Chile: Drei potenziell bewohnbare Welten entdeckt

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Künstlerische Darstellung des sehr kühlen Zwergsterns TRAPPIST-1 von der Oberfläche eines seiner Planeten (Fotos: ESO)
Datum: 03. Mai 2016
Uhrzeit: 13:12 Uhr
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Autor: Redaktion
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Astronomen haben mit dem TRAPPIST-Teleskop am La Silla-Observatorium der ESO in Chile drei Planeten entdeckt, die einen sehr kühlen Zwergstern umkreisen, der nur 40 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Diese fremden Welten haben Größen und Temperaturen, die denen der Venus und Erde gleichen und stellen die besten Ziele für die Suche nach Leben jenseits des Sonnensystems dar, die bisher gefunden wurden. Es handelt sich um die ersten Planeten, die je um einen solch winzigen und dunklen Stern entdeckt wurden. Die neuen Ergebnisse werden am 2. Mai 2016 in der Zeitschrift Nature veröffentlicht. Ein Team aus Astronomen unter der Führung von Michaël Gillon, vom Institut d’Astrophysique et Géophysique an der University of Liège in Belgien nutzten für ihre Beobachtungen des Sterns 2MASS J23062928-0502285, der nun auch TRAPPIST-1 genannt wird, das belgische TRAPPIST-Teleskop. Sie fanden heraus, dass dieser dunkle und kühle Stern in regelmäßigen Abständen leicht an Helligkeit abnimmt, was darauf hindeutet, dass mehrere Objekte zwischen dem Stern und der Erde vorbeiziehen. Detallierte Untersuchungen ergaben, dass drei Planeten mit erdähnlicher Größe den Stern umkreisen.

Artist’s impression of the ultracool dwarf star TRAPPIST-1 fro

TRAPPIST-1 ist ein sehr kühler Zwergstern – er ist deutlich kühler und rötlicher als die Sonne und nur wenig größer als Jupiter. Solche Sterne sind sowohl in der Milchstraße recht häufig anzutreffen als auch langlebig, dennoch ist dies das erste Mal, dass Planeten um einen solchen Stern gefunden wurden. Obwohl er sich vergleichsweise nahe an der Erde befindet, ist der Stern zu dunkel und zu rötlich, um mit dem bloßen Auge oder mit einem Amateur-Teleskop beobachtet zu werden. Zu finden ist er im Sternbild Wassermann (lat. Aquarius).

Emmanuël Jehin, ein Ko-Autor der neuen Studie, berichtet aufgeregt: „Hierbei handelt es sich wirklich um einen Paradigmenwechsel in Bezug auf die Planeten-Population und hinsichtlich des Weges für die Suche nach Leben im Universum. Bisher war die Existenz solcher „roter Welten”, die sehr kühle Zwergsterne umkreisen, reine Theorie, aber jetzt haben wir nicht nur einen einzelnen Planeten um solch einen lichtschwachen roten Stern, sondern gleich ein komplettes System mit drei Planeten!“

Michaël Gillon, Erstautor des Fachartikels erklärt die Wichtigkeit dieser neuen Entdeckung: „Warum versuchen wir erdähnliche Planeten um die kleinsten und kühlsten Sterne in der solaren Nachbarschaft zu finden? Der Grund hierfür ist einfach: Planetensysteme um diese winzigen Sterne sind die einzigen Orte, an denen wir mit unserer heutigen Technologie Leben auf einem erdgroßen Exoplaneten entdecken könnten. Wenn wir also Leben irgendwo im Universum finden wollen, sollten wir genau dort anfangen zu schauen.“

Astronomen werden nach Hinweisen auf Leben suchen, indem sie den Effekt der Atmosphäre der vorbeiziehenden Planeten auf das Licht untersuchen, das die Erde erreicht. Bei den meisten erdähnlichen Planeten wird dieser Effekt durch die Leuchkraft des Sterns überdeckt, den sie umkreisen. Nur im Falle eines lichtschwachen roten, sehr kühlen Zwergsterns – wie TRAPPIST-1 – ist dieser Effekt groß genug, um wahrgenommen werden zu können.

Nachfolge-Beobachtungen mit größeren Teleskopen, einschließlich des HAWK-I-Instruments am 8-Meter Very Large Telescope der ESO in Chile, haben gezeigt, dass die Planeten, die TRAPPIST-1 umkreisen, ähnlich groß sind wie die Erde. Zwei der Planeten haben Umlaufperioden von etwa 1,5 Tagen bzw. 2,4 Tagen, der dritte Planet hat eine weniger gut bestimmte Umlaufdauer im Bereich zwischen 4,5 und 73 Tagen. „Mit solch kurzen Umlaufperioden sind die Planeten zwischen 20 und 100 Mal näher an ihrem Stern als die Erde zur Sonne. Der Aufbau dieses Planetensystems ähnelt vom Maßstab her eher dem System der Jupitermonde als unserem Sonnensystem“, erklärt Michaël Gillon.

Obwohl sie ihren Mutter-Zwergstern sehr nah umkreisen, erhalten die inneren zwei Planeten nur das Vier-, bzw. Zweifache der Menge an Strahlung, die auf die Erde trifft, da ihr Stern deutlich lichtschwächer als die Sonne ist. Dies hat zur Folge, dass sie sich näher am Stern befinden als die habitable Zone dieses Systems, obwohl es trotzdem möglich ist, dass sie bewohnbare Regionen auf ihren Oberflächen besitzen. Über die Umlaufbahn des dritten, äußeren Planeten, ist noch nicht viel bekannt, aber er erhält vermutlich weniger Strahlung als die Erde, jedoch könnte dies immer noch ausreichen, um in der habitablen Zone zu liegen.

„Dank mehrerer Großteleskope, die momentan im Bau sind, einschließlich des E-ELT der ESO und des NASA/ESA/CSA James Webb Space Telescopes, das 2018 starten wird, werden wir schon bald in der Lage sein, die atmosphärische Zusammensetzung dieser Planeten zu untersuchen, zuerst um nach Wasser zu suchen und anschließend nach Spuren biologischer Aktivität. Das ist ein riesiger Schritt in der Suche nach Leben im Universum,“ meint Julien de Wit abschließend, Ko-Autor vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA.

Diese Arbeit eröffnet eine neue Richtung für die Jagd nach Exoplaneten, da etwa 15% der Sterne in der Nähe zur Sonne sehr kühle Zwergsterne sind, und man sollte auch betonen, dass die Suche nach Exoplaneten in den Bereich von potentiell bewohnbaren Cousins der Erde vorgedrungen ist. Die TRAPPIST-Durchmusterung ist Vorbild für ein noch ambitionierteres Projekt namens SPECULOOS, das am Paranal-Observatorium installiert werden soll.

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