Venezuela: Bevölkerung hat kein Vertrauen in Wahlsystem

illusion

Unabhängigkeit der venezolanischen Wahlbehörde ist eine Fiktion (Foto: Archiv)
Datum: 23. November 2015
Uhrzeit: 13:36 Uhr
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Seit den 1980er Jahren etablieren sich in Lateinamerika demokratische Regierungen. Ihre Schwäche angesichts sozialer und wirtschaftlicher Probleme begünstigt die Wahl populistischer, linker Politiker und neue zivilgesellschaftliche Initiativen. Wahlen sind das zentrale Element der repräsentativen Demokratie, sind allerdings noch kein hinreichendes Indiz für eine funktionierende Demokratie. Auch in autokratischen System wird häufig gewählt und wie in Venezuela kann dabei keine Rede von freien und fairen Wahlen sein. Laut einer aktuellen Studie des Meinungsforschungsinstituts „Latinobarómetro“ hat Uruguay das mit Abstand zuverlässigste Wahlgremium in der Region, gefolgt von Kolumbien, Costa Rica und Chile. Am wenigsten Vertrauen in die Wahlinstitutionen haben die Menschen in Venezuela, El Salvador und Honduras.

vertrauen

Demnach haben 73% der Bevölkerung in Uruguay Vertrauen in das System, 62% in Kolumbien, 56% in Costa Rica und Chile. Dahinter liegen die Dominikanische Republik mit 55%, Panama (51%), Peru (46%), Paraguay (45%) und Mexiko mit 43%. Dem zehnten Platz teilt sich Ecuador mit Argentinien (39%). Am wenigsten für die Menschen glaubwürdig sind die Systeme in Honduras (22%) El Salvador (28%) und Venezuela mit 31%.

Der Durchschnitt für Lateinamerika ist gering, nur 44% haben Vertrauen in die Wahlbehörden. Die Daten sind beunruhigend, wenn weniger als die Hälfte der Bevölkerung glaubt, dass die Auszählung der Stimmen nicht ordnungsgemäß durchgeführt wird. „Eine der wichtigsten Schwachstellen ist die mangelnde Transparenz und Institutionalität“, so der Politologe Fernando Giraldo, Professor an der EAN Universität in Kolumbien.

Alle Analysten sind sich einig, dass Venezuela ein undurchsichtiges Wahlsystem hat. „Venezuela besitzt ein sehr schlechtes Modell, weil der Nationale Wahlrat (CNE) von der Exekutive gesteuert wird. Das politische System in Venezuela hat starke autoritäre Tendenzen“, bekräftigt Giraldo. Nach seinen Worten hat die Wahlbehörde alle Spuren der Unparteilichkeit verloren und ist Teil des halb demokratischen Regimes. Angebliche Unabhängigkeit der Wahlbehörde bezeichnet er als Fiktion.

Anzeige
wandere aus, solange es noch geht

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2016 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.
  1. 1
    Alexandro

    Ich auch nicht

  2. 2
    Gringo

    Zu den 55% in der RD hat Leonel sehr viel dazu beigetragen

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!