Lateinamerika: Zwei weitere FIFA-Funktionäre in Auslieferungshaft

fifa2

Die FIFA ist der Weltfußballverband mit Sitz in Zürich (Foto: FIFA)
Datum: 03. Dezember 2015
Uhrzeit: 10:51 Uhr
Ressorts: Lateinamerika, Sport
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Auf Anordnung des Bundesamtes für Justiz (BJ) sind heute Donnerstag zwei weitere FIFA-Funktionäre in Zürich festgenommen und in Auslieferungshaft versetzt worden. Laut einem Offiziellen der Fifa handelt es sich um die folgenden Personen: Alfredo Hawit Banegas, Präsident des nord- und mittelamerikanischen Fussballverbands Concacaf sowie Chef des Verbands von Honduras und Juan Ángel Napout, Präsident des südamerikanischen Fussballverbands Conmebol (Paraguay). Sie werden gemäss US-Verhaftsersuchen verdächtigt, Bestechungsgelder in Millionenhöhe angenommen zu haben. Die zwei FIFA-Funktionäre wurden heute in Zürich von der Kantonspolizei Zürich festgenommen. Die Haftanordnung des BJ stützt sich auf Verhaftsersuchen des US-Justizministeriums vom 29. November 2015. Im weiteren Verlauf der Ermittlungen der für den Bezirk Ost von New York zuständigen Staatsanwaltschaft sind nun auch diese Personen unter Verdacht geraten, Bestechungsgelder entgegengenommen zu haben. Die hochrangigen FIFA-Funktionäre sollen diese Gelder als Gegenleistung für den Verkauf von Vermarktungsrechten im Zusammenhang mit der Austragung von Fussballturnieren in Lateinamerika und von WM-Qualifikationsspielen erhalten haben. Die Straftaten sind gemäss Verhaftsersuchen teilweise in den USA abgesprochen und vorbereitet worden; zudem sind Zahlungen über US-Banken abgewickelt worden.

Anhörung der festgenommen Personen
Die Kantonspolizei Zürich führt noch heute im Auftrag des BJ Anhörungen zu den US-Verhaftsersuchen durch. Erklärt sich die gesuchte Person bei der Anhörung mit der sofortigen Auslieferung einverstanden, wird ein vereinfachtes Verfahren durchgeführt. Das BJ kann in diesem Fall unverzüglich die Auslieferung an die USA bewilligen und den Vollzug veranlassen. Widersetzt sich hingegen die gesuchte Person ihrer Auslieferung, wird das BJ die USA auffordern, innert der vom bilateralen Auslieferungsvertrag vorgesehenen Frist von 40 Tagen ein formelles Auslieferungsgesuch zu stellen.

Stand des Auslieferungs- und Rechtshilfeverfahrens
Zwei der sieben ehemaligen FIFA-Funktionäre, die am 27. Mai 2015 in Zürich verhaftet worden waren, haben der vereinfachten Auslieferung zugestimmt. Jeffrey Webb und José Maria Marin wurden am 15. Juli bzw. am 3. November den US-Behörden übergeben. Die anderen fünf ehemaligen FIFA-Funktionäre – Eugenio Figueredo, Eduardo Li, Julio Rocha, Costas Takkas und Rafael Esquivel – widersetzen sich hingegen einer Auslieferung an die USA. Ihre Beschwerden gegen die Auslieferungsentscheide des BJ sind beim Bundesstrafgericht hängig.

Gestützt auf vier US-Rechtshilfeersuchen hat das BJ seit dem 27. Mai 2015 auf verschiedenen Banken in der Schweiz eine Reihe Konten, über welche die Bestechungsgelder geflossen sein sollen, sperren und die betreffenden Bankunterlagen erheben lassen. Bisher hat das BJ in fünf Teil-Schlussverfügungen die Herausgabe von Bankunterlagen angeordnet. Diese Verfügungen können von den Konteninhabern innert 30 Tagen beim Bundesstrafgericht angefochten werden. Eine Schlussverfügung wird rechtskräftig, wenn der Konteninhaber auf eine Beschwerde verzichtet oder das Bundesstrafgericht bzw. das Bundesgericht eine allfällige Beschwerde abgewiesen hat. Erst anschliessend kann das BJ die in der Schweiz erhobenen Beweismittel den US-Behörden herausgeben.

Anzeige
wandere aus, solange es noch geht

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2016 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Leider kein Kommentar vorhanden!

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!