Lateinamerika: Oppositionsführer Manuel Rosales nach Venezuela zurückgekehrt – Update

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Antonio Rosales Guerrero ist in Venezuela (Foto: Rosales)
Datum: 15. Oktober 2015
Uhrzeit: 21:03 Uhr
Leserecho: 7 Kommentare
Autor: Redaktion
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Nach sechs Jahren Exil ist Manuel Rosales Guerrero (ehemaliger Präsidentschaftskandidat von Venezuela im Jahr 2006) am Donnerstag (15.) in sein Heimatland zurückgekehrt. Präsident Maduro und die Generalstaatsanwaltschaft gaben bereits vor Tagen bekannt, Rosales bei seiner Ankunft sofort festnehmen zu lassen. Am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) wurden 100 Mitglieder der Guardia Nacional Bolivariana am La Chinita International Airport in Maracaibo zusammengezogen, nach Berichten der Opposition kam Rosales um 14 Uhr Ortszeit (18.30 Uhr GMT) mit einem kommerziellen Flug von der Karibik-Insel Aruba. Der Anwalt von Rosales, Jesús Ollarves, gab bekannt, dass sein Mandant seine Unschuld beweisen will.

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Antonio Rosales Guerrero ist ein venezolanischer Politiker und ehemaliger Gouverneur des westlichen Bundesstaates Zulia. Ab 2006 war er Vorsitzender der Partei Un Nuevo Tiempo und ab 2006 Oppositionsführer seines Landes. 2002 beteiligte er sich am Putsch von Pedro Carmona gegen den Staatspräsidenten Hugo Chávez. Im März 2009 wurde er wegen „illegaler Bereicherung“ angeklagt, Rosales sprach von einer politischen Intrige gegen seine Person und tauchte 30. März unter und wenige Tage später in Peru wieder auf, wo er politisches Asyl erhielt. Im September 2009 wurde ein Verhörprotokoll der kolumbianischen Staatsanwaltschaft öffentlich, in dem ein kolumbianischer Auftragsmörder Manuel Rosales mit Plänen zur Ermordung von Hugo Chávez in Verbindung brachte. Rosales soll während eines geheimen Treffens im Jahr 1999 mit kolumbianischen Paramilitärs 25 Millionen Dollar für die Ermordung von Hugo Chávez geboten haben. International wurden die Behauptungen des Regimes als Farce bezeichnet, die Anschuldigungen als Laune von Präsident Chávez.

geheimdienst

Update, 16. Oktober

Rosales ist kurz nach seiner Rückkehr festgenommen worden. Bei der Ankunft am Flughafen von Maracaibo im Nordwesten des Landes wurde der Gründer der Mitte-rechts-Partei UNT von einem großen Aufgebot der Nationalgarde und Geheimdienstvertreten in Empfang genommen und nach Caracas gebracht.

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  1. 1
    VE-GE

    …..und wieso kommt er zurueck nach Venezuela ????

    • 1.1
      Herbert Merkelbach

      Weil er nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Jetzt hat man ihn verhaftet und wird ihn wohl oder übel für einige Zeit wegsperren. Was der sich dabei gedacht hat, nach Venezuela zurück zu kehren.

  2. 2
    Caramba

    Gute Frage. Wenn er weiss was er tut, bin ich sehr auf weitere Entwicklung gespannt. Wenn nicht, sitzt er bald neben Leopoldo….

  3. 3
    Rosa M.

    Rosales wurde schon festgenommen, direkt nach der Landung.
    http://www.chismeven.blogspot.de/2015/10/manuel-rosales-llego-venezuela-y-fue.html

  4. 4
    Martin Bauer

    Ich kann auch nicht nachvollziehen, warum sich Rosales den Verbrechern aus Miraflores freiwillig ausliefert. Ich schätze jedoch, und hoffe sehr, dass er gute Gründe dafür hat. Seine Wahlkundgebungen in 2006 sind mir so gegenwärtig, als wären es vorgestern gewesen. Niemals zuvor und danach hat ein venezolanischer Politiker solch grosse Menschenmassen mobilisiert und solche Hoffnung auf bessere Zeiten ausgestrahlt. Dabei war er kein guter Redner, sondern wirkte vor dem Mikrophon eher unbeholfen. – Chávez konnte trotz aller gekauften und gezwungenermassen herbei gekarrten Claqueure nicht annähernd so viele Leute auf die Strassen bringen. Und nach dem Totalversager Maduro kräht schon gar kein Hahn.

    Mal sehen, was daraus wird! Hoffnung keimt in mir keine mehr auf. Ich bin gerade mal wieder für ein paar Wochen im Land. Dass man eine 3,5 kg Rinderlende in traumhafter Qualität für läppische 6€ kaufen kann, ist ja ganz nett. Wenn man aber bedenkt, dass das für viele Einheimische der Lohn von 3 Wochen ist, wird einem die Milch im Magen sauer. Und es entschädigt nicht für das generelle Desaster, das völlig verrottete Land und all die Dinge, die es nicht oder nur selten gibt. Nicht zu reden von der ekelerregenden Präsenz der Regierungsanhänger und deren immer dreisteren Neigung zu hemmungsloser Gewalt.

  5. 5
    Caramba

    Welche Milch? Verraten Sie mir die Quelle, meine Schwiegermutter auf Margarita sucht schon geraume Zeit…..
    Wenn der Herr überraschenderweise einen fairen Prozess kriegt, frei kommt und zum Wahlkampf antritt, erzeugt das in mir keine Hoffnung, sondern tiefstes Misstrauen.
    Wir werden sehen – wenn er NICHT mit der Regierung unter einer Decke steckt, wird er wohl neben Leopoldo versauern. So wie die nicht existente Milch…..

    • 5.1
      Martin Bauer

      Milch gibt es eigentlich ohne grössere Probleme, in den „normalen“ Supermärkten. Den Zores in den staatlichen Läden, und vor deren Toren, tun wir uns nicht an.

      In einen Pharmatodo zu gelangen ist auch zu einem menschenunwürdigen Prozess geworden. Die Schlangen davor sind mal locker 100-200m lang, und an der Tür prügeln sie die Frauen mit „gewerblich“ einkaufenden Motorizados. Wie Buhoneros und Wucherer noch immer an Ware kommen, trotz Fingerabdruck an der Kasse, ist mir ein Rätsel.

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