Venezuela: Chavistas greifen Senatsausschuss aus Brasilien an – Update

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Regierungsmob bedrängt Bus (Foto: Twitterliliantintori)
Datum: 18. Juni 2015
Uhrzeit: 23:03 Uhr
Leserecho: 18 Kommentare
Autor: Redaktion
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Eine brasilianische Delegation von Senatoren ist am Donnerstag (18.) in Venezuela eingetroffen und wurde sofort mit Widrigkeiten konfrontiert. Die Abgeordneten (Aécio Neves, Ronaldo Caiado, Aloysio Nunes, Cassio Cunha Lima (PSDB-PB), José Agripino (DEM-RN), Ricardo Ferraço (PMDB-ES), José Medeiros (PPS-MT) und Sérgio Petecão (PSD-AC) konnten die inhaftierten Oppostionspolitiker Daniel Ceballos und Leopoldo López nicht im Gefängnis besuchen, ihr Bus wurde bereits einen Kilometer vom Flughafen entfernt angehalten und bedrängt. Im brasilianischen TV waren Bilder zu sehen, wie eine Gruppe von etwa 50 Demonstranten brüllend auf den Bus einschlug. Umherstehende Polizeibeamte waren unbeeindruckt und griffen nicht ein. Konfrontiert mit den Feindseligkeiten kehrte der Bus zum Flughafen zurück. Aécio Neves da Cunha, Präsident der Partei „Partido da Social Democracia Brasileira“ (PSDB), sprach in einem Interview von einer offenen Aggression gegenüber Vertretern der brasilianischen Opposition.

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„Wir können den Flughafen nicht verlassen. Sie belagern unsern Bus, schlagen um sich und bedrohen uns. Ich versuche den Senenatspräsidenten Renan Calheiros zu erreichen und ihn über die unglaublichen Vorfälle hier in Caracas zu unterrichten“, twitterte Senator Ronaldo Caiado (DEM-GO). Brasilianische Medien gehen davon aus, dass die Delegation in den nächsten Stunden wieder nach Brasilien zurück fliegt. „In weniger als drei Stunden wurde den brasilianischen Senatoren lebhaft vor Augen geführt, wie das Leben in der Diktatur von Venezuela funktioniert“, twitterte die ehemalige Kongressabgeordnete María Corina Machado. Nach ihren Worten hat das venezolanische Regime noch zusätzlich und kurzfristig eine Sperrung der Autobahn „wegen Wartungsarbeiten“ angeordnet.

Update 19. Juni

Die brasilianische Delegation ist in ihr Heimatland zurückgekehrt. Die Regierung von Präsidentin Dilma Rousseff bedauert die Vorfälle und bezeichnet die Blockade und den Angriff auf die Autokolonne als „inakzeptable feindliche Handlungen“. Auf diplomatischem Weg wurde Caracas um eine Erklärung gebeten. „Wir bedauern die Vorfälle, die den Besuch des Senatsausschusses für Auswärtige Angelegenheiten in Caracas verhindert haben. Dies sind inakzeptable Handlungen von feindlichen Demonstranten gegenüber brasilianischen Parlamentariern“, lautete die offizielle Note des brasilianischen Außenministeriums.

„Was heute passiert ist hat unsere schlimmsten Erwartungen übertroffen. Eine offizielle Mission des brasilianischen Senats wurde angegriffen und die brasilianische Regierung tat nichts, um uns zu verteidigen. Aus politischer Sicht erfüllten wir unsere Mission. Der Welt wurde die autoritäre und undemokratische Eskalation der venezolanischen Regierung vor Augen geführt“ protestierte Aécio Neves da Cunha. Das brasilianische Außenministerium hat am Freitag die venezolanische Botschafterin María Lourdes Urbaneja einberufen.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    der Reisende

    Herzlich willkommen im sozialistischen Paradies.

  2. 2
    paulo

    wie kann man nur so gottverflucht schlecht sein , demokratie vorheucheln und dem land die treue schwören…… das geht doch gar nicht sein denn, demokratie respektiert die menschenrechte !

    davon ist bei den demokraten der rohemden nichts aber auch gar nichts vorhanden!

    schade……………………. schade…

  3. 3
    Malte

    Meine lieben Senatoren. Ihr habt doch nicht im Ernst gedacht, dass diese sozialistischen Halbaffen wissen, was Diplomatenstatus bedeutet!

    • 3.1
      gringo

      Bitte keine Beleidigungen für die Tiergruppe Halbaffen,
      Loris, Kattas, Indris, Pottos und Galagos haben ein soziales Gefüge,
      die Sozialisten nicht.

      • 3.1.1
        Inge Alba

        Sorry, aber es muss heissen : „diese Sozialisten nicht“
        Denn ein Sozi ist an und für sich nicht´s schlechtes, wenn er Mitte, mitte links ist geht dies schon ok.

  4. 4
    Herbert Merkelbach

    Die Begeisterung, mit der die Clacqueure der venezolanischen Regierung die Delegation aus Brasilien empfangen hat, sie ist auch Wasser auf die Mühlen der brasilianischen Opposition um Dilma das OLeben noch schwerer zu machen. Sie muss sich sowieso innerhalb der nächsten 30 Tage zu den Korruptionsvorwürfen äußern, es könnte ihr ein „impeachment – Amtsenthebungsverfahren“ drohen.

  5. 5
    Gast

    Was habt Ihr erwartet?
    Wenn erst die Kommision aus der EU eintrudelt wird es noch schöner??
    An einen friedlichen Dialog glaube ich schon lange nicht mehr,den dieses Gesindel versteht
    nur eine Sprache.Klar das keiner von den Fleisch-Töpfen weg will aber mit 25% sieht es nicht
    rosig aus.

  6. 6
    Frans

    Unglaublich, es ist keineswegs der Mob, es sind Anordnungen der Regierung. Das ist ja schlimmer als in der früheren DDR. Busfahrer kennen sich aus, wenn es um Besucher geht, die etwas gegen das Regime wollen.

    • 6.1
      gringo

      Natürlich

  7. 7
    Soledad

    Ich freue mich schon auf Samstag. Dann werden Chavistas wieder über die Grenze nach Cucuta kommen und Lebensmittel einkaufen, die es in Venezuela nicht gibt. Jedes Rothemd, das bei mir im Laden auftaucht, lasse ich rauswerfen. Und wenn sie dies nicht verstehen, halte ich ihnen meine doppelläufige Lissi unter die Nase.

    • 7.1
      Martin Bauer

      Bravo! Das ist die einzige richtige Art, dieses Pack zu behandeln. In Venezuela habe ich schon vor 10 Jahren meinen Bekannten und Freunden gesagt, dass man Rothemden überall rauswerfen soll, wo sie auftauchen. Aus Lokalen, Geschäften, Edificios, Country Clubs…. Und ausspucken, wo immer man einem auf der Strasse begegnet! Vor allem, wenn sie Ehefrau und Kinder dabei haben. Das schmerzt besonders, wenn Ehemann und Papi als geächteter Waschlappen und Feind des Volkes vorgeführt wird.

      Hätten das genügend Venezolaner von Anfang an gemacht, würde die PSUV-Bande heute nicht so fest im Sattel sitzen.

      • 7.1.1
        gringo

        Kann ich nur beipflichten!

    • 7.2
      der Sachse

      Ja, bravo – nur so!!!

    • 7.3
      A.B.

      Hoffentlich verstehen diese Chavistas das nicht. Ihre Lissi soll doch zu ihrem Einsatz kommen. Nicht wahr. Gut das Leute wie Sie nur zu Waffen kommen die sie mit den Händen bedienen können. Sie haben keinen Zugang zu RICHTIGEN Waffen. Die Tastatur dürfen Sie weiterhin bedienen, versprochen!

      • 7.3.1
        Soledad

        Darf ich raten? Sie sitzen in ihrem Sessel in irgendeinem neuen Bundesland? Keine Ahnung von der Realität in Venezuela. Ziehen Sie sich weiterhin in Ihre Mülltonne zurück und verschonen Sie mich mit Ihrem Unwissen!!

  8. 8
    manfred

    Scheinbar kennen viele Venezulaner Neves Intentionen besser alls die Brasilianer selbst. Dilma gewann nur knapp die Wahlen gegen den Herausforderer Neves. Neves soll ja so ein Typ Jelzin sein um den Ausverkauf Brasiliens zu beschleunigen. Mit Neves an der Spitze würde das „B“ aus den BRICS verschwinden. Ob das gut wäre aus diesem Block auszuscheiden wo gerade die letzten 10-15 Jahre die Wirtschaftsbeziehungen zu diesen Länder enorm ausgebaut wurden??? Bestimmt nicht.

    • 8.1
      Martin Bauer

      Das ist blanke Diffamierung ohne sachlichen Hintergrund. Neves ist Sozial Demokrat. Aber auch das ist manchen schon viel zu weit Rechts. Da wirft man halt mit Dreck, wenn man selber nichts anderes hat und zustande kriegt.

    • 8.2
      Herbert Merkelbach

      Die brasilianische Politik ist nicht mit der in Europa zu vergleichen. Man sollte in Bezug auf Aussagen zu gewissen Persönlichkeiten sehr vorsichtig sein. Brasilianische Politiker wechseln auch während der Legislaturperiode die Partei oder gründen eine neue. Für europäische Maßstäbe nicht zu begreifen.
      Was Neves betrifft: er war ein erfolgreicher Gouverneur des brasilianischen Bundesstaates Minas Gerais und ihm einen Ausverkauf Brasiliens zuzuschreiben? Jedenfalls habe ich bis jetzt nichts über Korruptionsvorwürfe gegen ihn gelesen. Eines Besseren belehren lasse ich mich immer. Da bin ich mir bezüglich Dilma nicht so ganz sicher.

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