Frust in Venezuela: Vergebliche Foto-Manipulation des Regimes – Update

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Diosdado Cabello wird in Venezuela auch "Lügenbaron" genannt (Foto: Screenshot TV)
Datum: 02. September 2016
Uhrzeit: 11:44 Uhr
Leserecho: 12 Kommentare
Autor: Redaktion
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Fotos geben nicht immer die Wirklichkeit wieder. Schon kurz nach Erfindung der Fotografie wurde kräftig manipuliert – man tauschte Köpfe und Körper aus oder stellte Hinrichtungen nach. Jedes historische Ereignis braucht heute sein Foto, jeder Krieg und jede Krise, jedes Gipfeltreffen und jeder Rekordversuch. Mit gefälschten Bildern wird Politik gemacht – wie ein Foto vom offiziellen Twitter-Account des venezolanischen Ex-Präsidenten der Nationalversammlung, Diosdado Cabello, zeigt.

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In ganz Venezuela fanden am Donnerstag (1. September) Demonstrationen der Opposition für eine Volksabstimmung gegen Staatschef Maduro statt. Die Meldungen linker/kommunistischer Propaganda-Gazetten, dass „mehrere zehntausend Regierungsgegner“ in Caracas unterwegs waren, sind schlicht und ergreifend eine Lüge. Wer vor Ort unterwegs war und nicht nur die manipulierten Meldungen des Regimes abkopieren konnte, sah sich von Hunderttausend friedlich demonstrierenden Menschen umzingelt. Ein unvoreingenommener Beobachter konnte ebenfalls schnell feststellen, dass höchstens 30.000 Chavistas dem Aufruf ihres noch amtierenden Caudillos gefolgt waren und mit Salsamusik bei Laune gehalten werden mussten. Auffällig war ebenfalls, dass auch Menschen aus den ärmeren Bevölkerungsschichten auf die Straße gingen.

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Bei vergangenen Demonstrationen hatte das Regime schon mehrfach manipulierte Fotos veröffentlicht und wollte damit vortäuschen, was es in Wahrheit schon längst nicht mehr gibt. Am Donnerstag veröffentlichte Cabello ein Foto, dass den „Massenansturm“ von Chavistas belegen sollte. Dieser Ansturm hat auch stattgefunden – allerdings bei einer Kundgebung im Jahr 2012 während der Regierungszeit von Hugo Chávez und wurde damals in verschiedenen Medien veröffentlicht. Selbst mit einem einfachen Bildbearbeitungsprogramm ist mit der Vergrößerungsfunktion das Konterfei von ‚El Comandante‘ erkennbar, heute hängt dieses Plakat schon längst nicht mehr an diesem Platz. Helfen werden diese Manipulationenen dem Regime nicht mehr lange. Mit den Regierungswechseln in Argentinien, Peru und Brasilien hat sich der politische Wind in Lateinamerika gedreht. Während das Treiben von Volkstribun Maduro bisher geduldet wurde, gibt es nun scharfe Kritik von den lateinamerikanischen Ländern.

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Update

Diosdado Cabello hat angesichts der dummdreisten Manipulation bereits reagiert und zugegeben, „versehentlich ein Bild aus dem Jahr 2012“ veröffentlicht zu haben. Außenministerin Delcy Rodríguez scheint allerdings am Donnerstag nicht in Caracas gewesen zu sein. „An der sogenannten Toma de Caracas, einberufen vom Tisch der Demokratischen Einheit, nahmen weniger als 30.000 Menschen teil“, lügt die Ministerin.

Hier die „30.000“, die laut der verwirrten Rodríguez unterwegs waren

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Sören

    Vinicius, diese Meldungen aus der Linken oder kommunistischen Szene nimmt außer im eigenen Pfosten-Lager eh niemand ernst. Ich war gestern auch in Caracas unterwegs und kann deshalb bestätigen, dass Hunderttausende dem Aufruf der Opposition gefolgt sind. Während ich mich frei und vollkommen ungezwungen innerhalb der Massen bewegen konnte, musste Maduro streng bewacht werden. Die Menge ist wütend und wird den Marxisten früher oder später aus dem Amt jagen. Ich hoffe nur, dass er nicht erschlagen sonder nach Genf überstellt wird. Dieser Verbrecher muss vor den Internationalen Gerichtshof!

    • 1.1
      Bono

      Da hast du Recht, der Internationale Gerichstshof ist aber in Den Haag.

    • 1.2
      Raspado

      Hat sich Maduro in dem Meer der Oppositionellen gebadet, oder hast du dich frei und vollkommen ungezwungen auf der Av. Bolivar bewegt? ;-)
      Erschlagen hätte den Vorteil, dass dann neu gewählt werden müsste…. Daher die Frage, was bringt dem Land mehr?
      Und wenn schon Internationeler Gerichtshof, könnte das nicht eher was für Den Haag sein? …. und nicht Genf?

  2. Je eher umso besser, aber was kommt danach?
    Ich fürchte nichts dergleichen wird aber passieren und das Referendum ist in seiner Wirkung quasi schon tot, dafür hat die Maduro Truppe bereits gesorgt.
    Welches Chaos folgt auf dieses Chaos?
    Eine Militärdiktatur unter Führung von Cabello?

  3. 3
    Malte

    Nicht aufregen. So wie am Sonntag in Meckpomm die Linke gekeult wird, wird das auch in Venezuela geschehen. Argentinien und Brasilien waren der Anfang, die Lumpen werden aus den Regierungspalästen gekickt.

    • 3.1
      C. Sievers

      Und leider nur durch neue Lumpen ersetzt, so ist zu befürchten, vielleicht im Moment noch, mit Ausnahme von Argentinien, aber Brasilien? Alle Welt ist sich schon lange einig, dass Temer ein noch größerer Lump ist. Nicht mal im eigenen Land ist er beliebt, außer bei der korrupten Oligarchie natürlich, warum wohl ist wohl klar durchsichtig.
      Seien Sie nicht naiv!

      • 3.1.1
        VE-GE

        C.Sievers@ Ja wo leben Sie..das wuerde mich auch interessieren.

  4. Sievers,du scheinst im kopf nicht so richtig zusein,lebst DU in Venezuela.sicher nicht

  5. 5
    Gringo

    Die Marxisten können nur nach leninistischen Ziffern zählen.

  6. 6
    Malte D.--kein Wahlbeobachter

    Ist doch klar, VE-GE. In der Vollpfosten-Hochburg Berlin.

  7. 7
    C.H. Sievers

    Der Versuch von Capello und seinen Schergen ist an Lächerlichkeit und Stümperei kaum noch zu überbieten und völlig durchschaubar.
    Allerdings frage ich mich, wie diese „Leute“ zu einer derartigen Fehleinschätzung ob der Intelligenz ihrer Landsleute kommen.
    Sind die nun selber so blöd oder glauben die in ihrer Blödheit, nur weil sie selbst so blöd sind, sind alle anderen genau so blöde oder gar noch blöder???

    • 7.1
      Gringo

      Man kann es ja mal probieren !!!!!!!

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