Bolivien: Rätselraten um den „toten“ Sohn von Evo Morales

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Präsident Evo Morales bei einer Pressekonferenz im Regierungspalast (Foto: ABI)
Datum: 29. Februar 2016
Uhrzeit: 18:45 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Boliviens Präsident Evo Morales hat bei dem Referendum (21. Februar) über eine mögliche vierte Amtszeit eine Niederlage erlitten. 51,30 Prozent der Wähler stimmten gegen eine dafür notwendige Verfassungsänderung und nur 48,70 Prozent dafür. Vor allem die urbane Bevölkerung des Landes hat sich – nicht zuletzt wegen Vorwürfen von Korruption und Günstlingswirtschaft – von ihm abgewandt. Am Freitagmorgen (26.) Ortszeit war die Ex-Freundin von Morales festgenommen worden. Nach Angaben des Innenministeriums liegt gegen Gabriela Zapata Montaño der Verdacht der „Einflussnahme“ vor. Von den Machenschaften zwischen Morales und Zapata hatte bereits der Journalist Carlos Valverde berichtet und mehrere Ungereimtheiten aufgedeckt. Der Medienschaffende hatte herausgefunden, dass in der Führungsetage des chinesischen Unternehmens CAMC die 28-jährige Ex-Freundin von Morales sitzt. Mit dem Unternehmen soll die bolivianische Regierung Verträge in einem Wert von umgerechnet mehr als einer halben Milliarde Euro abgeschlossen haben – zumeist ohne Ausschreibung. Morales hatte mit Gabriela Zapata Montaño einen gemeinsamen Sohn, der im Jahr 2007 starb. Kurz nach ihrer Festnahme teilte die Tante von Gabriela mit, dass der Sohn von Präsident Evo Morales gar nicht gestorben ist. Nach ihren Worten ist Ernesto Fidel fast neun Jahre alt und lebt an einem unbekannten Ort in La Paz.

Die Nachrichten schlug im südamerikanischen Binnenstaat wie eine Bombe ein. In einem Interview kurz vor dem Volksreferendum hatte Morales über sein ehemaliges Verhältnis mit Montaño gesprochen und bestätigt, dass aus dieser Beziehung ein Sohn hervorgegangen ist, der ein paar Monate nach seiner Geburt verstarb. Morales bekräftigte am Montag (29.), dass er den Worten seiner früheren Partnerin geglaubt hat und bat die Familie von Montaño um Aufklärung. „Offensichtlich gibt es eine Divergenz hinsichtlich des Todes des Babys. Ich habe den Worten und Informationen von der Mutter meines Sohnes geglaubt. Ich habe die Familie von Gabriela Zapata um Hilfe gebeten und will das Kind, sollte es leben, zu mir holen. Ich habe das Recht es zu sehen und mich um es zu kümmern. Ich frage mich, warum sie es seit 2007 versteckt“, so Morales in einem Interview mit dem lokalen TV.

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