Wahlen in Venezuela: Regime verliert parlamentarische Kontrolle – Update

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Pressekonferenz der Opposition (Foto: MUD)
Datum: 07. Dezember 2015
Uhrzeit: 01:57 Uhr
Leserecho: 8 Kommentare
Autor: Redaktion
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Im südamerikanischen Land Venezuela fanden am Sonntag (6.) Parlamentswahlen statt. Die Wahlbeteiligung lag bei 74,25 Prozent (letzte Parlamentswahlen 61,82). Oppositionsführer Capriles bekräftigte, dass die venezolanische Bevölkerung dem Wahlaufruf der Opposition gefolgt sei. „Herr Maduro, wir wissen bereits, was Sie nicht wissen. Das venezolanische Volk hat gesprochen. Wir haben eine neue Nationalversammlung gewählt“, so der amtierende Gouverneur des Bundesstaates Miranda, der Maduro aufforderte, seine Niederlage einzugestehen. Im ganzen Land versammeln sich inzwischen Zehntausende Menschen auf den Straßen und erwarten die Bekanntgabe des Wahlergebnisses. Im Internet werden bereits „angebliche“ Auszählungsergebnisse veröffentlicht, dabei handelt es sich vermutlich um Fälschungen.

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Während einer Pressekonferenz und noch vor Auszählung der Stimmen behauptete das Oppositionsbündnis MUD (Mesa de Unidad Democratica), sogar einen Sieg in den traditionellen Hochburgen der Chavistas erzielt zu haben. Nach vorläufigen Schätzungen will die Opposition 100 Sitzplätze von insgesamt 167 errungen haben.

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Update

Nach Argentinien hat sich erwartungsgemäß auch in Venezuela die konservative Opposition gegen die regierenden Sozialisten durchgesetzt und einen eindrucksvollen Sieg erzielt. Nach den bisher vorliegenden Ergebnissen kommt das Oppositionsbündnis MUD auf 99 der 167 Sitze im Parlament, die von der PSUV geführte Koalition erhält 46 Sitze. Ein sichtlich geknickter Präsident Maduro gab vor einer gähnend leeren Pressekonferenz bekannt, die Niederlage anzuerkennen. Rund die Hälfte der sozialistischen Abgeordneten hat am Sonntag ihren Parlamentssitz verloren und verschwindet in der politischen Bedeutungslosigkeit. In den sozialen Netzwerken wurde bereits der Rücktritt von Maduro und Parlamentspräsident Diosdado Cabello gefordert.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    VE-GE

    also wenn das so stimmt waere das super…allerdings ist die Auszaehlung noch nicht vorbei und beschissen wird ja auch noch!

  2. 2
    Martin Bauer

    Wie inzwischen wohl alle wissen, ist das Ergebnis längst unumkehrbar und fällt wohl noch deutlicher aus, mit mehr als 100 Sitzen für die Opposition. Erfreulich finde ich vor allem, dass selbst Bestien, die der Gouverneur von Carabobo, Francisco Ameliach, dem mehrere Auftragsmorde nachgesagt werden, bei seinem Urnengang von der wütenden Bevölkerung beschimpft und ausgebucht wurde. Man liess ihn wählen und sich eilig davon machen, wie einen geprügelten Hund. Und das vor den Augen seiner mörderischen Colectivos, die tatenlos zusahen. Ähnliche Szenen sollen sich im ganzen Land abgespielt haben.
    Nach Berichten von Freunden war vor allem in Caracas war auffällig, dass sich die bewaffneten Motorizados zurück hielten. Wahrscheinlich war dies vor allem der klaren Stellungnahme, wenn nicht Warnung, von General Wladimir Padrino Lopez zuzuschreiben, Wahlverlauf und Ergebnis gewaltlos zu akzeptieren.
    Wenn man Kommentare in der deutschen Presse liest, könnte man sich übergeben. Zwar gibt es viele, die die Realität erkannt haben und den Wahlausgang begrüssen, jedoch weitaus mehr, die von einem Sieg der USA Sprechen, einer Rückkehr zu Kapitalismus und Oligarchie, einer radikalen Umverteilung von unten nach oben. Diese Leute kennen Venezuela und die Situation so wenig, dass sie schreiben, es hätte gerade einen Regierungswechsel gegeben, anstatt einer Wahl zur Nationalversammlung. Stereotype Parolen aus der Zeit des Kalten Krieges, ohne jede Reflektion von Gegenwart und Realität. Diese Typen halten sich für „kritisch“ und schimpfen mit Schaum vorm Mund auf Pegida & Co, dabei geht ihnen selber alles ab, was einen demokratiebewussten Bürger ausmacht.

    • 2.1
      annaconda

      Diese Kommentare lese ich für gewöhnlich garnicht.Die sind so Realitätsfremd, da regt man sich nur umsonst auf.

      • 2.1.1
        Martin Bauer

        Gesunde Einstellung!

  3. 3
    der Sachse

    Die Typen um Mad&Burro und er selbst, ignorieren die Realitaet, die sie selber „geschaffen“ haben. Sie reduzieren die Ursache auf den „Krieg der Oekonomie“ gegen sie. Das ist mehr als hohl. Das Volk hat schlicht gesagt die „Schnautz voll“ und haben erkannt, das ihr Land durch diese Konsorten M&B ruiniert wurde und deshalb raus aus diesem Schlamassel mit Hilfe mit MUD. Es wird ein steiniger Weg, aber es ist erst der Anfang. das Venezuela an wirtschaftlicher Staerke, mehr Sicherheit (weniger Kriminalitaet) ect,.pp. gewinnt. Das Potential hat dieses Land allemal. Die Verantwortlichen fuer die ruinoese Situation sollten zur Rechenschaft gezogen werden und alle Venezulaner die Willens sind auf den kuenftigen Weg einbezogen werden. Wir werden es sehen, Gott helfe und schuetze Venezuela!!!!

  4. 4
    Tinu

    ich hätts nicht gedacht!!
    Gratulation der Opposition zum Wahlerfolg.

    Lange können sie sich aber nicht auf dem Lorbeeren ausruhen, denn es gibt viel zu tun! Was in 16Jahren kaputtgemacht wurde, kann nicht von heute auf morgen wieder instand gestellt werden. Immerhin ist aber der Anfang dazu gemacht. Auf geht’s Venezuela!!

    • Was sollen die den tun, solange die PSUV an der Macht ist? Maduro wird erneut vom Ermächtigungsgesetz Gebrauch machen, Geheimdienste und Staatsanwälte werden die neuen Parlamentarier jagen und in den Knast werfen. Der eine oder andere wird erschossen oder einem Autounfall zum Opfer fallen.

      Auf Dauer halten wird sich die PSUV-Bande wohl nicht. Davon bin ich überzeugt. Aber wir sind weit davon entfernt, dass die Opposition die Politik machen und das Land in Ordnung bringen könnte.

  5. 5
    Amiguita

    Es sind jezt wohl schon 113 Sitze, wie Capriles gerade verkündete. Ich hatte es immer gehofft, aber geglaubt hab ich’s nicht wirklich. Capriles hatte Recht, man kann auch eine Diktatur abwählen wenn die Zeit dafür gekommen ist.
    Hat sich eigentlich unsere Linke schon gemeldet und gratuliert?

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