Illegaler Fischfang: Argentinien versenkt chinesisches Schiff

versenken

Chinesische Schiff soll versucht haben, das Küstenschutzboot zu rammen und in internationale Gewässer zu entkommen (Foto: Screenshot YouTube)
Datum: 17. März 2016
Uhrzeit: 18:58 Uhr
Leserecho: 6 Kommentare
Autor: Redaktion
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Die argentinische Küstenwache hat am Montag (14.) einen chinesischen Trawler versenkt. Vorausgegangen waren mehrere Aufforderungen zum Beidrehen und ein Warnschuss. Nach Angaben der Behörden hatte die Besatzung der „Lu Yan Yuan Yu 10“ vor der Küste Patagoniens illegalen Fischfang ausgeübt und der Kapitän des 66 Meter langen Schiffs trotz mehrfacher Aufforderung nicht beigedreht. Für den kommunistischen Propagandamainstream war die Aktion ein gefundenes Fressen und soll belegen, dass der neue argentinische Präsident Mauricio Macri seine Bereitschaft demonstrieren will, die nationalen Interessen seines Landes selbst gegen China als großen Handelspartner und wichtigen Investor zu verteidigen.

Bereits vier Tage vor der illegalen Aktion hatte die argentinische Küstenwache Warnschüsse auf mehrere andere Fischerboote in der gleichen Gegend abgefeuert. Argentinien beansprucht eine 200-Meilen-Zone als seine exklusive Wirtschaftszone, die Gewässer werden von illegalen Fischerbooten hauptsächlich zum nicht genehmigten Tintenfischfang genutzt. Es gibt Dutzende Aufzeichnungen über die Erfassung von illegal fischenden chinesischen Schiffen vom Juni 2013, im Jahr 2012, 2006, 2005, 2003 und 2001. Der argentinische Spezialist für Meeresschutz, Milko Schvartzman, berichtet von „schwimmende Städten“ die aus bis zu 400 Schiffen aus China, Südkorea, Taiwan, Spanien und Japan bestehen. Chinesische Schiffe durchsegeln und verschmutzen die Meere der Region auf der Suche nach wertvollen Fischbeständen – zahlreiche Beschwerden von Umweltgruppen sind aktenkundig.

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  1. 1
    Martin Bauer

    Je eher man den Chinesen zeigt, dass sie eine vergangene Kultur von Imperialisten sind, nicht die Zukunft des Planeten, um so besser! Es stellt sich ja nicht die Frage, OB dieser Schritt notwendig ist, sondern WANN. Für mich war das vorgestern.

    Auf China als Handelspartner verzichte ich persönlich gerne und mit absoluter Konsequenz, aufgrund denkbar schlechter Erfahrungen. Die wenigen Regierungsaufträge, die ich in arrogantester Form durch Scheinfirmen getarnt erhielt, hatten nur zum Zweck, meine Produkte zu analysieren und zu kopieren. Das war vor 31 Jahren. Bis heute kamen sporadisch immer mal weitere unglückliche Versuche, mich für doof zu verkaufen, längst auch von privaten Firmen. Keiner hatte ein sauberes Geschäft im Sinne, immer nur Diebstahl. Aber nichts von allem hat denen geholfen, weil das Land bis heute über keinerlei zeitgemässe Technologie oder qualifizierte Ingenieure und Techniker verfügt. Sie haben hervorragende Kaufleute, aber ohne akzeptable Produkte, es sei denn, geklaute. Was im Land funktioniert sind Lohnarbeiten unter permanenter Aufsicht westlicher Fachleute. Kreativität existiert nur im Sinne von „dem Anderen etwas Wegnehmen“, egal mit welchen Mitteln.

    Es wird noch mindestens fünfzig Jahre dauern, bis die Chinesen lernen, dass es zwischen Faustkeil und Nuklearbombe eine Menge anderer Möglichkeiten gibt, ein Feuer anzuzünden.

    • 1.1
      Caramba

      Ich bin nicht sicher, ob die Chinesen in 50 Jahren so weit sein werden. Ihre Probleme, die du so treffend beschreibst, sind kultur-immanent.
      Erfinden bedingt Kreativität und Ehrlichkeit, zumindest sich selbst und dem engsten Team gegenüber. Ein Chinese würde nie einen Auftrag des Chefs ablehnen mit den Worten „Ich kann das nicht“, das wäre unhöflich. Er wird sagen, ja klar, und sich dann Ausreden einfallen lassen. Auch eine Arbeitskultur, die eigenständige, vielleicht sogar neue Ideen fördert, gibt es nicht, im Gegenteil, Tradition ist alles, und wenn es die Alten schon 200 Jahre so machen, wer zur Hölle bist du es jetzt zu ändern – nur weils besser ist?!? Neinneinnein.
      Und kopieren sehen sie auch völlig anders als wir, der Begriff geistiges Eigentum ist in fast ganz Asien ungewöhnlich – Geistesblitze kommen von Buddha oder bei den Hindus der jeweilig zuständigen Gottheit, wie könnte man dafür Geld verlangen? Ausserdem ist es doch ein grosses Kompliment für deine Produkte, wenn sie kopiert werden……
      Und trotz rasendem Fortschritt in einigen wenigen Zentren ist die grosse – verflucht grosse – Masse sowohl in China als auch in Indien noch laaange nicht auf dem Niveau. Wenn sie es überhaupt je sein werden…..

      • 1.1.1
        Martin Bauer

        Das Problem ist, dass sich die chinesische Regierung und auch viele Chinesen gebärden, als seien sie bereits die dominierende Grossmacht der Welt und zu viele Regierungen und Menschen ihnen das abkaufen und kuschen. Kennzeichnend für chinesische Politik, in Inneren wie nach aussen, ist Brutalität. Und die war schon immer ein Zeichen von Schwäche. Deshalb darf man sich davon auch nicht einschüchtern lassen. – Der Aspekt des Schutzes der Meeresbewohner ist ein anderer. Und auch da spielen mehrere asiatische Staaten eine völlig inakzeptable Rolle, die offensichtlich nur mit Gewalt zu beenden ist, da sie alles andere ignorieren. Nicht zuletzt Japan.

        Am Zwischenfall hier zeigt sich doch ganz klar, dass der Kommandant des Trawlers völlig den Bezug zur Realität verloren hat. Wie kann ich versuchen, ein Fahrzeug der Küstenwache eines anderen Landes rammen zu wollen? Falls der Trawler einem Regierungsunternehmen gehört, käme dies einem kriegerischen Akt gleich, andernfalls einem Mordversuch der argentinischen Besatzung. Ich hoffe, den Typen haben die Haie gefressen. Falls nicht, darf der niemals wieder aus dem Knast raus.

      • 1.1.2
        Caramba

        Die Chinesen haben sich schon immer so gebärdet, das sind schlimmere Rassisten als wir alle zusammen. Sie hatten nur jahrhundertelang – aus verschiedenen Gründen – eine Politik der Abschottung und Konzentration nach innen. Das letzte Mal, dass eine chinesische Flotte die unmittelbaren Küstengewässer verlassen hat, war vor Kolumbus…..
        Das hat sich jetzt geändert, und gründlich. Und die Folgen werden wir noch spüren, gravierende Folgen, fürchte ich. Aus rein taktischen Überlegungen stimme ich Dir zu, diesen Drang mit Gewalt zu beenden, denn auf eine gewaltsame Auseinandersetzung läuft es höchstwahrscheinlich eh raus. Und dann lieber gleich, solange wir noch eine Chance haben…..

      • 1.1.3
        Martin Bauer

        Vor meiner Zeit in Venezuela hatte ich eine Freundin aus Shanghai. Hochintelligent und sehr gebildet. Die sah das im Grunde gem´nauso, nur durch die chinesische Brille. Für sie war die gewaltsame Anektion von Tibet ein völlig natürlicher Vorgang und eine kritische Meinung dazu schlicht lächerlich. Sie sagte, Tibete gäbe es keine mehr. Das seien längst alles Chinesen, durch konsequente Umsiedlung nach Tibet. Das Thema sei abgeschlossen.

        So und nicht anders, wird China weiter handeln, wenn man es lässt.

  2. 2
    Caramba

    Gut so, wäre toll wenn alle Anrainerstaaten gegen illegalen Fischfang – auch dem illegalen Shark-finning der eigenen Boote! – so robust bekämpfen würden. Wenn einen die Küstenwache per Warnschuss zum Beidrehen bittet und man macht einen Ramm- und Fluchtversuch, hat man im wahrsten Sinne des Wortes „Den Schuss nicht gehört“ und die Konsequenzen verdient.

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