Kannibalismus in Brasilien: Häftlinge essen Leber eines Mitgefangenen

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Haftanstalt Pedrinhas im brasilianischen Bundesstaat Maranhão (Foto: Screenshot YouTube)
Datum: 20. Oktober 2015
Uhrzeit: 15:06 Uhr
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Im Jahr 2013 wurden 60 Häftlinge im Gefängnis von Pedrinhas (im nordöstlichen brasilianischen Bundesstaat Maranhão) getötet. Die Haftanstalt in der Landeshauptstadt São Luís ist berüchtigt für Gewalt, insgesamt kamen dort schon mehr als 150 Insassen zu Tode. Der Konflikt verfeindeter Verbrecherkartelle innerhalb der Gefängnismauern nimmt immer grausamere Formen an, vor rund zwanzig Monaten sorgte ein Fall besonders abscheulicher Barbarei für internationales Aufsehen. Am 17. Dezember 2013 wurden drei Gefangene ermordet, auf einem von Gefangenen per Mobiltelefon aufgezeichneten Video waren die enthaupteten Leichname zu sehen. Die Staatsanwaltschaft hat nun gegen drei Insassen Anklage wegen Kannibalismus erhoben. Demnach hat ein „Kronzeuge“ ausgesagt, dass die Täter die Leber eines Getöteten gebraten und gegessen haben.

Laut Staatsanwalt Gilberto Câmara Júnior war der Körper von Edson Carlos Mesquita da Silva in „insgesamt 59 Fragmente“ zerlegt. Der Zustand der Leichenteile war so drastisch, dass die Identifizierung des Leichnams nur wegen einer Tätowierung möglich war. „Er wurde von seinem Schwager wegen einer eindeutigen Tätowierung, die das Opfer seiner Tochter gewidmet hatte (Vitória, Du bist der Grund wofür ich Lebe) erkannt“, erklärte Câmara Júnior in einem Interview.

Nachdem das Trio den Leichnam zerteilt hatte, warfen sie die Stücke in Salzwasser. Dadurch sollte die Zersetzung des Fleisches und der Verwesungsgeruch verhindert/verlangsamt werden. Die Staatsanwaltschaft untersucht noch zwei weitere Fälle von Kannibalismus – sieht sich aber mit dem „Gesetz des Schweigens“ konfrontiert. Mutmaßliche Zeugen schweigen aus Angst darüber, dass sie die nächsten Opfer sein könnten.

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