Venezuela: PDVSA wird nur noch gegen Vorauskasse beliefert

weg

Aufgrund von Misswirtschaft und Verstaatlichung ist die Wirtschaft des Landes nicht einmal in der Lage, ausreichend Asphalt für den eigenen Bedarf zu produzieren (Foto: Screenshot TV)
Datum: 19. November 2015
Uhrzeit: 17:19 Uhr
Leserecho: 4 Kommentare
Autor: Redaktion
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Venezuela verfügt nach offiziellen Zahlen der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) über die größten Ölreserven auf der Welt. Das in der Vergangenheit oft als das „Saudi-Arabien Südamerikas“ bezeichnete Land hat allerdings mehr den Status einer Bananenrepublik, in dem Korruption und Bestechlichkeit vorherrschen. 1998, ein Jahr vor Amtsantritt von Hugo Chávez, förderte das Land nach Angaben der Internationalen Energieagentur täglich 3,5 Millionen Barrel Erdöl. 2013 waren es nur noch 2,5 Millionen Barrel, nach 2,75 Millionen Barrel im Jahr davor. Inzwischen kollabiert die goldene Gans, die linke Staatsführung hat den wichtigsten Ölkonzern des Landes (Petróleos de Venezuela, PDVSA) als politisches und propagandistisches Werkzeug missbraucht, ruiniert und ausgeplündert. Am Donnerstag (19.) berichtet die Nachrichtenagentur „Reuters“, dass fünf große und wichtige Lieferanten von Rohöl und Erdölerzeugnissen (Veredelung des Schweröls) die PDVSA nur noch gegen Vorauskasse beliefern. Dadurch sollen potenzielle Risiken wie Zahlungsausfälle verringert werden.

Venezuelas Regierung hat bei ausländischen Lieferanten einen gewaltigen Schuldenberg angehäuft, die Wirtschaft des Landes wird nur noch durch Kredite aus Russland und China am Laufen gehalten. Der aktuelle und detaillierte Finanzbericht der PDVSA (Ende 2014) weist Schulden in Höhe von 46,150 Milliarden US-Dollar auf – die Verbindlichkeiten bei Lieferanten liegen bei 20,860 Milliarden US-Dollar. Am Dienstag (17.) fiel der Preis für ein Barrel Öl (OPEC) auf 38,04 US-Dollar und erreichte damit den niedrigsten Stand seit fast sieben Jahren. Die vom Erdöl abhängige venezolanische Wirtschaft benötigt einen Preis von mindestes 100 US-Dollar.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2024 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.
  1. 1
    Wolfgang

    Na hoffentlich wird jetzt Benzin nicht auch noch knapp! Dann brennt der Baum hier endgueltig…

    • 1.1
      VE-GE

      Ich rechne jeden Tag damit……..

  2. 2
    Herbert Merkelbach

    Als Bananenrepublik kann man Venezuela schon lange nicht mehr bezeichnen, viel mehr dürfte der Name „Verbrecherrepublik“ mehr zutreffen: Drogenverwicklungen bis in die Spitze der Regierung, des Militärs und der Polizei, Rechtsbeugungen durch die Justiz, gelenkt und bestimmt durch die PSUV und die Regierung, Ausplünderung der Pdsva durch die Chavisten, Enteignungen nach Gutdünken, was sonst noch alles?
    Dies ist ein Staat, geführt von Kriminellen. Er beinhaltet alle Missetaten.

    • 2.1
      gringo

      Stimmt

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!