Territorialstreit zwischen Venezuela und Guyana: Fluggesellschaft „Conviasa“ Landeerlaubnis entzogen

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Venezolanische Fluggesellschaft Conviasa (Foto: Conviasa
Datum: 08. Juni 2015
Uhrzeit: 11:26 Uhr
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Redaktion
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Als Kolonialerbe hat das an Brasilien, Venezuela und Suriname grenzende südamerikanische Land Guyana auch die Grenzkonflikte mit den Nachbarstaaten übernommen. Venezuela, Nachbar im Westen, beansprucht das gesamte Gebiet westlich des Essequibo (knapp 160.000 Quadratkilometer). Ein im Jahre 1899 von einer internationalen Vermittlungskommission gefällter Schiedsspruch, der damals von Venezuela angenommen wurde, bestimmte die heutigen Grenzen. In den 1960er Jahren wurden Informationen bekannt, die nach Ansicht von Venezuela die Voreingenommenheit der damaligen Vermittlungskommission bewiesen, woraufhin Venezuela seither seine Ansprüche auf die Grenzziehung entlang des Essequibo erneuerte. Im Jahr 1966 führte die venezolanische Besetzung von Ankoko Island zu einer Verschärfung der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Sollte dem venezolanischen Anspruch stattgegeben werden, würde mehr als die Hälfte des guyanischen Territoriums an Venezuela fallen. In den letzten Wochen hatte sich der Konflikt verschärft, nachdem das US-Energieunternehmen Exxon Mobil einen großen Ölfund in der Region bestätigte. Kurz darauf forderte Venezuelas Außenministerin Delcy Rodríguez Exxon dazu auf, Aktivitäten in der von Caracas beanspruchten Esequibo-Region einzustellen.

In einer Zeit der erhöhten diplomatischen Spannung zwischen den beiden Ländern haben die guyanischen Behörden am Samstag (6.) der venezolanischen Fluggesellschaft Conviasa die Landeerlaubnis auf ihren Flughäfen entzogen. Dutzende Passagiere, die nach Caracas reisen wollen, sind gestrandet und warten auf eine Alternative, um das Land verlassen zu können. Roraima Airways, die Bodenabfertigungsdienste für Conviasa in Georgetown durchführt, bestätigte das „plötzliche“ Landeverbot für Conviasa. Lokale Medien berichten, dass der Außenminister von Guyana, Carl Greenidge, eine Neuzeichnung der Seegrenzen fordert und die Esequibo-Region als guyanisches Territorium bezeichnet.

Laut einem Konsortium von Exxon Mobil (Exxon Mobil 45%, Hess Guyana Exploration 30 % und Nexen Petróleo Guyana 25 %) liegen im Stabroek-Block gewaltige Ölreserven, die Bohrungen im Rahmen des 300 Millionen US-Dollar schweren Projektes werden rund 60 Tage dauern. Der Bereich der Explorations-Bohrungen liegt etwa 190 Kilometer vor der Küste von Guyana, ist Teil des Beckens zwischen Guyana und Suriname und wird von United States Geological Survey (USGS), dem wichtigsten Institut der Vereinigten Staaten für die amtliche Kartografie, als die zweitgrößte Region der Welt mit unerforschten Ölreserven bezeichnet.

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  1. 1
    Inge Alba

    Diese Ölreserven würde Nicolás der cucuteño gerne an die Chinesen oder Russen gegen Bares abtreten, wetten dass? Deshlab schickt er seine Ausenministerin Delcy „Duck“ auf Kriegspfad, nur dumm, dass jeder über diese Micky Mouse lacht. Aber ganz gut so, US Interessen in Gefahr, da übderdenkt Mr. Obama auch mal seine Position, ob , oder ob nicht ein Eingreifen mal man der Zeit wäre.

  2. 2
    Tobias B.

    Traurig, dass dieser kolumbianische Wanderarbeiter eine ganze Region in Verruf bringt.

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