Kuba und Venezuela: Bundesdruckerei offenbar in „Panama Papers“ verstrickt

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Bundesdruckerei stellt Pässe und Personalausweise, Banknoten und Briefmarken sowie andere sensible Dokumente und Produkte her (Foto: Archiv)
Datum: 09. April 2016
Uhrzeit: 14:43 Uhr
Leserecho: 4 Kommentare
Autor: Redaktion
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Die Enthüllungen in den „Panama Papers“ sorgen weltweit für Aufsehen und bringen immer mehr Politiker in Erklärungsnot. Die große Zahl von Politikern oder Politikberatern, die in den Papieren auftauchen und Briefkasten-Firmen entweder selbst gegründet haben oder über Mittelsmänner an ihnen beteiligt sind, legt mindestens die Vermutung nahe, dass hier einige Dinge verschleiert werden sollten. Die Enthüllungen beweisen zumindest eines ganz deutlich: Den Wert einer freien Presse. Investigative Journalisten in Lateinamerika berichten darüber, dass die dem deutschen Finanzministerium unterstellte Bundesdruckerei dubiose Geschäfte mit Venezuela gemacht hat. Dabei geht es um den Erwerb deutscher Technologie bei der Herstellung von elektronischen Reisepässen und Personalausweise.

Demnach wurde dabei eine von der Bundesdruckerei benutzte Briefkastenfirma „Billingsley Global Corporation“ bei der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca benutzt, die jetzt im Zentrum der Panama Papers steht. Dem „Spiegel“ zufolge wurden über diese Firma fragwürdige Geschäfte der Bundesbank mit Venezuela abgewickelt, wobei ein Teil des Geschäftsgewinns nicht bei der Bundesbank ankam. Was diese Entdeckung besonders bemerkenswert macht ist eine Verdichtung der Hinweise darauf, dass Venezuela und Kuba das Pass-System dazu verwendet haben könnten, um gefälschte Dokumente für die Hisbollah-Terroristen herzustellen.

Nach einem Bericht der amerikanischen „Secure Free Society“ aus dem Jahr 2014 sollen in Venezuela und Kuba Pässe für Immigranten aus dem Mittleren Osten ausgestellt worden sein, damit diese leichter in die USA und Kanada einreisen können. Venezuela soll zusammen mit dem kubanischen Geheimdienst zwischen 2008 und 2012 mit mindestens 173 Pässen, Visa, Geburtsurkunden und anderen Dokumenten für extremistische Islamisten deren Einreise in die nordamerikanischen Länder ermöglicht haben. Das südamerikanische Land wird in dem Report als „Brücke der Iraner“ bezeichnet, um nach Kanada zu gelangen. Zudem gibt es zahlreiche Indizien dafür, dass die Hisbollah massiv in den Drogenhandel im südamerikanischen Land involviert ist.

Die Aktivitäten der Hisbollah in Südamerika begannen bereits Mitte der 1980er Jahre und insbesondere ihre Präsenz im Länderdreieck zwischen Argentinien, Brasilien und Paraguay sind gut dokumentiert, ebenso wie die beiden Anschläge in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires – 1992 gegen die israelische Botschaft und 1994 gegen das jüdische Gemeindezentrum AMIA. Erst vor wenigen Wochen hatte US-Präsident Barack Obama ein Dekret verlängert, welches Venezuela als Gefahr für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten bezeichnet.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Der Reisende

    Barack Obama hat ein Dekret verlängert, welches Venezuela als Gefahr für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten bezeichnet heißt es !!!!
    Für mich ist Venezuela nicht nur für die USA eine Gefahr ! ich glaube so langsam für die ganze Welt ( Drogen- kriminelle Machenschaften ( illegale Atomwaffen ) und wer weiß was sonst noch so zusammenkommt . Es wird Zeit das jemand diese kriminelle Brut stoppt.

  2. Nach all meinen Beobachtungen und Informationen passt dies voll ins Bild. Wenn es zugriff, dass deutsche Beamte oder Politiker unsere Technologie zur Herstellung von Pässen und Ausweisen verkauft haben, dass sind diese Leute direkte Unterstützer von Massenmördern, Terroristen und Drogenhändlern. Was ich dafür als Strafe für angemessen halte, sehen die deutschen Gesetzbücher leider nicht vor. Guantanamo als Aufbewahrungsort für solche Leute wäre entschieden zu human.

    • 2.1
      Caramba

      Die Deutschland AG ist über ihre verschiedenen Organe (Deutsche Bank, BaFin, Bundesdruckerei, BND etc Regierung??) in fast alle schmutzigen Geschäfte auf diesem Planeten verwickelt, so wie alle anderen „Global Player“ in diesem schmutzigen Spiel auch. Bestrafung der wirklich Verantwortlichen wird es nicht geben. Nicht in Guantanamo und nicht sonst wo……

  3. 3
    C.H.Sievers

    Ay si! Caramba, „que se vallan pal carajo, estos coño su madres“.
    Das elende Kapital ist der Hauptfeind in dem schmutzigen „Spiel“ organisiert von gierigen, über alle Maßen skrupellosen, „lupenreinen“ Herren im Nadelstreifen, auf First Class Niveau. Zur Verantwortung werden die mit Sicherheit nirgendwo gezogen, denn diese stehen unter Schutz der sog. „Lupenreinen Demokraten“. Ob nun in der Schweiz, den USA, Panama, Deutschland, YV auf irgendwelchen Offshore Inselchen, oder sonst wo. Der Feind schläft bekanntlich im eigenen Bett, sagt ein Sprichwort. Derartige Konsorten bekommen in Deutschland irgendwann das Bundesverdienstkreuz, erster Klasse umgehängt.
    Viva la corrupción!

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