Ende des bewaffneten Konflikts in Kolumbien: Venezuela steht vor neuen Herausforderungen

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Terrorgruppe führt seit 1964 einen bewaffneten Kampf gegen den kolumbianischen Staat (Foto: FARC)
Datum: 25. September 2016
Uhrzeit: 15:43 Uhr
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Autor: Redaktion
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Nach über fünfzig Jahren Bürgerkrieg in Kolumbien soll am Montag (26.) ein historisches Friedensabkommen zwischen der Regierung und der linken Guerillatruppe FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) in Cartagena unterzeichnet werden. In Kolumbien gibt es allerdings noch weitere Akteure, die an der Gewalt beteiligt waren und mit denen es noch keinen Friedensprozess gibt. Dies könnte zu möglichen Verschiebungen im Kampf um die Kontrolle des lukrativen Drogenhandels führen, an dem die zweite große Guerillagruppe „Ejército de Liberación Nacional (ELN), kriminelle Banden und bewaffnete Paramilitärs beteiligt sind. Die für Kolumbien historischen Veränderungen werden viele Herausforderungen mit sich bringen, von denen auch die Nachbarstaaten Venezuela, Ecuador und Brasilien betroffen sind.

Die „International Crisis Group“ (ICG), eine Nichtregierungsorganisation, welche Analysen und Lösungsvorschläge zu internationalen Konflikten liefert, spricht deshalb von einem langfristigen Prozess, der nicht „zwischen Tag und Nacht“ zu lösen ist. „Die Hoffnung ist, dass es eine Verringerung der Menge an bewaffneten Konflikten gibt und sich in Zukunft die kriminellen Aktivitäten in den Grenzregionen von Kolumbien und Venezuela vermindern“, analysiert Iván Briscoe, Direktor ICG für die Region Lateinamerika und Karibik.

Politische Analysten warnen zudem von „einigen organisierten kriminellen Elementen“ im südöstlichen Kolumbien an der Grenze zu Brasilien, die offen bekannt gegeben haben, am Abrüstungs/Friedensprozess nicht teilzunehmen. Es ist kein Geheimnis, dass sich mehrere dieser kriminellen Gruppen bei Gefahr über die Grenze nach Venezuela zurückziehen. Dieses Vorgehen führten in der Vergangenheit die Kämpfer der „FARC“ regelmäßig durch, Teile eines riesigen kriminellen Netzwerks erstrecken sich auf das ganze venezolanische Territorium. Um diese Realität zu bekämpfen, müssen Bogotá und Caracas ein bilaterales Abkommen unterzeichnen. Ob das in den illegalen Drogenhandel verwickelte venezolanische Regime dazu bereit ist, erscheint allerdings fraglich.

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