Umwelttragödie Brasilien: Beinahe-Katastrophen fanden kaum Beachtung

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Tausende Hektar fruchtbaren Bodens wurden unter 62 Millionen Kubikmeter Schwermetallschlamm begraben (Fotos: Agência Brasil)
Datum: 26. November 2015
Uhrzeit: 14:19 Uhr
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Autor: Redaktion
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Das südamerikanische Land Brasilien kämpft gegen die größte ökologische Katastrophe seiner Geschichte. Vor knapp zwei Wochen brach die Mauer eines Abraumbeckens einer Erzmine in Mariana. Ein ganzes Dorf wurde überflutet, tausende Hektar fruchtbaren Bodens unter 62 Millionen Kubikmeter Schwermetallschlamm begraben. Mit dem Rio Doce floss das Gift Richtung Atlantik, die giftige Brühe hat über 850 Kilometer Flusslauf verseucht. Insgesamt gibt es in Brasilien 663 Abraumbecken (Bergbau) und 295 Auffangbecken für Industrieabfälle. Allein im Jahr 2008 ereigneten sich 77 Risse und Böschungsbrüche – die meisten Fälle fanden kaum Beachtung und wurden erst jetzt bekannt.

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Die Informationen darüber wurden am Mittwoch (25.) vom portugiesischen Ingenieur Ricardo Oliveira veröffentlicht. Der Professor an der Universität von Lissabon gilt als weltweiter Experte und beruft sich auf Daten der Nationalen Wasserbehörde „Agência Nacional de Águas“ (ANA). Während eines Vortrags vor dem Verein der Ingenieure in Rio de Janeiro (Clube de Engenharia do Rio de Janeiro) vermied Oliveira, den Bruch des Fundão Damm in Mariana direkt zu kommentieren.

Nach seinen Worten müssen allerdings unbedingt globale Studien hinsichtlich der Staumauer-Höhe der verschiedenen Dämme in Brasilien erstellt werden. „Diese Studien beinhalten auch die Grundlagen hinsichtlich der Stabilität eines Dammes. 30% der Unfälle bei Dämmen hängen mit der Stabilität zusammen, seit 1954 gab es diesbezüglich 19 Unfälle“. Obwohl Brasilien als nicht erdbebengefährdet gilt, sind seismologische Studien beim Bau von Staudämmen erforderlich. „Der Hinweis/Behauptung, dass Brasilien ein Land frei von Erbeben ist, kann und darf heute nicht mehr akzeptiert werden“.

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