Vorwurf: Venezuela und Bolivien transportieren Kokain mit Militärmaschinen nach Europa

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Oberst German Romulo Cardona Alvarez lebt in Spanien im Exil (Foto: Screenshot YouTube)
Datum: 22. Mai 2015
Uhrzeit: 14:37 Uhr
Leserecho: 8 Kommentare
Autor: Redaktion
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Der aus Bolivien stammende Oberst German Romulo Cardona Alvarez ist aus seinem Heimatland geflüchtet und lebt heute in Spanien im Exil. Er wartet darauf, dass ihm Madrid Zuflucht gewährt und seinen Status als politischer Flüchtling/Verfolgter anerkennt. Der ehemalige juristische Berater der 8. Division des bolivianischen Militärs erhebt schwere Anschuldigungen gegen die Regierung von Präsident Evo Morales und hat seine Aussagen in einem 34-seitigen Dokument zusammengefasst und unterzeichnet. Vor wenigen Tagen hatte das brasilianische Politikmagazin „Veja“ darüber berichtet, dass Kokain aus Bolivien mit offiziellen Flugzeugen der bolivianischen und der venezolanischen Regierung nach Spanien gebracht werde. Das Magazin hatte sich bei seiner Behauptung auf Informationen von Cardona berufen.

„Veja“ ist für seine Recherchen bekannt, deckte im vergangenen Jahr den Korruptionsskandal rund um die Regierung von Dilma Rousseff und den staatlichen Erdölkonzern Petrobras auf und lässt auch bei „Swissleaks“ nicht locker. Vertrauliche Dokumente belegten, wie die Schweizer Tochter der Großbank HSBC mit Steuerhinterziehern und anderen Kriminellen Geschäfte machte. In einem Interview mit der spanischen Tageszeitung „ABC“ erkärte der geflüchtete Oberst, wie das „Cártel de las Estrellas“ funktioniert und welche Rollen dabei Boliviens Präsident und der venezolanische Parlamentspräsident Diosdado Cabello spielen.

Laut Cardona arbeitet in Bolivien das Kartell der Sterne, ein Ableger der von Cabello geleiteten venezolanischen „Grupo de los Soles“. „Das Kartell der Sterne ist eine Drogenhandel-Organisation, die im Departement Santa Cruz operiert und von Angehörigen der Streitkräfte und der nationalen Polizei von Bolivien gesteuert wird. Nach meinen Informationen wird die Organisation von Präsidialminister Juan Ramón Quintana geleitet. Von heimlichen/versteckten Flughäfen an der Grenze zu Brasilien wird Kokain exportiert“, so der Oberst in spanischen Medien.

Dies geschehe nach seinen Worten in Absprache mit venezolanischen und kubanischen Militärs, die in Venezuela stationiert sind. „Sie nutzen dabei auch militärische Hercules Flugzeuge, beladen sie mit Kokain und schicken sie über Venezuela nach Europa“. Auf die Frage, ob Boliviens Präsident Morales in den Drogenschmuggel verwickelt sein, teilte Cardona mit: „Sie können ihn nicht direkt beschuldigen. Allerdings wissen alle Führer der Kokabauern über alles was in Chapare (Departamento Cochabamba) passiert Bescheid – sowohl in den Bereichen Anbau und Produktion von Kokain“.

Seit den 1980er Jahren haben sich im Chapare zunehmend indigene Minenarbeiter (Mineros) und Kleinbauern (Campesinos) angesiedelt, die im Hochland (Altiplano) keine Lebensgrundlage mehr sahen. Seit dieser Zeit hatte sich der Chapare zu einem Zentrum des Anbaus von Koka entwickelt. Durch staatliche Programme gegen den Kokaanbau ist es in den darauffolgenden Jahrzehnten immer wieder zu gewaltsamen Konfrontationen zwischen der Staatsgewalt und den Kokabauern gekommen. Evo Morales, Anführer der bolivianischen Kokapflanzer-Bewegung und inzwischen amtierender Präsident Boliviens, ist der Sohn eines jener Bauern, die aus dem Hochland um Oruro in den Chapare auswanderten, um sich unter anderem durch den Anbau von Koka eine Lebensgrundlage zu schaffen.

Chapare will von mehrere Mitgliedern der Gemeinschaft der Kokabauern darüber informiert worden sein, dass staatliche Sicherheitskräfte in den Rauschgiftschmuggel involviert sind. Er spricht von einer „sehr großes kriminellen Vereinigung“ und Kokain-Fabriken in indigenen Gebieten wie Qaqachaka. Kokain-Ladungen sollen auch aus Peru nach Bolivien gelangen und über den Internationalen Flughafen von Chimoré nach Venezuela exportiert werden. Von dort geht die Ladung in andere Länder wie Russland, Iran oder Libyen … und endet in den Vereinigten Staaten, Mexiko und Europa.

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  1. 1
    Martin Bauer

    Genau das habe ich schon vor Jahren beschrieben, wenn auch nur grob, da mir kaum Details bekannt waren. Und fast immer kamen empörte Kommentare von links-orientierten Deutschen als Reaktion, die Evo Morales und seine Politik in den Himmel lobten, die den Koka-Anbau als altes Kulturgut zur Herstellung harmloser Kekse abtun wollten. Jetzt, da praktisch täglich neue Fakten veröffentlicht werden, die zunehmend ein geschlossenen Gesamtbild formen, dessen Natur uns, die wir mit offenen Augen in Venezuela leben, schon lange bekannt war, in einigen Dingen sogar ein Ausmass an konsequenter und dreister Kriminalität zeigen, das selbst meine Phantasie noch übersteigt, müssen sich alle, die positiv über den „Sozialismus“ in Lateinamerika reden oder schreiben, allen voran die Undemokraten der LINKE, fragen lassen: Auf welcher Seite von Recht, Gesetz und Menschlichkeit steht ihr denn nun? Seid ihr Komplizen von Massenmördern, Drogenhändlern, Geldwäschern, Folterern, Milliardendieben? Oder einfach nur ahnungslose, blinde, taube, hirnlose Sympathisanten? Oder hab ich da eine dritte Möglichkeit übersehen?

    • 1.1
      Groebben

      Ja, Sie haben eine 3. Moeglichkeit uebersehen: Naemlich das das absoluter Bloesinn ist. diese Nachricht war natuerlich auch vor einiege Wochen schon in der bolivianischen Presse, allerdings sind die Aussagen so haltlos das man nur darueber laecheln kann. Was im Artikel nicht geschrieben wurde ist das er auch gesagt hat dass Venezuela und Bolivien PODEMOS in Spanien aufzubauen nur mit dem Ziel die Drogen noch leichter nach Europa zu bekommen. Wirklich, wenn Sie das glauben dann glauben Sie auch dass 9/11 von der CIA gesteuert war. ;)
      Ich weiss das jetzt wieder ein Shitstorm auf mich einbrechen wird und ich wieder als linksradikaler oder aehnliches angesprochen werde, aber das ist ihre Sache.
      Ich glaube auch dass es viele Regierungsangehoerige in ALLEN Lateinamerikanischen Laendern gibt die im Drogengeschaeft taetig sind (schliesslich leben wir in Entwicklungslaendern mit schwachen Justizen) aber Sie machen es sich aenlich einfach mit den Linksregierungen wie viele linke mit Rechtsregierungen. Im Grunde sehe ich zwischen Ihnen und Linksradikalen keinen grossen Unterschied…. Objektivitaet ist hin und wieder mal angesagt

      • 1.1.1
        Martin Bauer

        Was nicht-linke Regierungen machen oder nicht, steht hier doch gar nicht zur Debatte. Oberst Alvarez hat nur Dinge ausgesagt, die für jeden seit Jahren offensichtlich waren und sind. Wer etwas anderes behauptet, auf den trifft eine der in meinem obigen Kommentar genannten zwei Möglichkeiten zu. Eine dritte gibt es nicht.

        Und die Protagonisten der LINKE werden so lange die Wahrheit ins Gegenteil zu verdrehen versuchen, bis sie selber Gefahr laufen, für die Verbreitung zynischer, menschenverachtender Lügen juristisch zur Verantwortung gezogen zu werden. Warum das nicht schon längst geschehen ist, mag sich jeder selber zusammen reimen. An den juristischen Fähigkeiten des kleinen Gysi kann es nicht liegen.

      • 1.1.2
        Caramba

        Über Bolivien kann ich nicht urtelen, mangels Info aus erster Hand.
        Die Anschuldigungen in Venezuela sind allerdings kein Blödsinn, das kann ich Ihnen versichern.
        Ich hatte nie die Ehre mit Herrn Cabello persönlich, aber ich habe doch genug gesehen, um Ihnen bestätigen zu können, dass Militär und Polizei in Vzla massiv im Drogenhandel tätig sind.
        Besser – die SIND der Drogenhandel in Vzla…….

  2. 2
    Der Bettler

    Ich würde erst mal abwarten,was die mittlerweile massiven Anschuldigungen für Ergebnisse bringen.
    Daß in Venezuela seit Jahren Capello mit dem Militäroberen und der FARC Drogengeschäfte im großen Stil betreibt,ist allgemein bekannt .Außerdem traut sich der Feigling schon geraume Zeit nicht mehr außer Landes, Kuba ausgenommen,denn die agieren mittlerweile auch schon von Ven. aus.
    Also Herr von Groebben, Blödsinn schreiben schon Sie.

    • 2.1
      der Reisende

      Der Groebben schreibt nicht nur Blödsinn scheinbar hat er auch nicht viel in der Bir………!
      @ Groebben erst denken und dann schreiben.

  3. 3
    Bono

    Wie kann über eine Tonne Kokain in eine Air France Maschiene gelangen, wenn das Millitär nicht die Finger im Spiel hätte?

    • 3.1
      Caramba

      Natürlich müssen die Guardia, der Zoll und damit das Militär bei sowas die Finger drin haben, zumindest alle Beteiligten, die da am Flughafen stationiert sind. Aber das ist ja quasi normal, das lief noch nie anders. Da muss es übrigens auch auf der Empfängerseite etliche höherrangige Beteiligte geben, also auch in Deutschland oder Holland oder Spanien etc. …..
      Das Besondere an Vzla derzeit – und offenbar auch Bolivien – ist doch, dass sowohl Militär als auch das Regime massiv, organisiert und mit staatlichen Mitteln und unter Einsatz der Staatsgewalt Drogen- und Waffenhandel im grossen Stil betreibt – unter anderem. Das wäre, als würde die Bundeswehr Drogentransporte durch Deutschland bewachen, die vom BKA durchgeführt werden……im Tausch für Waffen für, keine Ahnung, die Ukraine? …..
      Was denken Sie, wie die FARC sich für die Rückzugslager in Venezuela revanchiert? Und wie denken Sie, bezahlen die Generäle wohl für das Koks? Woher hat die FARC ihre Waffen? Fragen über Fragen…..
      Wenn Sie ein bisschen googeln, finden Sie die Antworten – bis hin zu Videos, in denen Ex-Generäle der Guardia die Reporter auf Schmuggeltouren mitnehmen und damit prahlen.
      Die Dimension in diesem Fall ist schon wirklich besonders – die haben sich einen ganzen Staat unter den Nagel gerissen.

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