Humanitäre Katastrophe in Venezuela: Elf Kleinkinder sterben im Bundesstaat Amazonas

nixen

Seit Beginn des Jahres hat die Krise im südamerikanischen Land eine neue Dimension der Demütigung erreicht, die humanitäre Krise wird durch den Mangel an Medikamenten und anderen grundlegenden medizinischen Hilfsgütern ausgelöst (Foto: Screenshot TV/Twitter)
Datum: 31. Mai 2016
Uhrzeit: 14:52 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Im einst reichen Ölland Venezuela herrscht aufgrund von Misswirtschaft und Korruption seit Amtsübernahme durch Präsident Maduro das absolute Chaos. Die Regierung von Hugo Chávez hatte einst medizinische Versorgung für alle Menschen als ein Ziel des „Sozialismus im 21. Jahrhundert“ versprochen – Aufgrund der Unfähigkeit des Maduro-Regimes steht das Land jetzt vor dem medizinischen Zusammenbruch. Landesweit prägen leere Supermarktregale das Bild der Städte, die medizinische Versorgung ist schon lange nicht mehr gewährleistet. Nach Berichten lokaler Medien sind zwischen dem 14. und 21. Mai elf Kleinkinder im Krankenhaus Dr. José Gregorio Hernández im Bundesstaates Amazonas gestorben. Fünf der Kinder stammen aus verschiedenen indigenen Gemeinschaften, keines der Opfer hatte das erste Lebensjahr überschritten.

krank

„Es gibt nichts, was so viele Todesfälle innerhalb einer Woche und im 21. Jahrhundert rechtfertigen kann“, zitieren lokale Medien die Bürgermeisterin des Verwaltungsbezirks Atures, Adriana González. Die häufigste Todesursache waren demnach schwere Dehydrierung, akute Gastroenteritis, Unterernährung, Sepsis, metabolische Azidose, schwere Asphyxie und respiratorische Insuffizienz. Laut González war das Krankenhaus in der Hauptstadt Puerto Ayacucho bis zum Beginn des Prozesses der Zentralisierung (komplette Verwaltung durch das Ministerium) voll funktionsfähig. Aktuell herrscht das Chaos, Mangel an Ausrüstung und Betriebsstoffen, Überbelegung und Mangel an Ärzten und Krankenschwestern, zeichnen ein trauriges Bild der humanitären Katastrophe im erdölreichsten Staat der Welt.

„Im Krankenhaus Dr. José Gregorio Hernández gibt es ein Defizit an Inkubatoren, eine Neugeborenen-Intensivstation existiert nicht und es gibt wenig pränatale und postnatale Kontrolle. Selbst Thermometer sind nicht vorhanden“, prangert die Bürgermeisterin die unhaltbare Situation an.

Video:

Venezuela am Limit – Teil 1
Venezuela am Limit – Teil 2

Anzeige
wandere aus, solange es noch geht

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2016 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Leider kein Kommentar vorhanden!

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!