auf erneuerbare Energien gesetzt. Selbst den linientreuen Regierungen in Nicaragua und Bolivien ist die systembedingte Dauerkrise in Venezuela nicht entgangen, Wasserkraftwerke und Bioheizkraftwerke sind in Planung.

Vor wenigen Tagen hat nun die Regierung von St. Lucia in Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen „Windtex“ einen Test-Turm errichtet, um das Potenzial für den Bau eines 12 Megawatt-Windparks in Dennery (Osten) zu beurteilen. Der geplante Park soll das erste Energieversorger-Projekt für erneuerbare Energien auf der kleinen Karibinsel werden und für mehr Energieunabhängigkeit sorgen. Das Ministerium für nachhaltige Entwicklung, Energie, Wissenschaft und Technologie, bezeichnet das Projekt bereits jetzt als einen bedeutenden Meilenstein. Die ehrgeizigen Pläne der Regierung des Inselstaates im Bereich der Westindischen Inseln in der Karibik zielen darauf ab, dass St. Lucia im Jahr 2020 etwa 35 Prozent seines Energiebedarfs aus erneuerbarer Energie bezieht.

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  1. 1
    Der Bettler

    Genau so soll es ablaufen,dann kann dieser Idiot sein Öl selber saufen.Mit irgendwas muss dieser Hitlerverschnitt zu stoppen sein.

  2. 2
    Der Bettler

    ps: Redaktion,nehme mal an,daß Sie Energieunabhängigkeit gemeint haben !

  3. 3
    paulo

    intellig eingefädelt haben die usa, mit dieser initiative mit erneuerbarer energie? die amis verkaufen ein wenig technikt für erneuerbare technologit … aus den usa …auf kredit und im schlepptau auch gleich noch fracking – oil und schneiden den letzten strohalm maduros „für unterstützung“ durch.

    das grossgekotzte revoluzzerteam in caracas, sollte endlich einsehen, dass sie versagt haben.
    eigentlich wollte die ganze bande nichts anderes als das volk ausrauben und dabei bejubelt werden vom volk……. es gelang ihnen und nun muss der abschied vorbereitet werden….. elegant wäre von vorteil

  4. 4
    Herbert Merkelbach

    Es ist mir bis heute sowieso unklar, warum so wenige Staaten besonders in der subtropischen als auch in der tropischen Region unserer Erde noch nicht auf Solarenergie umgestellt oder diese erneuerbare Engergiequelle einsetzen. Sonneneinstrahlung ist doch genug vorhanden, von der man in den Zonen nördlich des 50igsten Breitengrades nur träumen kann. Liegt es nur am Geld oder spielen andere Faktoren eine große Rolle. Meiner Meinung ist das Rohöl viel zum kostbar um als Benzin in Autos verschwendet oder zum Heizen verwandt wird. Schließlich ist Rohöl auch ein Einsatzstoff für die Pharmaindustrie. Man mag zu diesem Industriezweig stehen wie man will aber gegen eine ernsthafte Krankheit helfen nun mal ein paar Pillen und die gewinnt man aus Erdöl.

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