Ölpest im Golf von Mexiko bedroht mehr als 400 Tier-Arten

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Datum: 02. Mai 2010
Uhrzeit: 08:59 Uhr
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Autor: Redaktion
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Wenige Tage nach der Explosion einer Bohrinsel im Golf von Mexiko beginnt das große Sterben von Vögeln und Fischen. Laut den Umweltbehörden des US-Bundesstaates Louisiana sind mehr als 400 Tier-Arten von der Ölpest betroffen.

Die US-Küste befindet sich im Alarmzustand. Zornige Fischer versammeln sich von Venice im Mississippi- Delta, über Biloxi, Mississippi, bis Mobile, Alabama. Viele sind niedergeschlagen. Die Ölpest wird ihre Jobs auf Jahre infrage stellen, viele fürchten um ihre Existenz. Wale, Delphine, 110 Arten von Zugvögeln und eine große neotropische Population von Schalentieren sind durch die Pest bedroht.

Der Ölteppich im Golf von Mexiko hat nach Angaben von Wissenschaftlers inzwischen eine Ausdehnung von mindestens der Größe der Karibikinsel Jameika erreicht – und ist damit  dreimal größer als zunächst angenommen, sagte ein Wissenschaftler von der Universität Miami. Ein ganzer Landstrich des Staates Louisiana steht unter Schock, die Menschen fürchten um ihre Existenz und um die Natur direkt vor ihrer Haustüre. Die Hoffnungen, dass man den Ölteppich, der auf die Explosion der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ 70 Kilometer vom Land entfernt folgte, haben sich zerschlagen. Inzwischen erstreckt sich der Ölteppich über 150 Kilometer in Nord-Süd-Richtung, hat die vorgelagerten Chandeleur-Inseln eingeschlossen und läuft 250 Kilometer weiter östlich im Meer als Herzspitze aus.

Mehrere bedeutende Naturschutzgebiete liegen in diesem Bereich, der gerade in diesen Wochen Nist- und Rastplätze für vielfältige Vogelarten bietet. Einige waren bereits zuvor vom Aussterben bedroht. „Aus Sicht der Fortpflanzung der Vögel ist das die denkbar schlimmste Jahreszeit für so ein Desaster“, sagt Michael Parr vom Vogelschutzbund der USA. Das Gebiet ist ein Rastplatz für Tausende von Wasservögeln, 50% der Garnelen Produktion, 35 % der blauen Krabben und 40% aller US-Austern stammen von hier. Ohnmächtig sehen die Fischer von Louisiana, Alabama, Mississippi und die Hoteliers von Florida den immer größer werdenden Ölteppich. Und Informationen der US-Medien, dass BP sich erst im letzten Jahr vehement gegen die Verschärfung der Sicherheitsvorschriften wehrte, die bei Bohrinseln vor der Küste von Brasilien zum Standart gehören, sorgen bei immer mehr Küstenbewohnern für Wut.

US-Präsident Barack Obama hat die Küste zum nationalen Notstandsgebiet erklärt sowie Einheiten von Armee und Marine in Marsch gesetzt. Zuvor hatte Obama Innenminister Ken Salazar mit der Anfertigung eines Berichtes zur „vollständigen Aufklärung“ des Desasters beauftragt, welches dem Londoner Ölmulti BP Milliarden von US-Dollar kosten wird.

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