Lateinamerika: Zika-Virus kann möglicherweise Blindheit auslösen

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Unter Mikrozephalie versteht man eine Entwicklungsbesonderheit beim Menschen, bei der der Kopf eine vergleichsweise geringe Größe aufweist (Foto: Reproducao)
Datum: 09. Januar 2016
Uhrzeit: 10:47 Uhr
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Brasilianische Mediziner vermuten, dass der Zika-Virus bei Ungeborenen ebenso für Fehlbildungen an der Netzhaut verantwortlich sein kann. Anomalien am Sehnerv und der Netzhaut sind bereits an Neugeborenen festgestellt worden. Nicht alle von ihnen sind jedoch mit Mikrozephalie zur Welt gekommen. In einem im Wissenschaftsmagazin „The Lancet“ veröffentlichten Artikel beschreiben Wissenschaftler der Stiftung „Altina Ventura“ vom Hospital dos Olhos in Pernambuco (HOPE) und der Universität São Paulos (Unifesp) drei Fälle, in denen ein Zusammenhang zwischen der Erkrankung Schwangerer mit dem Zika-Virus und Augenschäden bei Neugeborenen vermutet wird.

Wie andere Viruserkrankungen und bakterielle Entzündungen (Röteln, Toxoplasmose, Syphilis) kann auch der Zika-Virus in den ersten Monaten der Schwangerschaft zu verschiedenen Schäden am Gehirn der Ungeborenen führen, so die Wissenschaftler. Anomalien an Augen und Sehnerv werden nun jedoch erstmals mit dem Zika-Virus in Zusammenhang gebracht. Sie können zur Blindheit führen und wurden mittlerweile bereits bei 100 Babys in Recife und Salvador diagnostiziert. In den beiden Städten sind die meisten Fälle von Mikrozephalie registriert worden.

Noch ist der wissenschaftliche Nachweis im Labor nicht gelungen, dass der Zika-Virus tatsächlich zu einer Schädelfehlbildung bei Ungeborenen führen kann. Die Mediziner beschäftigt zudem die Frage, warum die Mikrozephalie in einigen Regionen Brasiliens gehäuft auftritt. 86 Prozent der Fälle werden im Nordosten Brasiliens verzeichnet. Vermutet wird, dass dies mit der Präsenz anderer Viren zusammenhängen könnte und daraus entstehender Wechselwirkungen.

Währenddessen ist eine Gruppe von Forschern des Pasteur-Institutes in Dakar (Senegal) in Brasilien eingetroffen. Sie sind Spezialisten auf dem Gebiet des Zika-Virus und sollen neben einem Erfahrungsaustausch ihre brasilianischen Kollegen trainieren, für den Fall, dass es zu einer Zika-Epidemie kommen sollte.

Bis zum 2. Januar wurden mittlerweile 3.174 Mikrozephalie-Fälle in 21 Bundesstaaten Brasiliens registriert.

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