Brasilien – Venezuela: Gigantischer Geldwäsche-Skandal aufgedeckt

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Fast eine Milliarde US-Dollar "gewaschen" (Foto: Archiv)
Datum: 12. Juni 2015
Uhrzeit: 13:42 Uhr
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Bei einem Großeinsatz der brasilianischen Bundespolizei (Polícia Federal) ist am Donnerstag (11.) eine Gruppe von mutmaßlichen Geldwäschern festgenommen worden. Die elf Tatverdächtigen, darunter der Ex-Vizepräsident der Banco do Brasil und derzeitiger kaufmännischer Geschäftsführer der Banco Banif in São Paulo, Allan Simões Toledo und der frühere WM-Sekretär der WM-Stadt Curitiba, Luiz de Carvalho. Nach Angaben der Bundespolizei soll die Gruppe in den letzten drei Jahren rund drei Milliarden Reais (970 Millionen US-Dollar) „umgeleitet“ haben. Während der Operation „Operação Porto Victoria“ wurden über 300.000 US-Dollar Bargeld in verschiedenen Währungen (Dollar, Euro, Real) beschlagnahmt, sowie Diamanten und Goldbarren. Mehrere Konten, die von der Gruppe für Transaktionen im Ausland verwendet wurden, wurden blockiert. Bereits im Jahr 2014 wurden erste Untersuchungen gegen die Organisation eingeleitet, Auslöser waren Recherchen der US-Finanzbehörde.

Demnach haben die Festgenommenen in den vergangenen neun Monaten ein formales System für Terminkontrakte (Exporte und Importe) verwendet, die meistens frei erfunden waren. Mit der Hilfe von verschiedenen „geschmierten“ Bankangestellten wurden fiktive Geschäfte mit mehr als 30 frei erfundenen Unternehmen getätigt. Dabei spielte den Betrügern die politische und wirtschaftliche Krise im Nachbarland Venezuela in die Karten. Mehrere Offshore-Konten wurden eröffnet, venezolanischen „Kunden“ wurden um bis zu 5.000 Prozent überteuerte Importe brasilianischer Firmen verkauft. Dadurch wurden illegal Devisen aus Venezuela abgezogen, interne Kontrolle aller daran beteiligten Finanzinstitute hatten versagt.

Laut ersten Analysen der brasilianischen Behörden waren an den illegalen Geschäften fünf Maklerfirmen und Finanzinstitute beteiligt. Die Gruppe war demnach auf illegale Geschäfte mit venezolanischen Kunden spezialisiert und zog eine große Menge von Devisen für fiktive Importe ab. Darlehen wurden simuliert, um die Einfuhren zu rechtfertigen. Die gezahlten Gelder wurden im Anschluss hauptsächlich nach Hong Kong und auf andere Konten auf der ganzen Welt weitergeleitet.

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