Lateinamerika: Flüge von Brasilien in die USA um fast vierzig Prozent eingebrochen

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Die anhaltende Wirtschaftskrise macht auch vor den Fluggesellschaften nicht Halt (Foto: Latinapress)
Datum: 19. Juni 2016
Uhrzeit: 14:47 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
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Das südamerikanische Land Brasilien steckt in einer schweren Rezession. 2015 war die Wirtschaftsleistung der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas um 3,8 Prozent eingebrochen, für das laufende Jahr wird keine Besserung erwartet. Interimspräsident Michel Temer hat von der Vorgängerregierung einen Schuldenberg in Höhe von mehreren Milliarden US-Dollar übernommen, ein riesiges Korruptions-Netz hat den Staat seit über zehn Jahren systematisch ausgeplündert. Laut aktuellen Daten des brasilianischen Instituts für Geographie und Statistik (IBGE) liegt die landesweite Arbeitslosenrate bei 11,2%, die höchste jemals aufgezeichnete Rate seit Einführung des Indikators im Januar 2012. Die anhaltende Wirtschaftskrise macht auch vor den Fluggesellschaften nicht Halt. Die Billigfluggesellschaft „Gol Linhas Aéreas“ hat ihre täglichen Flugverbindungen um 180 Flüge reduziert, vier inländische Verbindungen (Imperatriz, Altamira, Ribeirão Preto und Bauru) wurden komplett eingestellt. Ebenfalls werden Ziele wie Miami, Orlando, Aruba und Caracas in Venezuela ausgesetzt, die bereits angekündigte Verbindung nach Kuba auf unbestimmte Zeit verschoben. Nach aktuellen Daten der Luftfahrtagentur ANAC (Agência Nacional de Aviação Civil) sind auch die Flüge von Brasilien in die USA um fast vierzig Prozent eingebrochen.

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Diese Reduktion wirkt sich vor allem auf Flüge der brasilianischen Airlines Latam, Azul und den US-Fluggesellschaften American und Delta aus. Im Juni 2015 registrierten die Unternehmen 115 wöchentliche Flüge zwischen beiden Ländern, aktuell nur noch 72 (minus 37,4%). Die wöchentlichen Verbindungen von Nordamerika (Hauptziel der Brasilianer im Ausland) in das größte und mit über 200 Millionen Einwohnern auch das bevölkerungsreichste Land Südamerikas lagen im April 2014 bei 210 – aktuell bei nur noch 130 (minus 38,1%).

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  1. 1
    Peter

    Nicht ganz richtig mit der Schuldenübenahme, Temer gehörte zur Vorgängerregierung. Er hat die die Schulden also selbst mit verursacht.

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