Auslandsschulden von 9,5 Mrd Dollar sprengen Reserven Venezuelas

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Der venezolanische Bolivar ist immer weniger wert (Foto: Dietmar Lang / IAP Photo)
Datum: 10. Januar 2016
Uhrzeit: 17:57 Uhr
Leserecho: 12 Kommentare
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Venezuela steht vor einem weiteren Dilemma. 2016 muss das Land 9,5 Milliarden US-Dollar Auslandschulden und Zinsen begleichen. Allein es fehlt an Geld. Darüber hinaus soll der Betrag mehr als die Hälfte der Reserven des karibischen Landes entsprechen, wie es von Thomson Reuters heißt.

Schon 2015 hat die sozialistische Regierung angesichts der niedrigen Rohölpreise und der nur noch tröpfelnden Öl-Exporte Schwierigkeiten bei der Bezahlung der 10,5 Milliarden Dollar hohen Schulden gehabt. Möglich war die Begleichung lediglich mit einem Zugriff auf die internationalen Reserven, die bereits ein Zwölfjahrestief erreicht haben.

Dass die wirtschaftliche Lage düster aussieht, wird mittlerweile auch von Präsident Nicolás Maduro eingeräumt. Die Krise könnte sich im Februar noch zuspitzen, wenn das Land zwei Milliarden US-Dollar an Auslandsschulden und Zinsen bezahlen muss, während in der Staatskasse nach inoffiziellen Schätzungen nur 2,4 Milliarden Dollar vorhanden sind.

Das einzige große Exportprodukt Venezuelas ist das Rohöl, dessen Preis sich im Keller befindet. Nach Einschätzungen der Organisation erdölexportierender Länder Opec wird sich daran auch so schnell nichts ändern. Damit ist die wichtigste Devisenquelle des karibischen Landes am Darben. Die Einnahmen der Devisen seien um 70 Prozent gesunken, wird auch vom Präsident eingeräumt.

Rohöl und Derivate Venezuelas haben diese Woche nur noch einen Preis von 27,87 Dollar pro Barrel erzielt. Laut Spezialisten kommt die Regierung bei einem Preis von unter 40 Dollar jedoch kaum umhin, die Importe zu kürzen, um die Schulden liquidieren zu können. Kürzungen der Importe von Rohstoffen und ebenso Konsum- und Nahrungsmittel würden jedoch den ohnehin schon extremen Versorgungsmangel weiter verschärfen.

Bleiben die Goldreserven. Doch auch deren Wert ist 2015 um zehn Prozent gesunken. Möglich wäre auch, bei der chinesischen Regierung um finanzielle Unterstützung vorzusprechen, wie es heißt. Jedoch steuert auch der asiatische Riese auf eine Krise zu.

Währenddessen versichern Maduro und das Regierungsregime, Opfer einer „finanziellen Blockade“ zu sein, die von der Opposition und externen Faktoren betrieben werde, indem sie eine Verhandlung oder Neuaufnahme von Schulden verhindere.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Herbert Merkelbach

    Da wird noch ein verdammt dicker Brocken auf diese Regierung zukommen. Aber vielleicht erlebt es Maduro nicht mehr, wenn er Mitte des Jahres von der Bildfläche verschwände.
    Jetzt beantragt seine Fraktion auch noch einen „ökonomischen Ausnahmestand“ in der AN am 12.1.16. Mit anderen Worten, damit möchte er ein Ermächtigungsgesetz auf anderer Ebene erhalten. Ich hoffe, dass die MUD so klug ist, dem nicht zuzustimmen.

  2. 2
    babunda

    maduro soll das land selber in den staats-bankrott führen, damit jeder sieht was chavez und maduro dafuer verantwortlich sind.

  3. 3
    don ewaldo

    Rechnen war noch nie die Stärke der aktuellen Clique,solange der Sack voll war,lies es sich gut leben,
    obwohl in den guten Zeiten auch schon immense Schuldenberge aufgehäuft wurden.
    Hauptsache,die Bolibourguesa hat sich die eigenen Pfründe gesichert,jetzt ist Schluss mit lustig.
    Das Volk sollte sichmal die finanzielle Situation der Reichen „Sozialisten“ ansehen,angefangen der
    Chavez Clan in den LLANOS !!! Die Chinesen sind eh schon die Herren in Venezuela,man hat scheinbar
    nie an Rückzahlungen gedacht,laut dem Slogan : Nach mir die Sintflut !!!!!!!!!!!!!!

  4. 4
    jean valentin

    sozialisten sind schon immer gescheitert, nur wenn es um die eigene bereicherung geht, sind sie ganz vorne mit dabei und das dumme volk verherrlicht die auch noch. kann man nur hoffen, es ist bald vorbei und diese verbrecher müßen für ihre schandtaten büßen. im sinne des landes haben sie ja nun wirklich so alles falsch gemacht, was nur geht. marode wirtschaft durch verstaatlichung, den reichtum des landes mit vollen händen an kuba und andere wohlgesinnte staaten verschenkt, eine kriminalität jenseits von gut und böse, eine korruption wie es sie so gut wie noch nie gab, drogenhandel, andersdenkende einfach weggesperrt, die straßen verwahrlost, verdreckt bis zum abwinken, eine inflation wie sie diese welt noch nie erlebt hat, aber natürlich, wie gewohnt, sind immer die anderen daran schuld und jetzt setzen sie auch noch einen tättowierten ranchito als wirtschaftsminister ein, da kann man sich ja bald über blühende vorgartenkulturen, falls vorhanden, freuen, um die bevölkerung zu ernähren.. das chavezgesinde ist so mit das dümmste sozialistenpack was diese welt jemals erleben durfte

  5. Es tut mir leid, aber der Artikel und die Kommentare liegen vom Tenor her falsch. Es handelt sich bei der PSUV nicht um eine linksextreme Regierung, deren sozialistisches Modell gescheitert ist, weil sie nicht rechnen kann und nichts von Markt- und Volkswirtschaft versteht. Vielmehr haben wir es mit einer von Grund auf kriminellen Organisation zu tun, die sich bereits lange vor der ersten Wahl von Chávez formierte und in mehreren Ländern etablierte. Die Regierungsgewalt in Venezuela nutzen sie primär zu zwei Dingen:
    1. Systematischer und kompletter Ausverkauf der Ressourcen und finanziellen Wertschöpfung des Landes, zugunsten eigener privater Auslandskonten.
    2. Nutzung der Regierungsgewalt und aller ihrer Institutionen zu getarnter Durchführung und Schutz von Drogenhandel und Geldwäsche in bislang ungekanntem Ausmass.

    Warum wohl haben sie von Chinesen und auch Russen immer wieder neue Kredite erhalten, in zum Teil astronomischer Höhe? Weil sie diese insgeheim unverzüglich zurückzahlten, vielleicht sogar per Vorkasse,, mit Drogengeldern. Sie erhielten weisses Geld überwiesen, von dem niemals etwas in Venezuela ankam. Alles ging auf Privatkonten. Dafür verschoben sie jeweils einen deutlich höheren Betrag auf chinesische oder russische Banken, die traditionell mit Drogengeldern kein Problem haben. Die perfekteste und kostengünstigste Form der Geldwäsche, die man sich vorstellen kann! Was hat Venezuela davon? Die Schulden sind offiziell nicht getilgt und bleiben an Land und Volk hängen, sobald wieder eine normale Regierung an die Macht kommt. Chinesen und Russen können also hoffen, die Betrage irgendwann erneut einfordern zu können.

    Fazit: Diese Leute können sehr gut rechnen und sie tun es. Es dürfte sich um die, zumindest gemessen an der mit 17 Jahren sehr kurzen Zeit an der Macht, mit Abstand erfolgreichste Bande an Dieben und Betrügern handeln, die dieser Globus jemals erdulden musste.

    • 5.1
      herbert merkelbach

      Señor Bauer: Ihre Hypothese scheint eine sehr große Menge Wahrheit zu beinhalten. Seit ca. 3-4 Jahren kommen immer mehr Details der Verknüpfung dieser kriminellen Brut im Drogenhandel zu Tage zu treten. M. M. hat man bis jetzt nur die Spitze des Eisberges ersehen können. Nach einem evtl. Fall dieser Clique wird das gesamte Ausmaß der Verbrechen ans Licht kommen. Noch ist es nicht so weit. Im Moment geben sich die Bandenmitglieder noch gelassen. Wie gesagt, nichts hat Bestand unter der Sonne auf dieser Erde und eines Tages ist deren Zeit auch abgelaufen. Es ist nur unsäglich traurig, dass in der gesamten Zeit bis zu deren Untergang eine große Anzahl von Menschen darunter leiden mussten. Ich kann nur hoffen, dass in der Zeit danach, der „Chavismus“ als eine politische Pest betrachtet wird und in Venezuela keine Rolle mehr spielen wird.

      • 5.1.1
        Martin Bauer

        Señor Merkelbach. Der erste Abschnitt meines obigen Kommentars ist keine Hypothese. Er basiert vielmehr auf Recherchen und Dokumenten, aus denen hervorgeht, dass die politische Gruppe MBR 200 unter Chávez, der Vorläufer der PSUV, schon lange vor 1998 in den USA organisierten Drogenhandel und Geldwäsche betrieben, sowie unzählige Scheinfirmen und Immobilien besaßen. Sie waren den Behörden bekannt und nicht wenige sassen damals schon in Florida und Nachbarstaaten im Knast. Die politische Verbindung nach Kuba erfolgte erst später.

        Im zweiten Abschnitt stütze ich mich auf Indizien und ziehe daraus Schlussfolgerungen, die hochwahrscheinlich zutreffen, die ich aber im Detail nicht belegen kann.

  6. 6
    herbert merkelbach

    Señor Bauer: Auch meine Wenigkeit im etwas fortgeschrittenen Alter lernt jeden Tag etwas Neues hinzu, insbesondere Fakten, die ich in diesem Fall absolut nicht kannte. Für eine solche Information bin ich in jedem Fall grenzenlos dankbar.

    • 6.1
      Martin Bauer

      Meine Hauptquelle sind Publikationen von Casto Ocando, einem in den USA lebenden venezolanischen Journalisten, der sich diesem Thema verschrieben hat. Er dürfte einer der besten Kenner der Szene sein, wenn nicht der Beste. Sein exzellentes Buch „Chavistas al Imperio“, fand ich zu meiner totalen Überraschung im Schaufenster eines Ladens in Venezuela!!! – ISBN 9781495351846 – Der Besitzer dieses Ladens hat wirklich Mut! Bei der Ausfuhr in Maiquetia habe auch ich den Atem angehalten. Aber keiner hat’s gesehen. War etwas unnötig, denn selbst Amazon bietet es an.

      Meine Frau folgt seit langem seinen Twitter und facebook accounts.

      http://www.miamidiario.com/judicial/venezuela/estados-unidos/narcotrafico/diosdado-cabello/miguel-rodriguez-torres/casto-ocando/judicial/nestor-reverol/narcogenerales/351404

      http://www.maduradas.com/tag/casto-ocando/

      http://informe21.com/casto-ocando

      http://www.amazon.com/Chavistas-Imperio-Escándalos-Revolución-Bolivariana/dp/149535184X

      • 6.1.1
        herbert merkelbach

        Die Publikationen Maduradas und informe21 als auch pancaliente, runrun.es, reporte confidencial, elpitazo.las armas de coronel, lese ich jeden Tag. Vom Buch des Sr. Ocando weiss ich erst jetzt.
        All diese Freveleien der Chavisten, besonders die der Drogenszene dürfte der US Justiz nicht verborgen bleiben bzw. schon seit langem bekannt sein. Vielleicht warte die USA ab, bis der Ölpreis auf wirkliche US$ 20,- abgesunken ist, so dass Sr. Maduro die Luft ausbleibt und erstickt. Auf jeden Fall kann man im Falle von Venezuela von einem Drogenstaat reden. Frage ist nur, wie lange noch?
        Weiterhin die Frage, was werden die USA machen? Die Öllieferungen aus VE blockieren, unterbinden?In VE einmarschieren, das glaube ich nicht. VE als Drogenstaat titulieren? Wer weiß. Noch mehr Sanktionen gegen führende Köpfe in VE aussprechen? Schon möglich. Mir ist und das war auch schon seit Jahren bekannt, dass das Land in wirklich fast allen Bereichen mit der Pest Chavismus verseucht ist.
        Ich möchte mich für all die Hinweise herzlich bedanken.

  7. 7
    Don Ewaldo

    Hoffentlich hat das venez. Volk auch Zugriff auf die wirklich interessanten Themen,aber gerade die zu Lebzeiten von Chavez. Denn, diese Geschichte rückt Tag für Tag näher an unseren „famosen“ Addy! den Unvergesslichen GRÖFAZ !!!!!
    Aber auf jeden Fall wird der Nobelpreis verliehen für die Famose Leistung ,“aus dem Paradies in der Karibikden Arsch der Welt “ gemacht zu haben.
    Da gilt der Standartspruch unserer Wisseschaftler (Glaubensschaftler )— Das hätten wir aber wirklich nicht vermutet !!“
    Spruch des Tages : Egal wie schnell ein ESEL läuft,es wird kein PFERD daraus !

  8. 8
    Der Bettler

    Chavez kann ja nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden,aber seine Nachfolger sollen geteert und gefedert durch ganz Caracas gekart werden ,um dann am Plaza Bolivar freigegeben zu werden für jedermann ohne Strafe.Das würde ein würdiges Ende dieser Verbrecher sein !!

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