Brasilien: Mikrozephalie überfordert ineffizientes öffentliches Gesundheitssystem

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Andréia da Silva aus São Domingos do Azeitão (620 Kilometer von São Luís entfernt) ist verzweifelt (Foto: Reprodução / TV Mirante)

Im südamerikanischen Land Brasilien treten immer mehr Fälle von Mikrozephalie auf. Die Behörden glauben, dass das gefährliche Zika-Virus der Grund für die Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen ist. Staatsoberhaupt Dilma Rousseff verschanzt sich seit Monaten in ihrem Regierungspalast, bereits beim Dammbruch im Bundesstaat Minas Gerais wurde die bekannte Verschleierungstaktik der Mitte-Links Regierung angewandt. Vor rund einer Woche sprach Brasília von knapp 700 Fällen von Mikrozephalie, inzwischen stieg die Zahl auf 1.248 landesweit. Während einer Pressekonferenz teilten die Gesundheitsbehörden am Montag (30.) in der Bundeshauptstadt São Luís mit, dass sich die Zahl der Fälle von Mikrozephalie im Bundesstaat Maranhão (Nordosten) auf 16 erhöht hat.

Laut der Neurologin Tertuliana Medeiros Reis sind die Ursachen für Mikrozephalie nicht eindeutig. Wurden in der Vergangenheit Toxoplasmose und Röteln für die Krankheit verantwortlich gemacht, kommt nun das Zika-Virus ins Spiel. Das Virus stammt aus Afrika und soll zu Beginn der Fussball-Weltmeisterschaft 2014 nach Brasilien eingeschleppt worden sein. „Alle bestätigten Fälle von Mikrozephalie bei Kindern stammen nicht von Säuglingen, die im November geboren wurden. Die Informationen kommen nach und nach aus den verschiedenen Gemeinden in ganz Maranhão“, so die Expertin.

Die Gesundheitsbehörden im „Armenhaus Brasiliens“ sind in Alarmbereitschaft – das unter Ineffizienz leidende öffentliche Gesundheitssystem stößt einmal mehr an seine Grenzen. Obwohl es zahlreiche Termine für die dringende Untersuchung von missgebildeten Säuglingen gibt, sorgt die ausartende Bürokratie für eine lange Warteliste. Mehrere besorgte Mütter haben in verschiedenen Städten von Maranhão bereits vor Tagen um eine Untersuchung ihrer Babys gebeten, vor dem 9. Dezember ist dies nicht möglich.

Andréia da Silva aus São Domingos do Azeitão (620 Kilometer von São Luís entfernt) ist verzweifelt. Bei ihrem vor über einem Monat geborenen Baby wurde erst jetzt Mikrozephalie diagnostiziert. Laut Andréia wurde ihre kleine Tochter mehrfach von Anfällen geschüttelt und dreimal in ein Krankenhaus eingeliefert. Die offenbar überforderten Ärzte konnten „nichts außergewöhnliches“ feststellen und schickten Mutter und Kind wieder nach Hause. „Ich litt während der Schwangerschaft häufig unter Fieber und hatte starke Körper- und Kopfschmerzen bis zum Tag der Geburt“, klagt die junge Mutter.

Präsidentin Rousseff befindet sich aktuell bei der UN-Klimakonferenz in Paris. Dort verspricht sie einmal mehr ehrgeizige Klimaziele, die Brasilien laut Meinung von Experten niemals einhalten kann.

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