Brasilien: Einheimische Holzindustrie setzt auf die Australische Rotzeder

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Mittlerweile wächst der Baum auf einer Fläche von 70 Hektar, die Eigentümer des landwirtschaftlichen Betriebs sind begeistert (Fotos: TVScreen)
Datum: 10. April 2016
Uhrzeit: 18:04 Uhr
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Bereits in der Antike waren Zedern wegen ihres leicht zu bearbeitenden und sehr dauerhaften Holzes sehr beliebt im Schiffsbau. Die großen, immergrünen Bäume, brauchen viel Sonnenlicht zu gutem Wachstum und im Vergleich mit anderen Kieferngewächsen kommen sie mit relativ wenig Niederschlag aus. Holzproduzenten in Brasilien haben die Australische Rotzeder (Toona ciliata) für ihre Bedürfnisse entdeckt, bereits im Jahr 2004 wurden von Forschern der Universität „Universidade Federal“ in Lavras (Bundesstaat Minas Gerais) erste Sämlinge aus dem auf der Südhalbkugel nordwestlich von Neuseeland liegenden Staat ins südamerikanische Land eingeführt und mehrere Monate in einer Quarantäne-Station aufbewahrt. Auf der Farm Bela Vista in Campo Belo waren in der Vergangenheit auf über 200 Hektar Kaffee und Eukalyptus angebaut worden. Vor zwölf Jahren entschlossen sich die Farmer, die Australische Rotzeder zu kultivieren. Mittlerweile wächst der Baum auf einer Fläche von 70 Hektar, die Eigentümer des landwirtschaftlichen Betriebs sind begeistert. „Es handelt sich um ein qualitativ sehr hochwertiges Holz für die Möbel- und für die Bauindustrie. Deshalb ist der Werkstoff für edle Zwecke bestimmt und hat einen sehr guten Marktwert“, freut sich Ricardo Vilela, Besitzer der Fazenda.

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Vilela setzt schon längst nicht mehr nur auf das qualitativ hochwertige Holz der Zeder und hat sich zum regionalen Produzenten von Sämlingen entwickelt. Ebenfalls investiert er in die Erhaltung der nach seinen Worten „ungeheuerlichen Bäume“. Diese können im hohen Alter einen Durchmesser von über einen Meter und eine Höhe von fast 45 Metern erreichen. Laut dem Förster Sebastian Rosado stammt die Zeder aus den Wäldern der Ostküste Australiens. „Sie stammen aus der gleiche Familie wie der brasilianische Mahagoni und die brasilianische Zeder. In Australien, einst Kolonie von England, waren sie die Quelle für den Rohstoff Holz in England. Der Baum wurde bis zur Erschöpfung ausgebeutet – der Prozess des Aussterbens hatte bereits begonnen. Heute ist die Rotzeder in Australien eine geschützte Art“.

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Im Jahr 2015 hat Vilela 600.000 Setzlinge verkauft, die Prognose für das Jahr 2016 liegt zwischen 800.000 und eine Million (Stückpreis knapp ein US-Dollar). Inzwischen entstehen in der Region weitere Produktions-Anlagen, die Pflanzung von Setzlingen erfolgt durch manuelle Pflanzer. Die Eigner der Plantagen genießen nach eigenen Angaben die Aufzucht der Zeder und sprechen von einer Zuneigung zu diesem Baum „wie bei einem Haustier“. Der Toona ciliata ist allerdings kein rustikaler Baum wie der Eukalyptus. Die Produktion erfordert viel Sorgfalt, das erste Jahr des „Lebens“ wird als empfindlichstes Stadium der Pflanzenentwicklung bezeichnet. Das Jäten von Unkraut zwischen den einzelnen Baumgruppen, sorgfältiges Beschneiden der unteren Äste, erfordert bis zur „Ernte“ durchschnittliche Investitionen pro Jahr in Höhe von rund 4.500 US-Dollar pro Hektar.

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Die ersten Bäume werden im Alter von drei Jahren gefällt und dienen ausschließlich dem Brennholzverkauf (durchschnittlich 250 US-Dollar pro Hektar). Acht Jahre alte Zedern finden Verwendung in den Sägewerken und im Alter von 15 Jahren wird der letzte Baum gefällt. Bei optimaler Ausnutzung wird auf jedem Hektar 260 Kubikmeter Holz produziert, der Gewinn liegt bei über 17.500 US-Dollar pro Hektar.

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