Israel setzt Brasilien in Sachen Botschafterbenennung unter Druck

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Präsidentin Rousseff äußerte ihr Unbehagen (Foto: Archiv)
Datum: 30. Dezember 2015
Uhrzeit: 10:58 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
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Der Streit zwischen Israel und Brasilien um die Benennung des Botschafters in dem südamerikanischen Land spitzt sich weiter zu. Brasilien lehnt Dani Dayan ab, da dieser Leiter der israelischen Siedler-Organisation „Yesha Rat“ gewesen ist. Israel droht nun mit einer Abstufung der diplomatischen Beziehungen. Doch wie es aussieht, bleibt Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff eisern. Schon im September hat Rousseff ihr Veto gegen die Benennung des in Argentinien geborenen und in Israel lebenden Dani Dayan als israelischen Botschafter eingelegt. Wie die meisten Länder der Welt sieht auch Brasilien die israelischen Siedlungen auf palästinensischem Gebiet als Verstoß gegen das Völkerrecht an.

In den vergangenen vier Monaten hat Rousseff es allerdings vermieden, sich öffentlich über den Streit um die Benennung des Botschafters zu äußern. Eine regierungsnahe Quelle soll indes bestätigt haben, dass Brasilien an der Ablehnung Dayans festhält. Kritisiert wird seitens der Brasilianer ebenso die Form der Bekanntgabe des von Israel ausgewählten neuen Botschafters für Brasília. So soll Benjamin Netanyahu über Twitter die Wahl Dayans bekannt gegeben haben, noch bevor die brasilianische Regierung davon in Kenntnis gesetzt oder dazu gehört wurde. Brasilien sieht dies als einen Bruch der diplomatischen Regeln. Als undiplomatisch erachtet wird ebenso der von Israel ausgeübte Druck.

Angespannt sind die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern bereits seit 2010, als Brasilien Palästina als Staat mit eigenem Land anerkannt hat, zu dem auch die von Israel besetzten Gebiete in Ost-Jerusalem, Gaza-Streifen und Westjordanland gehören. Im vergangenen Jahr ist es zu weiteren Unstimmigkeiten gekommen als das südamerikanische Land seinen Botschafter aus Israel zurück gerufen hat, um somit gegen die unverhältnismäßig harte Militär-offensive im Gaza-Streifen zu protestieren. Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums hatte Brasilien daraufhin einen „diplomatischen Zwerg“ genannt.

Brasilien ist Israels größter Handelspartner in Südamerika. Umgekehrt ist Israel für Brasilien einer der wichtigsten Technologie-Lieferanten im Bereich der Luftfahrt.

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  1. 1
    Saddam

    Ich ziehe meinen Hut vor dieser Frau und Brasilien!Es wagt sich kaum jemand,auch aus den islamischen Ländern,sich gegen Israel zu erheben und selbst zu bestimmen,wer ins Land gelassen wird von diesen hohen Leuten aus Israel.
    Weiter so,und hoffe auch,es wagen mehr Leute sich gegen die Ungerechtigkeit im Nahen Osten seitens Israel aufzulehnen.Und somit auch gegen den Vasallen Usa,der auf Israels Handlungen nix macht,bzw. machen kann.Denn USA ist ein Vasall,ein Knecht Israels,sowie viele andere Länder.
    Gruss und Dank nach Brasilien sagt Saddam

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