Meine Rückkehr nach Haiti

Spam

Datum: 24. April 2010
Uhrzeit: 07:33 Uhr
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Autor: Redaktion
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Bald wird die Regenzeit vorbei sein, und auch ich werde Haiti, das sich die Karibikinsel Hispaniola mit der Dominikanischen Republik teilt, wieder sehen.Ich werde darüber bei latina press berichten. Wie es sich wohl verändert hat? Unten an der Küste werden die Fischer ihre Netze wieder und immer noch zum Trocknen an die Sonne hängen, in langen Reihen. Bald werde ich sie auch wieder sehen, falls ich den Mut habe und mich entschließe, zu meinen 60 Meter langen Ruinen zurückzukehren. Übernachten kann ich ja nicht mehr dort, muss wohl ins Lambi gehen, das Pfahlbauhotel, wenn es noch existiert. Oder in das kleine Zelt, das man mir geschenkt hat, und das ich für den Notfall mit nehmen werde.

Netze sind Spinnenware, Werke menschlicher Spinnen. Spinnen und Spinner. Die Fäden sind hochverwundbar. In den Netzen der Fischer bleiben jetzt sogar Tote hängen, in denen der Webspinnen die Spams, die SOLLTEN wenigstens hängen bleiben. Doch die Maschen sind oft nicht eng genug für die Spams. Auch Viren, Trojaner und andere Schädlinge schlüpfen durch und dringen in Computer und Systeme, und in den Kopf. Sie sind schlimmer als Termiten, sie höhlen alles aus bis zum Zusammenstürzen, wie Zombies. Sie bringen nicht nur Verdummung und Dekadenz, sie sind auch gefährliche Waffen. Waffen im Krieg der Bits.

Für die chinesische Regierung sollen ganze Heere hacken. Die Aufdeckung des chinesischen Spionagenetzwerks „Ghostnet“ im März zeigt, dass Cyber-Krieg tobt zwischen den Großmächten, unerbittlich. Ghostnet soll schon tausende von Computern kontrollieren, darunter auch Rechner der USA und deutscher Botschaften. Die USA, Südkorea, Russland und andere Staaten führen angeblich Kommandozentralen für den Kampf in digitalen Netzen, die Netze der westlichen Welt sind hochverwundbar. Täglich werden tausend Hacker-Attacken auf militärische Netzwerke aufgedeckt und abgewehrt. In sechs Monaten haben die USA mehr als 100 Millionen Dollar für die Abwehr ausgegeben.

Die Kommandozentralen wollen auch Netze entfesseln, in denen Terroristen hängen bleiben, manchmal auch echte, Anti-Terror- und Cyberwaffen ausdengeln. Damit kann man gezielt in Router eindringen und diese kontrollieren. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach sich bereits Anfang des Jahres dafür aus, Cyberwaffen als gefährliche Massenvernichtungswaffen einzustufen. Sie wurden ein Albtraum für die Menschheit.

Im Cyberkrieg können die wichtigen Internetknoten mittels gezielter Attacken ausgeschaltet werden. Ein schlagkräftiges Team von dreißig Hackern soll ausreichen, „die USA in die ( IT- ) Steinzeit“ zurückzuversetzen. Ein Fall wurde bekannt, in dem ein Windows-Rechner eines deutschen Kernkraftwerks zwecks Software-Update an das Internet angebunden worden sei. Terroristen warten nur auf solche Gelegenheiten, durch offene Türen und Tore einzusteigen. Hacker knacken Waffenprojekte, sorgen für Chaos an den Finanzmärkten, Stromausfälle, Zusammenbruch des Flugverkehrs. Muslime verherrlichen ihren Terror im Internet. Das Wettrüsten im Netz hat längst begonnen.

Wie wenn nicht schon menschliches Versagen zu genügend unabsichtlichen Fehlleistungen der Computer führen würde, werden auch künstlich Störmanöver und absichtliche Fehlleistungen erzeugt. Dabei gibt es natürlich auch viel zu schmunzeln, und das ist ein Vorteil: der Cyberkrieg sorgt für Unterhaltung. „Der Spamfilter unseres amerikanischen Mutterkonzerns hat mal hartnäckig die Stadt Ludwigslust geblockt“.

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Die exklusive Haiti-Kolumne im latina press Nachrichtenportal von Otto ‚Swissfot‘ Hegnauer. Der ehemalige Lehrer lebt seit mehreren Jahrzehnten auf Haiti und berichtet exklusiv von seinem täglichen Leben auf der Insel Hispaniola.

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