Schmutziges Blutgeschäft: Blut tragender Stuten aus Argentinien und Uruguay für Europas Ferkelindustrie

blut

Für die europäische Ferkelproduktion wird trächtigen Stuten über Wochen Blut abgenommen (Foto: Gov.Br)
Datum: 10. Oktober 2015
Uhrzeit: 14:48 Uhr
Leserecho: 15 Kommentare
Autor: Redaktion
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Für die europäische Ferkelproduktion wird trächtigen Stuten über Wochen Blut abgenommen. In ihrem Blut befindet sich das Hormon PMSG (Pregnant Mare Serum Gonadotropin). Ein Millionengeschäft, denn mit diesem Hormon lässt sich die Anzahl der Ferkelgeburten steigern und die Brunststunden genau planen. Effizienzsteigerung in einer Branche, die durch brutale Entsorgungspraktiken der Ferkelüberschüsse in der Kritik steht. Für die PMSG-Gewinnung werden in Uruguay und Argentinien Stuten systematisch bis zum Tod ausgebeutet und gequält. Der Tierschutzbund Zürich und die Animal Welfare Foundation (TSB|AWF) haben die Blutfarmen aufgesucht, mit den Verantwortlichen gesprochen und tausende Pferde gefunden, deren Körper von der Blutproduktion vernarbt und verwundet sind. Die Recherche der Organisation hat auch in mehreren Länder Lateinamerikas für Aufsehen gesorgt, das Fehlen von Rechtsvorschriften oder Rechtssteuerung hinsichtlich dieser Praxis wird kritisiert.

Der Tierschutzbund Zürich wurde vor über 100 Jahren gegründet. In seiner Geschichte steht er für kompromissloses Engagement für die Rechte der Tiere. 2010 hat der TSB entschlossen, sich international für Tierschutz zu organisieren. Mit eigenen Einsatzteams und einer internationalen Vernetzung setzt sich der TSB seither ein für die Verbesserung der Lebensbedingungen von „Nutz“tieren und sog. Straßentieren. Mit der Gründung der AWF (Animal Welfare Foundation) in Deutschland als Schwesterorganisation hat der Bund ein Standbein in der EU. Denn Tierschutz hört nicht an der Landesgrenze auf. Die AWF ist international ausgerichtet, verfolgt eigene Projekte im In- und Ausland und koordiniert internationale Einsätze.

Ausführliche Recherche der Animal Welfare Foundation

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  1. 1
    DonTomás

    Den Verantwortlichen sollte man die Körper auch mal aussaugen. Was eine Tortur erst für die Pferde und dann für die armen Schweine nur damit noch mehr Profit zu lasten der Tiere gemacht werden kann. Da kann man wirklich zum Vegetarier werden wenn man an das Leid der Tiere denkt.
    Das grade auch wenn man sich anschaut für welche niedrigen Preise Fleisch und Geflügel in z.B. deutschen Supermärkten teilweise gehandelt wird. Jeder der da kauft und sich freut für teilweise 3,- oder 4,- Euros das kg erworben zu haben ist auch mit Schuld an dem leiden der Tiere.

  2. 2
    Caramba

    Da haben Sie recht, das ist der einzige triftige Grund, Vegetarier zu werden, den ich akzeptieren kann. Und das Geschäft mit Fleisch stinkt an allen Ecken und Enden – Massentierhaltung ist definitiv grausam und falsch.
    Aber man muss nicht gleich Vegetarier werden, es gibt Fleisch vom Metzger meines Vertrauens von Kühen, die auf der Wiese fett geworden sind und ohne vorherigen Transport quer durch Europa zum Schlachten kommen. Allerdings nicht für 3 € /kg …..aber dann gibts halt weniger davon, und dafür Gutes.

  3. 3
    Ines Waridel

    Und wieso wird nicht die europäische Ferkelindustrie vom Tierschutz angeklagt ? Wenn die nicht in Lateinamerika das Blut der Stuten bestellen und kaufte, würden, wäre bald mal Ende mit dieser Tierquälerei .

    • 3.1
      DonTomás

      Erstens müsste man wohl jeden Betrieb einzeln anklagen und zweitens scheint die Rechtsgrundlage wohl generell zu schwammig. Man kann nicht einfach daherkommen und die „europäische Ferkelindustrie“ anklagen.

  4. 4
    Peter

    Ist mal wieder eine Horrormeldung die erstunken und erlogen ist. Ich selbst habe schon Blut von tragenden Stuten verkauft. Dabei wird nimmt man wärend der Trächtigkeit 5 mal mittels einer Kanüle aus der Halsschlagader Blut ab. Es gibt keine Narben kein nichts und die Stute benimmt sich nach der Blutentname genau wie vorher. Ist genau wie Blut spenden, was ich auch schon getan habe.
    Und zum Nachdenken, wo auf der Welt gibt es Hunger? Genau, da wo es keine Massentierhaltung und moderne Landwirtschaft gibt. Und ich kenne auch noch die Haltungsbedingungen für Tiere im bäuerlichen Kleinbetrieb, dagegen geht es den Tieren in der Massentierhaltung gut.

    • 4.1
      DonTomás

      (Ich denke mal das Sie sich genau wie alle anderen nur Leser kein eigenes Bild darüber verschaffen können wie ich auch über den tatsächlichen Zustand der Tiere. Da wird schon genügend dran sein an der Darstellung, wenn auch übertrieben. Aber wenn jemand mit der Schote kommt und erzählt das es bei Massentierhaltung ( in welcher Form auch immer) Tieren gut geht, so zeigt sich nur das derjenige entweder verblendet ist oder zu der ausbeuterischen Brut dieser Unternehmer und Anhang gehört. Ansonsten kann keiner mit klarem Verstand Massentierhaltung für gut halten. Die Massentierhaltung wirft in tierschutzrechtlicher, lebensmittelrechtlicher, ökonomischer und ökologischer Hinsicht viele Probleme auf. In den Ställen herrschen oft katastrophale Hygienebedingungen. Die Tiere leben teilweise auf ihren eigenen Kot. Außerdem ist das Immunsystem der Tiere durch die unnatürliche Aufzucht und den permanenten Stress bereits geschwächt. Außerdem ist der permanente Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung der größte Fluch überhaupt. Bereits 6,4 Millionen Deutsche tragen nach einer Studie des Tumorzentrums Aachens bereits Keime in sich, gegen die die üblichen Antibiotika resistent sind.

  5. 5
    Peter

    Da ist es wieder, nichts genaues weiß man nicht, aber da wird schon genügend dran sein. Ach ja, die resistenten Keime kommen aus der Humanmedizin, dort werden 2.8 mal mehr Antibiotika verbraucht wie in der Tiermedizin.
    Massentierhaltung von Rindern in gut belüfteten Laufställen, herkömmliche Haltung, z.T. Anbindehaltung in dunklen muffigen Ställen, wo die Tiere mit dem Hinterteil in ihren eigenen Exrementen liegen.
    Masstierhaltung von Schweinen, Gruppenhaltung auf Spaltenböden durch die die Exkremente fallen, so das die Tiere trocken sind. Herkömmliche Haltung in kleinen Koben und dunklen muffigen Ställen.
    Ja Don Tomás, wenn man schon keine Ahnung hat, dann muss man nicht das nachplappern was einem Leute erzählen die ebenfalls keine Ahnung haben.
    Die Unternehmerbrut von der du sprichst sind Landwirte, die dafür sorgen das du was zu essen hast und nicht hungern musst wie die Leute in der dritten Welt. Denn selbst hast du ja keine Lust diese Landwirtschaft zu betreiben wo es nach deiner Meinung allen Tieren gut geht.

    • 5.1
      Martin Bauer

      Die Riesen in der Nahrungsmittelindustrie begehen permanent bestialische Verbrechen, um immer reicher und mächtiger zu werden und rechtfertigen dies damit, dass angeblich nur durch sie und ihre Methoden die Ernährung der Menschheit gewährleistet sei. Ich weiss wovon ich rede. Ich habe mit solchen Firmen gearbeitet. Wer ein menschliches Wesen ist, kann dies auf Dauer nicht fortführen.

  6. 6
    Peter

    Die Riesen der Nahrungsmittelindustrie betreiben Forschung, ohne die eine Ernährung der Weltbevölkerung schon jetzt nicht mehr möglich wäre.
    Verbrechen begehen die welche Nahrungsmittel zu Treibstoffen und zur Energiegewinnung verarbeiten.

  7. 7
    Martin Bauer

    „Die Riesen der Nahrungsmittelindustrie betreiben Forschung, ohne die eine Ernährung der Weltbevölkerung schon jetzt nicht mehr möglich wäre.“
    Genauso argumentierte die Lobby der Kernenergie. Ich bestreite beides. Der Gen-Dreck ist so überflüssig wie ein Kropf, wird uns aber durch illegales Schaffen von Fakten aufgezwungen. Er ist unethisch und die seinen Folgen unabsehbar. Manche dieser Firmen morden für ihre Interessen, lassen Ureinwohner verteiben oder bringen sie um, um deren Land zu rauben. Sie quälen Tiere bis jenseist der Perversität. Sie horten unvostellebare Vermögen an, die sich jeder Kontrolle entziehen. Sie erpressen Landwirte und mögliche Konkurrenten mit kriminellen Methoden. Sie kontrollieren Häfen, Transportmittel, Lagerstätten, Regierungen, Immobilien- und Finanzmärkte. Ich könnte tiefer ins Detail gehen. Aber ich hänge an meinem Leben.

    „Verbrechen begehen die welche Nahrungsmittel zu Treibstoffen und zur Energiegewinnung verarbeiten.“
    Tolle Erkenntnis! Und wer liefert die Rohstoffe dafür, anstatt sie der Ernährung der Menschheit zuzuführen? Die Antwort steht oben. – Die Agrarriesen wollten auch dieses Geschäft alleine machen, mussten sich aber vor rund zehn Jahren mit den Risen der Mineralölindustrie arrangieren.

  8. 8
    Peter

    Ich denke auf so viel Hass muss man nicht antworten, da ist jedes Argument umsonst. Es ging ja auch um das Blut tragender Stuten und die Pferdezucht liegt ja nun nicht unbedingt in den Händen der Agrarindustrie.
    Vor Einführung der Gentechnik wurden Pflanzensamen radiaktiv bestrahlt um leistungsfähigere Sorten zu erhalten, mit zufälligen Ergebnissen deren Langzeitwirkungen keiner kannte. Die Ergebnisse mussten nicht mal gekennzeichnet werden. Die moderne Gentechnik dagegen wird verteufelt.

    • 8.1
      Martin Bauer

      Hass? Und ich bin überzeugter Kapitalist sowie erklärter Gegner der Linken. Aber manche Auswüchse des ungehemmten Kapitalismus sind einfach bestialisch. Das tut naturgemäss all jenen weh, die in solchem Umfeld arbeiten und ihr Brot verdienen. Ich selber war Teil davon, das war ein Fehler. Deshalb weiss ich sehr gut Bescheid. Und deshalb konnte ich dort nicht bleiben. So viel Geld gibt es auf dieser Welt gar nicht, als dass mein Gewissen und meine Eigenverantwortung käuflich wäre.

      Sie dagegen agumentieren polemisch, rechtfertigen den einen Bockmist mit dem Fingerzeig auf einen anderen. Wir alle wissen, wenn wir so ehrlich sind, es uns einzugestehen, die einzige Möglichkeit, die Menschheit zu retten, liegt in der drastischen Senkung der Geburtenrate und der Bevölkerungszahl auf unter 5 Milliarden, besser nur 3. Aber das wagt sich kein Politiker seinen Wählern erzählen, die in Lateinamerike um Milch für ihre Säuglinge kämpfen, und in Deutschland um vom Steuerzahler finanzierte Krippenplätze!

      Um den Planeten mache ich mir keine Sorgen. Da trafen sich mal zwei auf ihrem Weg durch’s Universum. Grüsste der eine den anderen: „Hallo, wie geht’s?“ – „Schlecht, ich habe Menschheit.“ – „Oh, das hatte ich auch schon!“ erwiderte der erste. „Das geht vorrüber.“

  9. 9
    Peter

    Die Geburtenrate kann man nur durch Wohlstand steuern alle anderen Zwangsmaßnahmen funktionieren nicht. In Brasilien ist sie innerhalb weniger Jahre unter 2 Kinder pro Frau gesunken. Laut wissenschaftlichen Voraussagen wird die Erbevölkerung ab dem Jahr 2050 abnehmen.

    • 9.1
      Martin Bauer

      „Die Geburtenrate kann man nur durch Wohlstand steuern alle anderen Zwangsmaßnahmen funktionieren nicht.“
      Dem stimme ich zu.
      „Laut wissenschaftlichen Voraussagen wird die Erbevölkerung ab dem Jahr 2050 abnehmen.“
      Das wäre dringend notwendig. Doch kann ich mir nicht vorstellen, dass dies eintrifft. Jedenfalls nicht durch Eigendisziplin der Menschen. Wenn, statistisch betrachtet, nur jedes Paar 2 Kinder hat, die selber ebenfalls zur Fortplanzung gelangen, so wird die Bevölkerung sich immer noch rasend vermehren, weil inzwischen etwa 2-3 Generationen gleichzeitig in der Fortpflanzungsphase leben, mit steigender Tendenz. Wohlstand alleine reicht nicht. Dem natürlichen Drang zur Fortpflanz und der (den meisten Menschen) angeborenen Liebe zu Kindern stehen die immer schneller sinkende Kindersterblichkeit und steigende Lebenserwartung Erwachsener entgegen, der die Natur kein adäquates Regulativ entgegenzusetzen hat. Ich kann nicht erkennen, dass irgendwo auf der Welt eine Kultur oder Gesellschaft bereit wäre, sich diesem Problem mit der notwendigen Konsequenz zu widmen. Politiker wollen mehr Wähler, die Wirtschaft und das Organisierte Verbrechen wollen mehr Arbeitskräfte und noch sehr viel mehr Konsumenten. Die grossen Religionen, Vereine und Institutionen wollen mehr Mitglieder. Und solange in der Betriebs- und Volkswirtschaft als Doktrin gilt, „Wachstum = Stillstand“, wird auch nach Wachstum der Bevölkerung gerufen. Nicht zuletzt in Deutschland. „Unser“ Planet jedoch wächst nicht mit.

  10. 10
    Caramba

    Macht euch mal keine Sorgen, an dem Problem wird schon gearbeitet.
    Ich weiss nicht genau, welche ehrenwerte Gesellschaft da genau dran arbeitet, aber die Entwicklung der verschiedenen Krisen der letzten Jahre lässt für mich keinen anderen Schluss zu: irgendjemand will einen grossen Krieg, und ob´s in der Ukraine losgeht oder in Syrien oder bei den Spratly´s ist letztendlich egal, der nächste grosse Krieg wird atomar enden. Geschätzte Opfer allein in Europa (laut einer russischen Studie, ja, die machen da echt Studien) ca. 1 Milliarde. Mit den Opfern auf den anderen Kontinenten kämen wir dann auf die postulierten Zahlen für die Weltbevölkerung.
    Ob ich dann zu den Überlebenden oder zu den Opfern gehören möchte, weiss ich noch nicht genau.
    Bleibe ich hier, wohl eher Opfer, hier werden im Umkreis von 35km 7 Sprengköpfe einschlagen…..zumindest laut NATO Erkenntnissen von 1995.

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