Suriname: Ähnliche Krise wie in Venezuela

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Präsident Desi Bouterse, der stets eine Bewunderung für den verstorbenen venezolanische Präsident Hugo Chavez zum Ausdruck gebracht hat, ist seit dem 12. August 2010 Präsident von Suriname (Foto: ScreenshotYouTube)
Datum: 21. September 2016
Uhrzeit: 20:09 Uhr
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Autor: Redaktion
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Suriname ist ein Staat in Südamerika, der im Norden an den Atlantischen Ozean, im Osten an Französisch-Guayana, im Süden an Brasilien und im Westen an Guyana grenzt. Das kleinste unabhängige Land Südamerikas erhielt 1954 gemeinsam mit den Niederländischen Antillen den Status eines gleichberechtigten und sich selbst verwaltenden Teils der Niederlande, am 25. November 1975 wurde Suriname unabhängig. Zur Zeit der Kolonialisierung war Suriname die wohl profitabelste Plantagenkolonie der Niederlande, und erwirtschaftete 2004 und 2008 einen Handelsüberschuss von rund 1,2 Milliarden US-Dollar. Gold, Öl und Bauxit sorgten durchschnittlich für rund 81 % aller Exporteinkommen in diesen Jahren. Die Realität gleicht inzwischen dem Chaos in Venezuela, die Wirtschaft von Suriname befindet sich nach dem globalen Zusammenbruch der Rohstoff-Preise und dem Zusammenbruch der Landeswährung gegenüber dem US-Dollar im freien Fall.

Die Geschäfte in der Hauptstadt Paramaribo schließen vorzeitig ihre Türen, die Preise für Lebensmittel steigen und Krankenhäuser sind ohne Grundversorgung wie Papierhandtücher und Bandagen. Das Leben der 540.000 Menschen im isolierten Land an der Nordküste von Südamerika ist sehr schwierig geworden. Nach Angaben der Weltbank hat Suriname hinter Venezuela und dem Südsudan die dritthöchste Inflationsrate in der Welt. Der Internationale Währungsfonds, der im Mai dieses Jahres ein Darlehen in Höhe von 478 Millionen US-Dollar genehmigt hat, erwartet einen Rückgang der Wirtschaft in diesem Jahr um etwa zwei Prozent.

Präsident Desi Bouterse, der stets seine Bewunderung für den verstorbenen venezolanische Präsident Hugo Chávez zum Ausdruck gebracht hat, ist seit dem 12. August 2010 Präsident von Suriname und war vorher Sportlehrer beim Militär, Putschführer und Oberbefehlshaber der Armee. Er gilt als eine der umstrittensten Persönlichkeiten in der jüngeren Geschichte Surinames, im Jahr 2000 wurde er in Abwesenheit in den Niederlanden für illegalen Drogenhandel verurteilt. Sein Sohn Dino wurde im August 2005 in Paramaribo wegen aktiver Mitwirkung an internationalem Drogenhandel und Waffenschmuggel zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Auch in den neuesten Umfragen zeigt sich die „Nähe“ zu Venezuelas aktuellem Staatsoberhaupt Maduro. Der 70-Jährige genießt ebenfalls nur um die 17 Prozent Zustimmung bei der Bevölkerung.

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