UN-Tag der indigenen Völker: Neue Kommunikations-Technologie gibt Indigenen eine Stimme

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Wir werden in der Lage sein, mit Menschen, die sehr weit weg leben, zu kommunizieren.“ Mariazinha Yanomami nimmt die allererste Botschaft für Tribal Voice auf (Foto: Survival International, 2015)
Datum: 07. August 2015
Uhrzeit: 12:24 Uhr
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Autor: Redaktion
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Im Vorfeld des Internationalen Tages der indigenen Völker der Vereinten Nationen am Sonntag, dem 9. August, hat Survival International ein einzigartiges Projekt gestartet. Die globale Bewegung für die Rechte indigener Völker hat einigen der weltweit am abgeschiedensten lebenden indigenen Gemeinden eine hochmoderne Kommunikationstechnologie zur Verfügung gestellt. Das Projekt namens „Tribal Voice“ ist das erste seiner Art und ermöglicht es indigenen Gemeinden, die über keinen Internet-Anschluss verfügen, Video-Botschaften zu verschicken, in denen sie über ihr Leben und ihren Kampf ums Überleben erzählen. Somit erreichen die Indigenen in Echtzeit ein weltweites Publikum. Bis jetzt nutzen die Guarani und die Yanomami in Brasilien das Projekt.

Mariazinha von der Yanomami-Gemeinde Rokoari erklärte im allerersten Tribal-Voice-Video: „Heute ist die Kommunikationsausrüstung angekommen und ich bin sehr glücklich. (…) Wenn wir illegale Goldgräber auf unserem Land antreffen oder wenn Außenseiter versuchen, uns zu töten, kann ich das jeden wissen lassen. (…) Wir werden in der Lage sein, mit Menschen, die sehr weit weg leben, zu kommunizieren.“ Die Yanomami sind das größte, in relativer Isolierung lebende, indigene Volk in Südamerika. Ihr Land und ihr Leben werden permanent von illegalen Goldgräbern bedroht, die ihre Wasserläufe verschmutzen und Krankheiten einschleppen, gegen die die Yanomami kaum resistent sind. Ein Anführer der Guarani äußerte gegenüber Survival: „Wir sagen schon seit Jahren, dass wir dazu in der Lage sein müssen, mit den Menschen in Brasilien und auf der ganzen Welt zu kommunizieren. Dieses Projekt ist genau das, worauf wir die ganze Zeit gewartet haben.“

Die im Südwesten Brasiliens lebenden Guarani haben den Großteil ihres Landes an Viehfarmen und Zuckerrohrplantagen verloren. Ihre Anführer stehen im Visier von Bewaffneten, die von den Ranchern angeheuert werden, um sie zu ermorden und die indigenen Gemeinden anzugreifen. Erst kürzlich legten Angreifer Feuer in einer Guarani-Gemeinde, nachdem die Indigenen Teile ihres angestammten Landes wieder besetzt hatten.

Das Projekt „Tribal Voice“ will indigenen Völkern gegenüber Regierungen und multinationalen Unternehmen, die versuchen, sie zum Schweigen zu bringen, eine Stimme geben. Die Indigenen können künftig mit der ganzen Welt ihre Ansichten über ihre Umwelt, Lebensformen und Visionen für ihre Zukunft teilen.

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