Brasilien: Grüne Meeresschildkröten sterben in der Bucht von Guanabara

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"Tartagura-Verde" muss offenbar vor der Dummheit des Menschen kapitulieren (Foto: oeco.org.br)
Datum: 18. Oktober 2015
Uhrzeit: 14:49 Uhr
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Die Grüne Meeresschildkröte ist die zweitgrößte Meeresschildkröte der Welt und zählt zu den gefährdeten Arten unserer Erde. Die ersten Meeresschildkröten haben sich wahrscheinlich vor etwa 200 Millionen Jahren aus landlebenden Schildkröten entwickelt. Die sich am Magnetfeld der Erde orientierenden Kriechtiere überlebten das Aussterben der Dinosaurier, sie schwammen bereits im Ozean bevor der erste Mensch auf der Erde erschien. Alle Meeresschildkröten sind in ihrem Bestand vom Aussterben bedroht. Die Bedrohung geht dabei ausschließlich vom Menschen aus, der sie aufgrund ihres Fleisches, der Eier und ihrer Panzer seit Jahrhunderten jagt. Die in Brasiliens olympischer Kloake schwimmende „Tartagura-Verde“ muss offenbar vor der Dummheit des Menschen kapitulieren, immer mehr tote Tiere werden in der Bucht von Guanabara entdeckt.

In der Bucht von Guanabara findet im kommenden Jahr bei den Olympischen Spielen der Segelwettbewerb statt. Einige Nationalteams hatten sich bereits darüber aufgeregt, dass in der Kloake Müll und sogar menschliche Leichname treiben. Schwimmende Sofas, Fernseher, tote Pferde, Hunde und Berge von Plastiktüten und Säcke voller Hausmüll aller Art dümpeln in der stinkenden Brühe. Mehrere tote grüne Meeresschildkröten wurden in den letzten Wochen von Wissenschaftlern der „Universidade Federal Fluminense“ (eine der vier staatlichen Universitäten im Bundesstaat Rio de Janeiro) obduziert, die Todesursache war eindeutig. Im Verdauungstrakt der toten Reptilien wurden Plastikabfälle gefunden, die treibend im Wasser oftmals den bei den Tieren beliebten Grünalgen oder Salatblättern ähneln. Bei 70% aller obduzierten Schildkröten (über 100) waren Teile von Plastiktüten, Geburtstags-Luftballons, Kaugummi, Verpackungmaterial (Styropor), Nylonfäden oder Fischernetze die Todesursache.

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