Lateinamerika: Aktion Menschen und Umwelt – Macht Organgensaft fair

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Mit einer Aktion vor dem Hilton Hotel Antwerpen haben Mitglieder der internationalen SUPPLY CHA!NGE Projekt die Forderungen von 24.507 Menschen an die führenden Vertreter der weltweiten Saftindustrie übergeben (Fotos: ci-romero)
Datum: 13. Oktober 2016
Uhrzeit: 21:32 Uhr
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Autor: Redaktion
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Mit einer Aktion vor dem Hilton Hotel Antwerpen haben Mitglieder der internationalen SUPPLY CHA!NGE Projekt die Forderungen von 24.507 Menschen an die führenden Vertreter der weltweiten Saftindustrie übergeben. In einem übergroßen Einkaufswagen gefangen weckten sie die Aufmerksamkeit von Hunderten Teilnehmern des diesjährigen Welt Saft Gipfels „Juice Summit“, zu dem sich die Branchenvertreter in der belgischen Handelsstadt trafen. „Arbeiter und Gewerkschafter wurden nicht zum Gipfel eingeladen,“ sagte Alice Bordaçarre, Referentin für menschenwürdige Arbeit bei ActionAid Frankreich – Peuples Solidaires. Deshalb habe das Bündnis „diese Stimmen hergebracht. Einige der Menschen, die sich heute in diesem Hotel versammelt haben, leiten Unternehmen, die hochgiftige Pestizide über Plantagen versprühen, während darauf gleichzeitig Arbeiter*innen ungeschützt Orangen ernten, die als Saft in Europa verkauft werden. In der EU sind diese Pestizide verboten. Doch die EU importiert sie in Form von Orangensaftkonzentrat,“ erklärt Bordaçarre.

teppich

Die Aktivisten aus Belgien, Frankreich und Deutschland haben vor dem Eingang des Luxushotel einen roten Teppich mit Portraits von brasilianischen Arbeitern ausgerollt und anschließend ein Stoppschild aufgestellt mit der Aufschrift: „Don’t step on workers‘ rights!“ (Rechte von Arbeitern nicht mit Füßen treten) „Für knapp 10 Euro Tageslohn müssen die Arbeiter täglich ungefähr 1,5 Tonnen Orangen ernten. Während sie bis zu 30 kg schwere Säcken tragen müssen sie auf wacklige Holzleitern steigen. Dabei sind sie ungeschützt der Sonne ausgesetzt“, sagt SUPPLY CHA!NGE Kampagnen-Koordinatorin Sandra Dusch Silva, die bei ihren Recherchen für die Christlichen Initiative Romero brasilianische Plantagen besucht hat.

In Europa werden zwei Drittel des Orangensaftes als Eigenmarken der Supermärkte und Discounter verkauft. Europäische Lebensmitteleinzelhandelsketten bestimmen somit direkt oder indirekt die Arbeitsbedingungen von Millionen von Arbeiter weltweit und tragen gleichzeitig zu Umweltverschmutzung bei. Die Aktivist*innen üben Druck auf die Supermärkte und Discounter aus, damit sie Verantwortung übernehmen und diese Zerstörung stoppen. Wie Eva Izquierdo vom Europäischen Umweltbüro in Brüssel erklärt, „beheimatet Brasilien über 3.000 Bienenarten.“ Jedoch habe der massive Einsatz von Pestiziden auf den Organgen-Plantagen einen enorm schädlichen Einfluss auf die Insekten. „Allein in der Stadt Rio Claro, im Bundesstaat São Paulo wurde für den Zeitraum von 2008 bis 2010 der Verlust von tausenden Bienenstöcken aufgrund von Insektiziden berichtet“, so Izquierdo. Am Ende der Aktion kam einer der Veranstalter des Saft Gipfels zu den Aktivist*innen, um sich ihre Forderungen anzuhören und die Petition im Namen der Konferenz entgegenzunehmen.

Hintergrund:

Das SUPPLY CHA!NGE Projekt bringt 29 zivilgesellschaftlichen Organisationen aus Europa und vier aus dem Globalen Süden für drei Jahre zusammen und erhält finanzielle Unterschätzung von der Europäischen Kommission. Diese Aktion ist Teil einer größeren Kampagne mit dem Ziel, Supermarkteigenmarken fairer und nachhaltiger zu machen. Die Kampagne betont, dass Supermärkte und Discounter in den globalen Lieferketten immer weiter an Einfluss gewinnen. Gleichzeitig scheitern sie darin, diese Macht zu nutzen, um Menschenrechtsverletzungen zu verhindern und die Umweltverschmutzung in ihren Lieferketten zu senken.

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