Exodus aus Venezuela: „Revolution“ sorgt für eine neue Flut von Flüchtlingen

sos

Im südamerikanischen Land Venezuela droht die vom Chavismus verursachte chronische Versorgungskrise in eine große Hungerkatastrophe umzuschlagen (Foto: Twitter)
Datum: 11. August 2016
Uhrzeit: 14:29 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Im südamerikanischen Land Venezuela droht die vom Chavismus verursachte chronische Versorgungskrise in eine große Hungerkatastrophe umzuschlagen. Selbst die Mittelschicht findet kaum noch genug zu essen, das Leugnen der Krise durch das Regime bezeichnen Menschenrechtsorganisationen als kriminell. Der venezolanische Exodus hat schon längst begonnen und weckt Erinnerungen an die Flucht von Kubanern, Haitianern oder Dominikanern, die bereits seit Jahrzehnten versuchen den Missständen in ihrer Heimat zu entkommen.

Seit Beginn des „Revolution“ hat Venezuela zwei Millionen Bürger verloren. Die Angst vor einer neuen Flut von Flüchtlingen hat das Rote Kreuz dazu veranlasst, über einen Notfallplan nachzudenken. Fotos von jungen Venezolanern, die vor wenigen Tagen von der Küstenwache vor Curaçao aufgegriffen wurden, sorgten für Bestürzung in Lateinamerika. Aufgrund der
zunehmenden Ankunft von Venezolanern haben die Regierungen von Curaçao und Aruba bereits vor Monaten ihre Kontrollen verschärft und bereits zahlreiche illegale Einwanderer aufgegriffen.

Die Behörden der Karibikinseln bezeichnen die Flüchtlingswelle als Akt der Verzweiflung. Der Soziologe Tomás Páez zeigt sich überrascht, dass neben jungen Menschen immer mehr ältere Personen und Hausfrauen auch mit Kindern Venezuela verlassen. Da Flugtickets zu teuer sind, nationale Fluggesellschaften ihr Flugangebot wegen mangelnder Devisen, Pilotenschwund und fehlender Ersatzteile bereits stark einschränken mussten, versuchen die Notleidenden dem Chaos mit zum Teil abenteuerlichen Booten zu entkommen.

Der Exodus hat sich auf die Vereinigten Staaten, Spanien, Kolumbien, Panama, Chile, Peru, Kanada, Ecuador, Frankreich und Portugal konzentriert. Die meisten der Auswanderer sind hochqualifizierte Arbeitnehmer oder Studenten. Der Andrang ist so stark, dass nach Berichten lokaler Medien das spanische Konsulat in Caracas die Zahl der Mitarbeiter erhöht hat.

Anzeige
wandere aus, solange es noch geht

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2016 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.
  1. 1
    VE-GE

    wundert mich nicht !

  2. 2
    Caramba

    Wehe denen, die nicht die Mittel haben…..

    • 2.1
      Gringo

      stimmt

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!