Immer mehr Todesfälle durch anhaltende Hungersnot in Honduras

dona-maria

Datum: 27. April 2010
Uhrzeit: 12:24 Uhr
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Autor: Redaktion
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Im Süden von Honduras herrschen seit Wochen Temperaturen von über 40 Grad. Dörfer und Weiler wirken wie ausgestorben- niemand ist auf den verlassenen Strassen zu sehen. Anhaltende Dürre und eine daraus resultierende Hungersnot fordern ihre Opfer unter Kindern, Frauen und Männer.

Eine seit vier Monaten anhaltende Dürre, Temperaturen von über 40 Celsius, lassen die Landwirte verzweifeln. In vielen Gemeinden im Süden von Honduras sind bis zu 90 Prozent von Mais und Bohnen, ein wesentlicher Bestandteil  für die Ernährung der Honduraner, vernichtet. Mehr als 38 Prozent der Kinder in Honduras leiden unter Mangelernährung. Starben in der Vergangenheit Kühe, Pferde, Schweine, Geflügel und andere Haustiere, macht der Tod inzwischen auch vor den Einwohnern nicht mehr halt. Dutzende Menschen mit Durchfall und akuter Unterernährung werden täglich in Krankenhäusern, Kliniken und Gesundheitszentren des Landes eingeliefert. Viele haben jedoch keine Kraft- und sterben auf der Straße oder zu Hause. Sie werden in Tücher gewickelt und begraben, ohne Unterrichtung der Behörden. Die Todesursache war Hunger- und fordert immer mehr Todesopfer.

Moropocay ist eine trockene und raue Region mit dutzenden von Weilern, die durch die Hungersnot vom Aussterben bedroht sind. Auf den kargen und ausgetrockneten Feldern wächst nichts mehr. Ein Teil der Bevölkerung ist in das nahe gelegene städtische Zentrum migriert, während diejenigen, die bleiben, einfach nur auf den Tod warten. Die natürliche Umwelt in diesen Dörfern hat sich verändert und die Nahrungskette ist vollständig unterbrochen: Es gibt kein Wasser in der Gegend, Kühe verenden aus Mangel an Nahrung, die Hühner legen keine Eier mehr. Wasser aus Quellen wird von Familienclans verteidigt, die Streitigkeiten für ein paar Tropfen Flüssigkeit forderten schon viele Todesopfer. Immer mehr Einwohner nehmen täglich lange Märsche in Angriff, um an das kostbare Wasser zu gelangen.Viele Quellen sind durch die anhaltende Dürre versiegt, der Grundwasserspiegel dramatisch gesunken. Um die letzten verbliebenen Lagunen ist ein Streit entbrannt, der sich verschärft und vermehrt gewaltsam ausgetragen wird.

Es gibt keinen Strom, Telefon, Trinkwasser, keine Sanitäreinrichtungen, keine Grundversorgung- nichts. Die nächsten Gesundheitszentren sind die meiste Zeit geschlossen, Sollten sie einmal geöffnet haben, gibt es nicht einmal ein Aspirin. Die Kinder gehen lange Distanzen zur Schule, sind  unterernährt und meist zu schwach um effizient am Unterricht teilnehmen zu können. Die Region ist vom Aussterben bedroht, wenn die Regierung weiterhin in Untätigkeit und Gleichgültigkeit verharrt. Während in den Städten San Lorenzo und Nacaome das Leben pulsiert, die Versorgungszentren alles bieten was das Herz begeehrt, graben die Menschen in Moropocay Wurzeln  und Süßkartoffeln aus dem Boden. Wilde Früchte und Wurzeln stillen oft den Hunger der Verzweifelten, sind aber nicht nahrhaft.

Es gibt nichts, was in diesen dürren Hügeln noch gedeiht. Arbeitslose Männer verbringen die meiste Zeit des Jahres mit dem Nichtstun. Bei Temperaturen bis 40 Grad Celsius verweigern die ausgemergelten Körper ihren Dienst. Die Friedhöfe der Dörfer sind gut bevölkert, es gibt kaum noch Platz für neue Gräber. Immer mehr ältere Menschen und Kinder sterben an Hunger und Krankheiten. Viele dieser Opfer werden den Behörden nicht gemeldet, sondern direkt auf dem Friedhof bestattet. Der Papierkrieg erfordert für die Menschen zu viel Zeit, sie haben keine Kraft für die viele Meilen Fussmarsch zu den Behörden.

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