Brasilien erhöht Druck auf Venezuela: Termin für Parlamentswahlen gefordert

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Vogel-Strauß-Politik von Präsidentin Rousseff erntet zunehmend Kritik (Foto: minci.gob.ve)
Datum: 08. Mai 2015
Uhrzeit: 12:07 Uhr
Leserecho: 6 Kommentare
Autor: Redaktion
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Brasilien hat am Donnerstag (7.) die Regierung von Venezuela dazu aufgefordert, so bald wie möglich ein Datum für die in diesem Jahr anstehenden Parlamentswahlen zu nennen. In den letzten Wochen hat sich Brasília bereits mehrfach besorgt über die Lage der politischen Gefangenen im Nachbarland gezeigt. „Ich habe mich in dieser Woche mit venezolanischen Regierungsbeamten getroffen und sie dazu aufgefordert, bald ein Datum für die Parlamentswahlen festzulegen. Die Wahlen müssen bis zum Jahresende abgeschlossen sein“, so der brasilianische Außenminister Mauro Vieira auf einer Pressekonferenz.

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Vieira sprach mit Reportern, nachdem die Ehefrauen der zwei prominentesten inhaftierten venezolanischen Oppositionspolitiker (Lilian Tintori und Mitzy Capriles) den Nationalkongress besucht hatten und von den Abgeordneten mit lang anhaltendem Beifall begrüßt wurden. Um auf die humanitäre, wirtschaftliche und politische Krise in ihrem Land aufmerksam zu machen, haben Tintori und Capriles eine Solidaritätskampagne im Ausland gestartet, der sich bereits der Papst, die Regierungen der USA, Spaniens, Kolumbiens, Perus sowie 27 Ex-Präsidenten der Region Lateinamerika angeschlossen haben.

„Ein Land wie Brasilien, dessen Präsidentin einst ein politischer Häftling war, kann und darf nicht schweigen, wenn es sieht, dass ein Nachbarland fast 90 politische Gefangene hat“, bekräftigte Aécio Neves, ehemaliger Präsidentschaftskandidat und Führer der Oppositionspartei „Partido de la Social Democracia Brasileña“ (PSDB). „Es ist Zeit, dass die Regierung von Brasilien zur Verteidigung der Demokratie in Venezuela zu handeln beginnt“, fügte er bei einem Treffen mit Capriles und Lilian Tintori hinzu.

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  1. 1
    babunda

    die roten korrupten xxxxxxxxxxxx haben doch gar kein interesse diese wahl abzuhalten, haben angst ihre quittung dafür zu bekommen.

  2. 2
    Amiguita

    Es wird Zeit, dass endlich mal die amtierenden Präsidenten in Lateinamerika den Mund aufmachen!
    Mujica spricht ja auch erst jetzt Klartext seit er nicht mehr Präsident ist.
    Sind doch alles Feiglinge!

  3. 3
    Martin Bauer

    Was die Wahlen nennen, ist eine kriminelle Farce. In Venezuela ist es bereits seit 2006 völlig gleichgültig, wen man wählt und ob man wählt. Die Gewinner stehen genauso schon vorher fest, wie früher bei dem russischen Marionettenregime in Pankow.

  4. 4
    Herbert Merkelbach

    In meinen Augen ist es ein kleiner Fortschritt, dass sich die brasilianische Politik um die Verhältnisse in Venezuela ansatzweise und in langsamen Schritten kümmert. Ich verstehe Dilma nicht, die während der Militärdiktatur in Brasilien gefoltert, inhaftiert wurde. Es müsste ihr doch nahe gehen, was sich in Venezuela abspielt. Sie hätte die Pflicht, mit der Faust auf den Tisch zu klopfen und Maduro in die Schranken zu verweisen und ein demokratisches Verhalten zwischen Opposition und Regierung in Venezuela einzufordern. Notfalls wäre es ihre Pflicht, Maduro mit dem Einmarsch brasilianischer Soldaten in Venezuela zu drohen. Der Mercosur verlangt doch von jedem Vollmitglied demokratische Gepflogenheiten innerhalb seines Staatsgebietes.
    Ein militärisches Vorgehen Brasiliens kann man immer mit dem Argument begegnen, alles wird innerhalb der „Hispano“-Familie geregelt.

  5. 5
    gringo

    Die müssen nur aufpassen, daß keiner die Ergebnisse vor der Wahl klaut und veröffentlicht, wie in der „DDR“ geschehen!!!!

  6. 6
    Franz

    Warten muss man nicht lange auf die Antwort von Maduro: Einmischung in innere Angelegenheiten.

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