„Völkermord in Brasilien stoppen“: Kampagne im Jahr der Olympischen Spiele

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Die Guarani-Kaiowá erfahren brutale Gewalt und müssen zusehen, wie ihr angestammtes Land geraubt wird. Sie leider unter der höchsten Selbsttötunsgrate der Welt (Foto: Fiona Watson/Survival)
Datum: 19. April 2016
Uhrzeit: 12:51 Uhr
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Autor: Redaktion
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Survival International hat zeitgleich mit den Olympischen Spielen in Rio 2016 eine Kampagne gestartet, um die Vernichtung indigener Völker zu verhindern. Am heutigen „Tag der Indigenen“ wird in ganz Brasilien auf die Anliegen und die Kultur indigener Völker aufmerksam gemacht. Trotz des politischen Chaos, das derzeit in Brasilien herrscht, will die Kampagne auf ernsthafte Menschenrechtsfragen und Bedrohungen für die indigene Bevölkerung aufmerksam machen. Diese Bedrohungen bestehen unabhängig von den politischen Unruhen im Land.

In der Kampagne „Völkermord in Brasilien stoppen“ geht es um den Schutz unkontaktierter indigener Völker im Amazonasgebiet wie der Kavahiva. Zudem wird ein Ende der Gewalt und des Landraubs gegen die Guarani in Südbrasilien gefordert. PEC 215, eine mögliche Verfassungsänderung, die die Landrechte indigener Völker erheblich untergraben würde, soll mithilfe der Kampagne ebenfalls verhindert werden.

Survival setzt sich bereits seit Jahrzehnten für die Rechte unkontaktierter Völker ein, von denen es Schätzungen zufolge allein in Brasilien über 100 gibt. Diese Völker gehören zu den bedrohtesten Gesellschaften unseres Planeten. Die Kawahiva und andere Völker werden durch die Gewalt Außenstehender, die ihr Land und Ressourcen stehlen, sowie durch Krankheiten wie Grippe und Masern ausgerottet, gegen die sie keine Abwehrkräfte besitzen.

Im Süden Brasiliens haben Farmer das Gebiet der Guarani verwüstet. Fast ihr gesamtes Land wurde gestohlen. Während Guarani-Kinder verhungern, werden die Anführer*innen von bewaffneten Farmern nacheinander ermordet. Hunderte Männer, Frauen und Kinder der Guarani begingen Selbstmord. Schließlich würde die geplante Verfassungsänderung PEC 215 Grundbesitzern die Möglichkeit geben, gegen die Anerkennung neuer indigener Territorien zu stimmen und bereits bestehende Gebiete aufzulösen. Da indigene Völker ihr Land für ihr Überleben brauchen, würde diese Änderung sie in ihrer Existenz bedrohen und ihre Menschenrechte untergraben.

Survival ist der Auffassung, dass diese Anliegen zusammengenommen einen drohenden Genozid an indigenen Völkern in Brasilien darstellen. Dieser muss verhindert werden.

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