Lateinamerika: Weltweit einzigartiges Blitz-Vorwarnsystem kurz vor dem Einsatz

blitz

Weltweit gibt es zu jedem beliebigen Zeitpunkt zwischen 2.000 bis 3.000 Gewitter (Foto: Grupo de Eletricidade Atmosférica )
Datum: 21. Oktober 2015
Uhrzeit: 18:08 Uhr
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Blitze sind Naturgewalten, die nicht zu bändigen sind. Blitz und Donner treten oft dort auf, wo es gebirgig, feuchtwarm oder beides zugleich ist. Weltweit gibt es zu jedem beliebigen Zeitpunkt zwischen 2.000 bis 3.000 Gewitter, was auf dem gesamten Planeten täglich 10 bis 30 Millionen Blitze ergibt. Forschungen der Gruppe für Atmosphärische Elektrizität (Grupo de Eletricidade Atmosférica, ELAT) am Nationalen brasilianischen Institut für Weltraumforschung (Instituto Nacional de Pesquisas Espaciais, INPE) in São José dos Campos belegen, dass in Brasilien weltweit die meisten Funkenentladungen auftreten. Demnach werden jährlich zwischen 50 und 60 Millionen Blitze registriert, die etwa 130 Todesopfer fordern. Die meisten Blitze auf einen Quadratmikrometer gibt es allerdings im Nachbarland Venezuela. In der Region Catatumbo am „Lago de Maracaibo“ wurden 250 Blitze pro Jahr auf einem Quadratkilometer offiziell bestätigt.

Nachdem die Gruppe ELAT seit Jahren die Blitzaktivitäten studiert und auf Basis des meteorologischen Systems “Weather Research and Forecasting – WRF“ ein für Lateinamerika einzigartiges Modell für die Voraussage von möglichen Blitzen in den nächsten 24 Stunden entwickelt hat, wird dieses System im kommenden Sommer zum Einsatz kommen. Ein Netzwerk von sogenannten Blitzortungsantennen kann in einer Reichweite von bis zu 200 Kilometern atmosphärische Elektrizität orten und in einer angemessenen Zeitspanne die lokalen Wetterstationen mit Informationen versorgen. „Durch die Bereitstellung dieses Vorhersage-Modells können wir die Bevölkerung rechtzeitig vor den Gefahren warnen. Dadurch können wir – statistisch gesehen – jedes Jahr bis zu 130 Menschenleben retten und Schäden von bis zu 60 Millionen US-Dollar verhindern“, erklärt Osmar Pinto Junior, Spezialist für atmosphärische Elektrizität, Luftelektrizität und elektrische Prozesse in der unteren Atmosphäre.

Obwohl das System erlaubt vorherzusagen, welche Gemeinden/Bezirke in den brasilianischen Bundesstaaten oder Regionen vom Blitz getroffen werden können, ist es verfrüht, die Entladungsortungsgenauigkeit zu loben. „Das System kann nicht vorhersagen, wo der Blitz genau fallen wird. Wir sprechen hier von einer Marge der Unsicherheit von 10-20 Kilometer zu genau der Stelle, wo der Blitz auftreten/erwartet wird“, gibt Pinto zu bedenken. Wissenschaftler der ELAT haben im Sommer 2013 einen ersten Test durchgeführt – zunächst für die südöstlichen Regionen des Landes und im Sommer 2014 auf etwa 80% des brasilianischen Territoriums erweitert. Die Ergebnisse zeigten, dass das System zu einer tagesgenauen Vorhersage in der Lage ist – mit 85-prozentiger Genauigkeit für die betroffene Region.

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