HIV, H1N2, TBC & Co

Datum: 28. Oktober 2009
Uhrzeit: 11:12 Uhr
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Autor: Otto Hegnauer
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hiv-virus-big„NAlAbk“ = „Nichts Als Abkürzungen“, „Aküfi“ = „Abkürzungsfimmel“. Dabei ist doch „Schweinegrippe“ viel farbiger als „H1N1“ oder „H1N2“, aber Abkürzungen sind eben moderner, tönen wissenschaftlicher und schaden dem Fleischpreis weniger.

Und wenn wir schon bei den Abkürzungen sind, die „PANCAP“ ( Pan Caribbean Partnership against HIV/AIDS ) ist ein Projekt der karibischen Gemeinschaft (CARICOM) und tagt heute zur Hauptversammlung in Grenada. Ihr Wirkungsgebiet, die Karibik, weist nach Afrika mit 2-7 Prozent die weltweit zweithöchste HIV-Infektionsrate auf. Mehr als die Hälfte der Angesteckten sind jünger als 25 jährig.

Doch die PANCAP teilt mit, dass in der Karibik die Zahl der mit HIV/AIDS infizierten Menschen rückläufig sei. Der Rückgang der Neuinfektionen sei nach Aussagen der Behörden auf die massiven Aufklärungskampagnen zurückzuführen. Dennoch müsse noch mehr für die Prävention der Krankheit getan werden. Während 2007 noch 20.000 Neuinfektionen gemeldet wurden, waren es 2008 „nur“ noch deren 17.000. 230.000 Menschen leben in der Karibik und 22 Millionen in Afrika mit HIV und AIDS

US-Ex-Präsident Bill Clinton hat die Clinton-Stiftung gegründet und Verhandlungen mit zwei Pharmakonzernen abgeschlossen. Diese werden verbilligte HIV / AIDS- und Tuberkulose-Medikamente mit Einsparungen von etwa 400 Millionen Dollar in den nächsten fünf Jahren produzieren, im Vergleich zu den jetzigen Preisen.

US-Ex-Präsident Jimmy Carter hat die Jimmy Carter-Stiftung gegründet, mit deren Hilfe bis 2020 die Malaria auf Hispaniola vollständig ausgerottet werden soll. Sie ist das schwerwiegendste Gesundheitsproblem auf der Insel überhaupt; fünf Prozent der haitianischen Bevölkerung sind infiziert.

Mit Carter wetteifert die Panamerikanischen Gesundheitsorganisation ( PAHO ), auch sie hat ein Programm zur Ausrottung der Malaria auf Hispaniola vorgesehen. In den letzten fünf Jahren wurden 1500 Infektionen von Malaria bekannt. Die Art der Malaria, die hier vorkommt, sei eine der gefährlichsten, weil das Virus sehr schnell die roten Blutkörperchen zerstöre, so dass nur eine frühe Behandlung Todesfälle verhindere. Zudem entwickle sich eine zunehmende Resistenz der Erreger gegen Medikamente.

In diesen Tagen beginnt in den großen europäischen Staaten auch die Impfkampagne gegen Schweinegrippe. Die stiehlt HIV gegenwärtig die Show. Und die tägliche Lektüre der Presseberichte über die Impfquerelen bestätigt den Eindruck einer Show.

Da der europäische Impfstoff angeblich noch knapp sei, kommen vorläufig nur Insider in den Genuss einer Spritze, der amerikanische ist wegen Knappheit gar nicht erhältlich, und der schweizerische hat Entwicklungsstörungen und wird erst in etwa einem Monat feil sein. So lange kann man ja warten bis man infiziert wird, und die Hände waschen. Das ROI ( Return of Investment ) muss vorrangig gesichert sein.

Der Stich selbst ist heiß umstritten. Wie selbst Experten streiten und sich widersprechen, zeigt dass die lieber nur mit Wasser kochen. Sie hinterlassen mehr Fragen als Antworten. Welcher Impfstoff wird verwendet? Lassen Sie sich gegen die Schweinegrippe impfen? Stimmt die Kritik? Kann die Impfung für schwangere Frauen nicht gefährlich werden? Ist sie nicht eine Bedrohung des Immunsystems? Sind Patienten mit chronischen Lungenproblemen, Herz- und Kreislaufleiden und Asthmakranke stärker gefährdet? Wie gefährlich ist die Impfung für Kinder und für normale Durchschnittsbürger? Gibt es Impfstoff-Alternativen? Wie viel Spritzen sind für einen Impfschutz notwendig? Soll man sich auch wie bisher gegen die saisonale Grippe impfen? Kann ich meinem Arzt glauben, wenn doch jeder etwas anderes verkündet? „Die bisherigen weltweiten Daten sprechen dafür, dass die Ankunft der Schweinegrippe in dem jeweiligen Land höchstens ein bis zwei von zwei Millionen Menschen das Leben kostet“, was ist das schon ….

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Die exklusive Haiti-Kolumne im latina press Nachrichtenportal von Otto ‚Swissfot‘ Hegnauer. Der ehemalige Lehrer lebt seit mehreren Jahrzehnten auf Haiti und berichtet exklusiv von seinem täglichen Leben auf der Insel Hispaniola.

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