Sozialistische Märchenstunde: „Kolumbien exportiert die Armut nach Venezuela“

maduro-pinocho

Datum: 05. Juni 2015
Uhrzeit: 17:29 Uhr
Ressorts: Leserberichte
Leserecho: 5 Kommentare
Autor: Vinicius Love, Caracas (Leser)
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In einer seiner wöchentlichen Propagandasendung „Kontakt mit Maduro“ hat Venezuelas Präsident wieder einmal seine „Fachkenntnisse“ zum Besten gegeben. Er versicherte allen Ernstes, dass 5,6 Millionen Kolumbianer das Land Richtung Venezuela verlassen haben. „Das ist eine humanitäre Notlage. Es gibt keinen anderen Ort auf der Welt, wo so viele Menschen ihr Land verlassen haben. Diese Einwanderer kommen nach Venezuela auf der Suche nach Bildung, Beschäftigung, Gesundheit und Wohnraum und alles was sie mitbringen, ist Not und Armut. In Venezuela erhalten sie eine helfende Hand“, so der regierende Ex-Busfahrer. Auf welche Quellen er seine Aussagen stützt, gab er nicht bekannt.

Laut José Guerra, Wirtschaftswissenschaftler und Professor an der „Universidad Central de Venezuela“, haben in den letzten Jahren 150.000 hochspezialisierte Arbeitskräfte Venezuela verlassen. „Für diesen Exodus sind hauptsächlich drei Gründe verantwortlich: Unsicherheit, die im Land herrschende tiefe politische Krise und der Zustand des permanenten Konflikts im Wirtschaftsfaktor. Weitere wichtige Rollen spielen die hohe Inflation, der Mangel an Arbeitsplätzen und die ständige Abwertung der Landeswährung. Junge Berufstätige und Unternehmer haben jede Hoffnung verloren“.

Nach Angaben von Douglas León Natera, Präsident der venezolanischen Vereinigung der Mediziner, haben 13.000 Ärzte aus öffentlichen Krankenhäusern und Privatkliniken das Land verlassen. „Dies ist eine ernste Situation. Zwei Schlüsselfaktoren sind für diese Tatsachen verantwortlich: ungenügende medizinische Versorgung und eine Welle der Unsicherheit, die die Angehörigen der Gesundheitsberufe betrifft. Sie stehlen unsere Ausrüstung, Fahrzeuge und sind gekommen, unsere Kolleginnen und Kollegen in der Notaufnahme zu töten..

Johana Medina, Sprecherin der im Exil lebenden venezolanischen Journalisten (Periodistas Venezolanos en el Exilio (PVE) betont, dass mehr als 20.000 Kommunikationsexperten Venezuela bereits verlassen haben. „Einschränkung der Pressefreiheit soll die freie Meinungsbildung verhindern und hat bereits zur Schließung zahlreicher Zeitungen geführt. Medien-Profis sind seit 15 Jahren in allen Bereichen permanenten Angriffen durch das Regime ausgesetzt“.

Olga Oropeza, im Exil lebende Venezolanerin und ehemaliges Mitglied der Regierungspartei PDVSA, kritisiert die Aussage Maduros. „Ich möchte Herrn Maduro daran erinnern, dass unsere kolumbianischen Brüder und Schwestern vor langer Zeit Venezuela als Auswanderungsland durchaus bevorzugten. Damals war Venezuela wohlhabend und offen für Alle. Nach der Amtsübernahme durch Chávez begann die Diaspora in die ganze Welt. Die schreckliche Situation, unter der das ganze venezolanische Volk leidet, zwingt die Menschen zur Flucht aus ihrem Heimatland“.

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Kommentarbereich

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  1. Was hat der Undokumentierte gegen seine Landsleute nur? Also das Problem stellt sich umgekehrt dar. Im Gegenteil ist die kolumbianische Regierung besorgt ,dass immer mehr Kolumbianer massenhaft zurückkehren,welche in den goldenen Jahren nach Venezuela auswanderten.Das sind tatsächlich Millionen gewesen und wenn diese schlagartig zurückkehren wäre das belastend für den kolumbianischen Arbeitsmarkt.Jeden Tag ist ein Anderer an der hausgemachten Misere schuld.Da ist jede Lüge willkommen.

  2. 2
    alexandro

    Herr Maduro, kehren Sie in Ihr Geburtsland zurück und die Lage in Venezuela wird sich umgehend bessern. Zumindest muss man Ihre dümmlichen Ergüsse nicht mehr anhören

  3. 3
    Der Bettler

    In meinem Umfeld von 1 km, kenne ich 5 Familien die 3 davon nach Kolumbien,und 2 nach Panama ausgewandert sind. Ist eher umgekehrt als das was dieser Hirnverbrannte uns vorlügt.

  4. 4
    Don Ewaldo

    Wenn wir begriffen haben,diese geistigen Tiefflieger nicht mehr mit nichtverdienten Titeln zu benennen,ist der erste Schritt getan.“ Wir stehen am Abgrund,aber,keine Sorge,morgen sind wir einen Schritt weiter“ .Früher wurden wir fürs Lügen zur Rechenschaft gezogen und bestraft .
    Es wird Zeit,zu begreifen,dass das Elend seinen Weg nahm,als ein kleiner,verrückter,machtgeiler Teniente mit einem einfach gestrickten Volk zu spielen begann,sich durch einen OSSI mit dem Auslaufmodel,Sozialismus des 21 Jahrhundert,belullen zu lassen;er hat sich leider durch Fidel aus dem Verkehr ziehen lassen,faktisch aus der Verantwortung gestohlen…. worden …!!
    „Kein “ Gott“ duldet einen zweiten Gott neben sich !!!

  5. 5
    Inge Alba

    Cucuteño, cucuteño, woher du so viele Informationen beziehst, ansonsten bist du ja nicht so ein freak von Statistiken, die werden doch bei dir eigentlich immer schön unter Verschluss gehalten, nicht einmal gelesen, weil das Lesen anstrengend ist und man einen gewissen Verstand dazu benötigt. Ich unterstelle dem Busfahrer nicht dass er blöd ist, nein, er hat eine gewisse Bauernschläue und kriminelle Energien mehr als jedem Lieb sein kann, aber er unterschätzt doch einen Teil der Venezolaner, nicht alle lassen sich mit Vogelgezwitscher einlullen, nicht jeder fällt noch weiterhin auf seine Masche rein. Wer´s glaubt wird seelig, 5,6 Mio´s. Kolumbianer auf den Weg nach Vzla., dies wünscht er sich vielleicht um nicht ganz alleine in einem fremden Land dem Untergang entgegen sehen zu müssen. Ist doch klar, der Erste der zum Strick geführt wird ist immer der „böse“ Ausländer, die anderen Eiferer, zum Teil noch schlimmer als das Oberkamel, werden schon eine Lücke finden und ungeschoren davon kommen, der Grossteil zumindest, ist immer so.

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