Brasilien: Präsident Temer kündigt Privatisierung von Infrastrukturprojekten an – Update

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Brasiliens Präsident Michel Temer hat ein schweres Erbe übernommen (Foto: Palácio do Planalto)
Datum: 13. September 2016
Uhrzeit: 18:38 Uhr
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Autor: Redaktion
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Hohe Wachstumsraten und solider Beschäftigungszuwachs erhöhten bis vor wenigen Jahren signifikant das globale wirtschaftspolitische Interesse an Brasilien. Seit 2012 hat sich das Wachstum der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas allerdings deutlich abgeschwächt. 2013 lag es bei rund 2,3%; 2014 verzeichnete Brasilien nahezu ein Null-Wachstum (+0,1%). Für 2016 wird eine Rezession (-4%) erwartet. Eine besonders große Herausforderung für das Wirtschaftswachstum stellt die – auch im internationalen Vergleich – sehr niedrige und weiter sinkende Investitionsquote von unter 20% des BIP dar. Um die Wirtschaft des Landes anzukurbeln und Arbeitsplätze zu schaffen, kündigte Präsident Michel Temer am Dienstag (13.) die Erteilung von Konzessionen oder den Verkauf von 25 Projekten in den Bereichen Energie, Flughäfen, Straßen, Häfen, Eisenbahnen und Bergbau an. Es wird erwartet, dass die Ausschreibungen für dieses Vorhaben bei 21 der Projekte im Jahr 2017 stattfinden, die anderen vier in der ersten Hälfte des Jahres 2018.

Nach Angaben aus Brasília handelt es sich dabei um die Vergabe von Konzessionen für die Flughäfen in Porto Alegre, Salvador, Florianópolis und Fortaleza. Ebenfalls für zwei Terminals in den Häfen von Santarém, Pará (Brennstoffe) und Rio de Janeiro (Weizen). Der Plan der Regierung sieht auch die Vergabe für private Lizenzen von zwei Bundesstraßenabschnitte vor: BR-364/365 zwischen Goiás und Minas Gerais und BR-101/116/290/386 in Rio Grande do Sul. Im Eisenbahnsektor sind im Paket die Nord-Süd-Strecken Ferrogrão und Fiol (Eisenbahn-Ost-West-Integration) enthalten.

Die Regierung bestätigte auch die Vergabe von Konzessionen für die Wasserkraftwerke von São Simão (an der Grenze zwischen Minas Gerais und Goiás), Miranda (Minas Gerais) und Volta Grande (São Paulo) und ebenfalls den Verkauf von sechs Stromverteiler-Zentren, die bisher von Eletrobras verwaltet wurden (Bundesstaaten Acre, Amazonas, Roraima, Rondônia, Piauí und Alagoas).

Update, 14. September

Nach Angaben der Regierung soll die Kampagne insgesamt 7,27 Milliarden US-Dollar in die Kassen spülen.

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