Parlamentswahlen in Venezuela: Betrug oder Gewalt?

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Präsident Maduro befindet sich auf Staatsbesuch im Iran (Foto: AVN)
Datum: 24. November 2015
Uhrzeit: 14:05 Uhr
Ressorts: Leserberichte
Leserecho: 5 Kommentare
Autor: Vinicius Love, Caracas (Leser)
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Venezuela befindet sich nach dem Tod von Hugo Chávez in einer historischen Absturz Spirale. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds wird die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 10 Prozent zurückgehen, die Inflation locker 190 Prozent überschreiten. Knappheit von Konsumgütern kann im erdölreichsten Land der Welt als endemisch bezeichnet werden. Die Mordrate hat sich in einem Jahrzehnt mehr als verdoppelt und ist 18-mal größer als die der Vereinigten Staaten. Viele hochrangige Militärs und Regierungsmitglieder werden mit dem Drogenhandel in Verbindung gebracht worden, zwei Neffen von Präsident Maduro sind in New York wegen Kokainhandel inhaftiert.

Ausländische Regierungen bezeichnen die Vorgänge in Venezuela als Implosion und der Großteil der Bevölkerung hofft, dass die Parlamentswahlen am 6. Dezember eine Änderung herbeiführen. Sämtliche unabhängige Umfrageergebnisse bestätigen der Opposition einen Vorsprung gegenüber der Regierungspartei von 20 bis 30 Prozent. Die Frage ist nicht, ob die Wahlen frei und fair sind – es wurde bereits festgestellt, dass dies nicht der Fall ist. In einem bemerkenswerten 18-seitigen Brief an die Wahlbehörde beschreibt der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Luis Almagro, warum.

Noch ist unklar, ob Maduro zu Betrug oder Gewalt greifen wird. Wie in der Vergangenheit üblich wurden die Gouverneure der Opposition ihrer Befugnisse und Budgets beraubt, Abgeordnete verfolgt und körperlich angegriffen. Gelingt der Opposition der Sieg, will Links-Populist Maduro eine Militärdiktatur installieren. Eines dürfte sicher sein, Argentiniens designierter Präsident Macri wird die Machenschaften der venezolanischen Halb-Diktatur nicht mehr durchwinken. Die Vereinigten Staaten und andere Regierungen sollten bereit sein, mit Kritik und Sanktionen auf das korrupte kriminelle Regime zu reagieren.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    VE-GE

    Traurig aber Wahr !

  2. 2
    Der Bettler

    Es wird Betrug und Gewalt geben.Darauf könntihr alle einen lassen.Ich mach die Scheiße schon seit 1995 mit ,eigentlich schon seit 1991 aber noch nicht fest.wenn auf einer Isla de Margarita sämtliche

    Speiselokale um 17 Uhr schließen,so wie in Juan Griego,wenn es nicht mal Linsen oder Bohnen gibt,
    was wirklich nicht gerade europäische Kost ist,Milch schon ein Fremdwort geworden ist.Putzmittel nur mehr in der Schlange zu erringen ist und Spray gegen Ungeziefer weder in Pulverform oder flüssig auf der ganzen Insel erhältlich ist,dann fragt man sich schon,was man mit der scheiß Bude
    die man vor 20 Jahren erworben hat tun soll. Ich habe absolut keinen Bock mehr hier zu leben ,aber was solls ??

    • 2.1
      Fideldödeldumm

      Also ich habe mich seit 1994 auf der Insel aufgehalten, habe mir aber nie Eigentum angeschafft, außer Firmenanteile. Spätestens Anfang 2003 konnte man aber schon erkennen, wo die Reise hingeht, so dass ich Ende 2003 mit meiner Frau unserem 1. Kind nach Deutschland gegangen bin. Zu diesem Zeitpunkt konnte man seine Immobilie noch halbwegs gut veräußern und kriegte auch noch das Geld in harte Währung getauscht.

      Haben Sie Ende 2004 ernsthaft daran gedacht, dass sich die Sache mit Chavez noch zum Guten wendet? 2007 war ich das letzte Mal dort. Spätestens dann war doch offensichtlich, dass es dort stetig bergab geht.

      Was hat Sie dort gehalten, dass so wichtig ist, dass Sie Ihr Leben auf´s Spiel setzen und so eine Reduzierung der Lebensqualität in Kauf nehmen?

  3. 3
    perlitas

    ja, das Einzuge was sie uns nicht nehmen koennen ist das SCHOENE WETTER,
    HEUTE, NOS TOCA LA PATRIA. DAS HEISST EINKAUFEN MIT ENDNUMMER DES PERSONALAUSWEISES.

  4. 4
    Martin Bauer

    „Noch ist unklar, ob Maduro zu Betrug oder Gewalt greifen wird.“ – Quatsch! Es ist absolut klar, dass es BEIDES geben wird. Das war bei den Wahlen der vergangenen Jahre nicht anders, und es hat jetzt längst wieder angefangen.

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