Brasilien: Odebrecht-Gruppe sklavereiähnlicher Praktiken für schuldig befunden

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Marcelo Odebrecht sitzt im Gefängnis (Foto: Screenshot YouTube)
Datum: 02. September 2015
Uhrzeit: 16:52 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
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Ein brasilianisches Arbeitsgericht hat eine Odebrecht-Konzerneinheit sklavereiähnlicher Praktiken beim Bau einer Ethanol-Raffinerie in Angola für schuldig befunden. Am Dienstag (1.) verurteilte Richter Carlos Alberto Frigieri am Arbeitsgericht im Verwaltungsbezirk Araraquara (im Zentrum des Bundesstaates São Paulo) Odebrecht zu Entschädigungszahlungen in Höhe von 50 Millionen Reais (13 Millionen US-Dollar). Odebrecht gab in einer Erklärung per E-Mail bekannt, dass die Arbeiten an der Ethanol-Raffinerie in Angola von einem örtlichen Unternehmen durchgeführt wurden. Deshalb ist sich der Konzern keiner Schuld bewusst und will gegen das Urteil Berufung einlegen.

Im Zuge der „Operação Lava Jato“ (Waschmaschine) ist Marcelo Odebrecht am 19. Juni 2015 von der brasilianischen Bundespolizei „Policia Federal“ verhaftet worden. Ihm wird Korruption, Bestechung und Vernichtung von Beweismitteln vorgeworfen. Der Präsident des Baukonzerns „Construtora Norberto Odebrecht“ (CNO) soll ein Kartell zur Vergabe von Aufträgen des halbstaatlichen Ölkonzerns Petrobras angeführt haben. Odebrecht wird inzwischen von der Staatsanwaltschaft angeklagt wegen des Verdachts auf Wirtschaftskriminalität, Beamtenbestechung, Geldwäsche und Preisabsprache.

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  1. 1
    Harald Ort

    Sklaverei-ähnliche Verhältnisse in Angola?

    Muss man sich denn so weit entfernt von Brasilien umschauen, was in manchen brasilianischen Unternehmen für Arbeitsverhältnisse – speziell im Zuckersektor – an den Tag gelegt werden?

    https://www.youtube.com/watch?v=Ua0OVL6uWuU

    In Brasilien engagiert sich seit 1975 die Commissao Pastoral da Terra, um sich für menschenwürdige Arbeits- und Lebensverhältnisse auf dem Land einzusetzen. Hierfür wurden Sie mit dem Right Livelihood Award 1991 bereits ausgezeichnet. CPT ist eine Organisation der katholischen Kirche, die sehr eng auch mit der Evangelisch Lutheranischen Kirche zusammenarbeitet.

    Näheres unter: http://www.rightlivelihood.org/cpt.html

    „…for their dedicated campaigning for social justice and the observance of human rights for small farmers and the landless in Brazil.“

    „Founded in 1975 to address the problems of unjust land distribution and violence in the countryside in Brazil, CPT’s specific objectives are to interlink, advise and support all those involved in the service of landless workers and peasants to organise themselves and exercise basic rights such as those to land, freedom, justice; to contribute to the building of a real democracy through genuine land reform, respecting the environment.“

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