„Panama Papers“ und Venezuela: „Kleptomanen mit roten Mützen haben das Land ausgenommen“

geldwaschen

Die wundersame Geldvermehrung der Elite verläuft traditionell über den staatlich kontrollierten Wechselkurs (Foto: Archiv)
Datum: 07. April 2016
Uhrzeit: 23:36 Uhr
Leserecho: 13 Kommentare
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Ein Datenleck bei einem der größten Anbieter für Briefkastenfirmen bringt zahlreiche Staats- und Regierungschefs sowie weitere Politiker in aller Welt in Schwierigkeiten. Die Unterlagen zeigen, wie sie in Geschäfte mit Offshore-Konstruktionen verstrickt sind. Das Leck umfasst E-Mails, Urkunden, Kontoauszüge, Passkopien und weitere Dokumente zu rund 214.000 Gesellschaften, vor allem in Panama und auf den Britischen Jungferninseln. Die Daten der „Panama Papers“ stammen von der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca. Eine anonyme Quelle hat sie der Süddeutschen Zeitung überlassen, die sie mit dem Internationalen Konsortium Investigativer Journalisten (ICIJ) sowie dem NDR und dem WDR teilte. Insgesamt umfasst das Leck 11,5 Millionen Dateien, der größte Teil davon aus den Jahren 2005 bis 2015. Der Datensatz ist 2,6 Terabyte groß. Laut der „Süddeutschen Zeitung“ ist besonders auffällig, dass das Wort „Venezuela“ in den „Panama Papers“ in rund 241.000 Dokumenten auftaucht.

Verwunderlich ist dies in Wirklichkeit nicht. Venezuela belegt in allen negativen Statistiken weltweit die vordersten Plätze (Kriminalität, Mordrate, Drogenschmuggel, Einschränkung der bürgerlichen Grundrechte, Inflation und Korruption). Die „Süddeutsche Zeitung“ spricht in ihrem Artikel folgerichtig davon, dass die geleakten Papiere aus der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca einen Einblick darüber vermitteln, „wie diese Kleptomanen mit roten Mützen das Land in den zurückliegenden anderthalb Jahrzehnten ausgenommen haben“.

Anzeige
wandere aus, solange es noch geht

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2016 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.
  1. 1
    Der Bettler

    Jeder mit etwas Hirn wußte das auch ohne Panamapapers.Aber es ist gut ,daß es nun weltweit an die Öffentlichkeit kommt.

  2. 2
    Marco Calde

    Ob da der Herr Bauer auch dabei ist ;)

    • Nein, bin ich nicht. Unsere venezolanische Hausbank hat uns die Einrichtung von Offshorefirma und Konto bei ihrer panamaischen Tochterfirma zwar vor Jahren angeboten, ich habe aber aus verschiedenen Gründen abgelehnt. Zum einen, weil ich so wenig wie möglich Kontakt mit venezolanischen Bänken haben möchte, zum anderen, weil die Konditionen in Panama sehr teuer sind, in Hinblick auf die ausserordentlich hohe Diskretion und Sicherheit, die dort geboten wird. Dafür habe ich kein Bedarf. Aus dem gleichen Grund habe ich auch unsere unsere dann auf den Cayman Islands gegründete Offshorefirma nicht lange gehalten. Wir hatten absolute nicht zu verbergen, lediglich ein operatives internationals Geschäft, welches in Venezuela unter seiner verbrecherischen Regierung nicht mehr praktikabel war. Wenn da jede Überweisung ein kleines Vermögen kostet und einen Wust an Formalitäten erfordert, ist dies einfach ineffizient und unrentabel. Also sitzt der Laden jetzt in Delaware, zahlt dort seine Steuern und ist vor superschlauen „investigativen“ Hornochsen bestmöglich geschützt.

      • 2.1.1
        Martin Bauer

        Hab noch was vergessen: Die Bankverbindung der Delaware LLC ist ganz besonders sicher „verborgen“, nämlich in Deutschland, mit Eintragung von Gesellschaftern, Direktoren und Handlungsbevollmächtigten durch apostillierte Dokumente. Solange diese Konstruktion nur legale, transparente Geschäfte macht, ist sie jeder in einer Bananenrepublik angesiedelten Firma in Bezug auf Kosteneffizienz und Steuervorteile haushoch überlegen. Nur zum Betrügen und Steuerhinterziehung taugt dieses Modell nicht.

    • 2.2
      babunda

      aber die cilia flores ist mit 13 konten dabei herr calde.

  3. 3
    Der Bettler

    Wo soll Herr Bauer dabei sein? Falls er eine Firma in Panama hat,ist das keine Straftat.Außerdem werden wir nur bekannte Namen erfahren,und Venezuela wurde namentlich über 210.000 mal erwähnt.Welches Verbrecher und Drogensyndikat die Regierung von Venezuela ist,ist mittlerweile auch schon weltweit bekannt.Herr Calde haben Sie sonst noch irgendwelche Sorgen,ob vielleicht auch ein Maier von Hinterhugeltupfing erwähnt wurde,und DABEI ist ?

  4. 4
    don ewaldo

    Die BOLIBOURGUESA kann niemand toppen,es ist schon einsame Spitze,mit welcher Skrupelosigkeit
    unter Chavez & Co.ein ehemals reiches Land geplündert wurde.Ich werde das Gefühl nicht los,dass die Mehrheit der einfachen Bevölkerung die volle Bandbreite der Katastrophe überhaupt erkannt hat.
    Wehe,wehe,wenn ich auf das Ende sehe……. Wilhelm Busch

    • 4.1
      Martin Bauer

      Das Ausmass des Raubes an Volksvermögen dürfte in der Geschichte ohne Beispiel sein und selbst die russischen Polit-Oligarchen weit übertreffen. Da erinnere ich nur an die Liste der Standford Bank, Antigua, von 2004, als die PSUV-Bande noch ganz am Anfang ihres kollektiven Raubzuges stand. Die 98 namentlich aufgeführten PSUV-Mitglieder hatten dort 2 Milliarden gebunkert. Das meiste davon Diosdado Capello. Und das waren nur die Konten mit zumindest einer Million Dollar Guthaben. Die restlichen dürften auch noch mal wenigstens eine Milliarde zusammen bringen. – Das war nur der Teil auf einer kleinen, anscheinend unbedeutenden Privatbank. Da gibt es noch solo viele andere auf der Welt, darunter auch grosse Banken! Und es waren nur simple Privatkonten, nicht nur verschachtelte Offshore-Briefkastenfirmen getarnt. Auf deren Konten darf man das grosse Geld vermuten.

  5. 5
    Franky

    Ich bin gespannt,ob das immer noch nicht reparierte Volksvermögen der ehem. DDR, welches von derLinken als Nachfolger der SED nicht auch in den Panama papers in irgendwelchen Scheinfirmen aufzufinden ist – wäre ein großer Spaß wenn da Namen wie Wagenknecht oder Gysi auftauchen.

  6. 6
    Franky

    Ich meinte natürlich von der Linken versteckt wird.

  7. 7
    Martin Bauer

    Man hätte das mal Schalck-Golodkowski fragen sollen. Aber an den traute sich ja nie einer ran…

    • 7.1
      C.H.Sievers

      Lustig, an den Schalck- Golodkowski traute sich deswegen niemand ran, weil der zuviel von den „lupenreinen Saubermännern“ der ehem. BRD wusste.
      Der hatte nämlich die Platin- gehe nicht ins Gefängnis- Karte.
      Glaubt Ihr an Santa Claus?

  8. 8
    Franky

    … an die Honecker – xxxxxxxxxxx könnte man noch rankommen – aber Gysi wird das mit Sicherheit auch wissen, aber der wird ja als Polit Clown von Talkshow zu Talkshow gereicht – widerlich und ekelerregend – diese rotexxxxxxxxxxxxxxxx

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!