Lithium: Die neue wirtschaftliche Hoffnung für Lateinamerika

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Tesla Motors wurde mit dem Ziel gegründet, Elektroautos für ein breites Publikum zu bauen (Foto: teslamotors)
Datum: 24. April 2016
Uhrzeit: 18:48 Uhr
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Inmitten der anhaltenden Krise im Öl- und Bergbausektor gibt es einen Hoffnungsschimmer für die lateinamerikanischen Länder Argentinien, Chile und Bolivien. Lithium gilt als neues Gold der Anden und als Schlüsselrohstoff der nächsten Jahrzehnte. Längst sind Lithium-Ionen-Akkus unverzichtbar in Handys und Laptops. Nun könnte die Nachfrage mit dem Boom der Batterien für Elektroautos weiter anziehen. Die Investmentbank „Goldman Sachs“ bezeichnet das chemische Element bereits als „das neue Benzin“, vom dem zwischen Argentinien, Chile und Bolivien sechzig Prozent der weltweit bekannten Reserven lagern (lt. einer Studie der United States Geological Survey). Über die Hälfte der weltweiten Vorräte befinden sich in der zu Bolivien gehörenden Salar de Uyuni, der größten Salzpfanne der Welt. Die Verarbeitung der auf 5,4 Millionen Tonnen geschätzten Lithium-Vorkommen birgt Probleme, da sie sehr stark mit Magnesium gemischt und deshalb ein teures Trennungsverfahren erfordern.

Die Bolivianer haben Lehren aus der Geschichte gezogen, wollen das Lithium in eigener Regie abbauen und am liebsten auch im eigenen Land weiterverarbeiten. Der südamerikanische Binnenstaat will sich nicht ausbeuten lassen wie vor Jahrhunderten beim Silberboom, an dem sich die spanischen Kolonialherren hemmungslos bereicherten und die lokale Bevölkerung schamlos ausgebeutet hatten. In Argentinien und Chile sind mehrere private Unternehmen an der Gewinnung von Lithium-Extrakt beteiligt. Nach Meinung dieser Firmen sollten sich die Regierungen der beiden Nationen allerdings mehr auf die Produktion von Batterien konzentrieren, da in diesem Segment deutlich mehr Geld zu verdienen ist. Bisher wurde in Chile dreiunddreißig Prozent der Weltproduktion gefördert, diese Vormachtstellung dürfte bereits in naher Zukunft an Argentinien verloren gehen.

Mit der Wahl des wirtschaftsfreundlichen Präsidenten Macri wurde die präsidentielle Bundesrepublik aus ihrem vom Kirchner-Clan verordneten Dornröschenschlaf geweckt, der milliardenschwere Zufluss an ausländischen Direktinvestitionen wird auch in die Ausbeutung des Lithium-Sektors fließen. Die Preise für importiertes Lithium nach China haben sich innerhalb von zwei Monaten zwischen November und Dezember 2015 auf 13.000 US-Dollar pro Tonne verdoppelt, der weltweite Markt für Lithium – Batterien wird laut Schätzungen bis zum Jahr 2022 auf 46 Milliarden US-Dollar anwachsen. Ein Grund für diese Euphorie ist der Anstieg der Produktion bei Tesla Motors. Das US-Unternehmen baut Elektroautos für ein breites Publikum, bei der Herstellung von 500.000 mit Batterien aus Lithium-Ionen-Zellen ausgerüsteten Fahrzeugen pro Jahr werden gewaltige Mengen von Alkalimetallen benötigt.

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