Lateinamerika: Warnung vor Risiken durch US-Geldpolitik

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Ohne US-Dollar geht in Lateinamerika nichts (Foto: Archiv, Grafik eulerhermes)
Datum: 13. August 2015
Uhrzeit: 15:03 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Die erwartete Anhebung der Leitzinsen durch die amerikanischen Zentralbank Federal Reserve (Fed) im weiteren Jahresverlauf 2015 wird nach Ansicht des weltweit führenden Kreditversicherers Euler Hermes ein „Fed-Beben“ auslösen mit massiven Auswirkungen vor allem für Schwellenländer. „Die Zinsanhebung selbst ist lediglich das Epizentrum, die Nachbeben werden vor allem andernorts zu spüren sein“, sagte Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Euler Hermes Gruppe. „Insbesondere Länder, die ein hohes Leistungsbilanzdefizit aufweisen und sich in finanzieller Schieflage befinden, sind gefährdet – vergleichbar mit den Erschütterungen im Jahr 1994, als schnelle Zinserhöhungen in den USA das globale Finanzsystem durchrüttelten: Peso-Krise in Mexiko, Abwertungen in Europa und Schockwellen bis nach Asien.“

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Im Mai 2013 löste die Ankündigung der Fed, Wertpapierkäufe möglicherweise einzustellen, bereits eine erhebliche Schockwelle in den Schwellenländern aus: „Innerhalb von drei Monaten brachen die indische Rupie um 20% ein und der südafrikanische Rand um 10%. Das ‚Quantitative Easing‘ ist mittlerweile beendet und noch in diesem Jahr könnte die drohende Anhebung der US-Zinsen, der ersten seit 2006, das monetäre Gleichgewicht wieder ins Wanken bringen. Das Angebot an Dollar hat abgenommen, und der Greenback hat sich verteuert. Innerhalb von zwei Jahren haben der brasilianische Real, die indonesische Rupiah und die türkische Lira etwa ein Drittel an Wert gegenüber dem US-Dollar verloren. Andere Währungen wie der Bolivar in Venezuela oder der russische Rubel sind sogar noch stärker eingebrochen.

Heute ist die Situation stabiler, da die meisten gefährdeten Länder ihre Währungsreserven verdoppelt, ein solideres Finanzsystem geschaffen und entsprechende Vorkehrungen getroffen haben.„Allerdings könnten sich Anleger von bestimmten Ländern abwenden, die aufgrund geringer Verschuldung, interessanter Unternehmen oder Infrastrukturprojekten noch vor Kurzem noch beliebte Anlageziele waren“, sagte Subran. „Mexiko, Brasilien, Indonesien oder Südafrika sind beispielsweise stark von ausländischem Kapital und insbesondere vom US-Dollar abhängig. Weitere Länder sind Argentinien, Ecuador, Venezuela, Türkei, Ukraine und Russland. Die Konjunkturindikatoren dieser Staaten deuten nach unten und sie verfügen möglicherweise nicht über die nötigen Mittel, um eine Kapitalflucht und die Abwertung ihrer Währung zu verhindern. Das Ausmaß der Auswirkungen des Fed-Bebens auf die Unternehmen bezüglich Credit Crunch oder Zahlungsausfällen dürfte von den seismologischen Fähigkeiten der jeweiligen Finanzchefs abhängen.“

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