Flüchtlingsdrama: Migranten aus Kuba müssen US-Leuchtturm verlassen

kuba

Am 20. Mai erreichten zwanzig Kubaner einen alten Leuchtturm vor der Küste von Florida (Foto: Screenshot YouTube)
Datum: 29. Juni 2016
Uhrzeit: 12:39 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Auf Kuba reißt die Flüchtlingswelle nicht ab. Woche für Woche greift die US-Küstenwache in der Straße von Florida verzweifelte Menschen in ihren behelfsmäßigen Booten auf, die alle Gefahren auf sich nehmen um vor der Diktatur in ihrem Heimatland zu fliehen. Seit dem 1. Oktober 2015 bis heute versuchten mindestens 4.807 Kubaner illegal in die USA einzureisen, im Vergleich zu 4.473 im Geschäftsjahr 2015. Am 20. Mai erreichten zwanzig Kubaner einen alten Leuchtturm vor der Küste von Florida und wähnten sich in Sicherheit. Kubanische Migranten, die US-Territorium betreten, werden seit dem Cuban Adjustment Act 1966 grundsätzlich als politische Flüchtlinge behandelt. Nach einem Mindestaufenthalt von einem Jahr in den USA können kubanische Einwanderer eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung beantragen (Legal Permanent Residency, LPR). Ein bilaterales Abkommen von 1995 zwischen Washington und Havanna sieht allerdings vor, dass auf hoher See aufgegriffene Kubaner von der US-Küstenwache nach Kuba zurückgeschickt und nicht mehr als Flüchtlinge behandelt werden (sogenannte „wet foot/dry foot“-Politik).

Richter Darrin Phillip Gayles entschied am Dienstag (28.), dass der vor 136 Jahren gebaute und etwa 30 Kilometer vor der Küste von Florida stehende Leuchtturm nicht den Begriff „auf US-Territorium stehend“ erfülle und die Flüchtlinge in ihr Heimatland repatriiert werden müssen. In einer öffentlichen Anhörung will er am Donnerstag (30.) über die Grundlagen seiner Entscheidung informieren.

Anzeige
wandere aus, solange es noch geht

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2016 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.
  1. 1
    Robert

    Jetzt da das Verhältnis zwischen USA und Cuba nach Jahrzehnten des kalten Krieges auftaut ist werden schliesslich auch die Kubaner als das behandelt was sie in den Augen der US-Amerikaner sind: Illegale Einwanderer aus einem Lateinamerikanischem Land.

    Warum soll es Ihnen da anders ergehen als Mexikaner und anderen?? Das ist das Drama der Kubaner sie sehen sich hier immer noch in einer Extrarolle…

  2. 2
    Gringo

    Komisch, daß so viele aus den Paradiesen des
    Sozialismus/ Kommunismus fliehen.

  3. 3
    Robert

    Paradisiesch sind und war Kuba und seine pitoreske Armut immer nur in den Augen der Revolutionsromantiker und Alt-68er. Ist ja auch klar wenn man nach 2 Wochen All-Inclusive Urlaub weider zurück kann. Jetzt öffnet sich das Land der Welt mit allen Ihren Licht- und Schattenseiten und Kuba wird endlichein ganz normales Dritt-Welt-Land im Schatten der USA.

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!