Lateinamerika: Hälfte der Baumarten im Amazonas vom Aussterben bedroht

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Ohne Rücksicht auf Verluste: Holzmafia plündert den Regenwald (Foto: Greenpeace/Marizilda Cruppe)
Datum: 21. November 2015
Uhrzeit: 14:56 Uhr
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Den weltweit größten zusammenhängenden Regenwald gibt es am Amazonas und an seinen Nebenflüssen. 12- bis 14-mal hintereinander die Strecke von München nach Hamburg als Waldgebiet, fast ohne Häuser, Fabriken oder Straßen, das entspricht der Strecke einmal quer durch das riesige Regenwaldgebiet des Amazonasbeckens. Der Regenwald bedeckt zwei Drittel des ganzen Kontinents Südamerika – das sind über fünf Millionen Quadratkilometer Land, ca. 15-20 mal die Fläche Deutschlands, oder ungefähr so groß wie der gesamte Kontinent Australien. Der Regenwald des Amazonasgebiets ist bei weitem der größte zusammenhängende Wald und auch die größte zusammenhängende Landschaft auf unserem Planeten. Amazonien ist zugleich ein Lebensraum für rund 320 unterschiedliche indigene Bevölkerungsgruppen, die in dieser Region häufig noch auf sehr traditionelle Art und Weise leben. Die Existenz aller Lebenswesen ist bedroht. In den letzten Jahrzehnten sind in Brasilien bereits ca. 20 Prozent der Regenwaldflächen für immer vernichtet worden. Und Abholzung, Brandrodung und andere schwerwiegende Eingriffe schreiten weiter rasant voran.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern hat nun davor gewarnt, dass die Hälfte der Baumarten im Amazonas vom Aussterben bedroht sind. In einer Studie, die fast 5,5 Millionen Quadratkilometer Regenwald in Brasilien, Peru, Kolumbien, Venezuela, Ecuador, Bolivien, Guyana, Suriname und Französisch-Guayana umfasst, analysierten die Forscher sämtliche vorliegenden Informationen zu abgeholzten Flächen und warnen vor den Folgen anhaltender Abholzung für Landwirtschaft, Viehzucht und andere Zwecke.

„Wenn die aktuellen Trends anhalten, sind zwischen 36 und 57 Prozent der 15.000 Baumarten vom Aussterben bedroht. Darunter befinden sich wichtigen Nutzpflanzen wie der Paranussbaum, Obst und Acai-Palmen, wertvolle Holzarten und Hunderte von Arten, die den Bewohnern des Amazonas Früchte, Samen, Latex und Öle liefern“, betont Umweltschützer Nigel Pitman. Am Freitag (20.) gab das kolumbianische Ministerium für Umwelt, Wohnungswesen und Raumentwicklung bekannt, dass das Land im Jahr 2014 mehr als 140.000 Hektar Naturwälder in Folge der Forstwirtschaft, Bergbau, Umstellung auf Kulturpflanzen und Waldbrände, verloren hat.

Der vorgelegte Bericht belegt, dass sich der Schwund auf Schlüsselbereiche der biologischen Vielfalt des Landes wie den Amazonas und die Anden konzentriert. Kolumbien verfügt über mehr als 59 Millionen Hektar Wald, mehr als die Hälfte seines Territoriums. Nach offiziellen Statistiken verzeichnete das Land zwischen 2000 und 2005 eine Abholzungsrate von 315.000 Hektar pro Jahr. In den letzten Jahren hat Bogotá mehr als 100 Millionen US-Dollar, einschließlich 64 Millionen US-Dollar an Spenden aus Deutschland und Norwegen, in Aufforstungsprogramme vor allem im Amazonas investiert.

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