Kolumbien: Massive Verschiebung von FARC-Kämpfern nach Venezuela

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Terrorgruppe führt seit 1964 einen bewaffneten Kampf gegen den kolumbianischen Staat (Foto: FARC)
Datum: 16. Juli 2016
Uhrzeit: 15:52 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Redaktion
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Nach mehr als 50 Jahren Bürgerkrieg haben die kolumbianische Regierung und die linke Terrororganisation „FARC“ (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) auf Kuba einen Waffenstillstand unterzeichnet. Der Waffenstillstand ist Voraussetzung für einen Friedensvertrag, über den beide Seiten seit rund dreieinhalb Jahren verhandeln. Dieser könnte zügig unterzeichnet werden, die Verhandlungen und eine Volksabstimmung dürften allerdings nicht wie geplant bereits zum kolumbianischen Unabhängigkeitstag am 20. Juli abgeschlossen sein. Von den innenpolitischen Konflikten Kolumbiens sind auch die Nachbarländer stark betroffen. Die sich hauptsächlich mit Drogenschmuggel finanzierende und sich selbst als marxistisch bezeichnende „FARC“ respektiert nicht die Landesgrenzen und exportiert einen Großteil ihrer Kokain-Lieferungen für die USA und Europa über Venezuela und die Dominikanische Republik. In einigen Fällen kollaborieren sie mit Soldaten der venezolanischen Armee und der „Guardia Nacional“. Bereits vor und hauptsächlich nach Unterzeichnung des Waffenstillstands kam es nach Angaben von Javier Tarazona, Präsident des Verbandes der Lehrer und Pädagogen im Bundesstaat Zulia, zu einer massiven Verschiebung von Guerilla-Gruppen an und über die Grenze nach Venezuela.

Tarazona verlangt deshalb vom venezolanischen Ombudsmann/Bürgerbeauftragten Tarek William Saab, dass die Grundrechte der Bürger an der Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela eingehalten werden. Er fordert Gespräche zwischen beiden Regierungen, um Fragen wie zum Beispiel den Schutz von Minderjährigen vor der „FARC“ zu klären. Nach seinen Worten haben die massive Präsenz und aggressive Rekrutierungskampagnen durch die Rebellen bereits dazu geführt, dass sich die Abbrecherquoten an den Schulen im Grenzbereich (Táchira, Apure, Amazonas, Zulia) um bis zu 80% erhöht haben. Junge Menschen, die bereits am Rande des Gesetzes leben, lassen sich durch die verheerende Wirtschaftskrise in Venezuela leicht ködern.

„Wir verurteilen das selbstgefällige Schweigen der Regierung in Caracas. Diese Verbrecher (FARC) leben ohne Gesetz oder Richtlinien auf unserem Territorium und es geschieht absolut nichts, um diesen Konflikt zu beenden“, klagt Tarazona. Er forderte Saab und die Nationale Kommission für Telekommunikation (Conatel) zudem dazu auf, zwei Funkfrequenzen (95.5FM und 96.7FM) zu entfernen. „Diese Frequenzen sind nach venezolanischem Recht nicht autorisiert und werden von der FARC betrieben. Private und kommunale Radiosender hat die Regierung geschlossen, die Rebellen dürfen ihre Propaganda ausstrahlen“.

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  1. 1
    Der Bettler

    Borstenviecher elendliche !!!

  2. 2
    babunda

    dann wird es ja noch gefährlicher in vene, mehr überfälle, Entführungen und tote. das elend nimmt kein ende.

  3. 3
    DonRWetter

    Keinen wundert es das Madburro und seine Genossen nichts dagegen unternehmen, hängen sie doch selber bis zum Hals in Drogengeschäften. Würde Madburro was anderes behaupten währe das genau so eine Lüge wie die des versuchten Staatsstreiches, vom türkischen Oberspinner Erdogan. Dieser entwickelt sich genau zu dem was Madburro schon ist, zum Diktator. Der eine verkauft Drogen der unterstützt den IS. Beides Verbrecher die xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

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